Köln - Bester Einkauf, größter Pechvogel, stärkster Torjäger - bundesliga.de hat für Sie gesucht und die Köpfe der Hinrunde gefunden.

1. Der Einkauf

Xabi Alonso

Wer Xabi Alonso schon aufs Altenteil abschieben wollte, sah sich in den letzten Monaten eines Besseren belehrt. Der 33-Jährige ist seit seinem überraschenden Wechsel im Sommer für rund acht Millionen Euro von Real Madrid zum FC Bayern München der Dreh- und Angelpunkt bei den Münchnern.

In Abwesenheit von Bastian Schweinsteiger, der lange Zeit verletzt war, schwang sich der 33 Jahre alte Spanier im Mittelfeld des Rekordmeisters zum unumstrittenen Dirigenten auf. Es gibt kaum einen Spielaufbau bei den Bayern, der nicht über den Welt- und Europameister läuft. Beim 2:0 in Köln Ende September stellte Alonso mit 204 (!) Ballkontakten sogar einen Liga-Rekord auf.

2. Der Torjäger

Alexander Meier

Eintracht Frankfurts Klub-Ikone Karl-Heinz Körbel verstand die Welt nicht mehr. "Meier, was ist aus dem Fußball geworden, wenn sie dich schon Fußball-Gott nennen", scherzte der 60-Jährige. Adressat der Frotzelei war Alexander Meier, Offensiv-Allrounder der Hessen und mit 13 Toren treffsicherster Akteur in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga.

"Haste gesehen? Ich bin die Nummer eins", entgegnete Meier (31) mit großer Genugtuung. Herbstmeister, wenn man so will, ist der Hüne also schon. Und vielleicht ja auch bald Torschützenkönig - sollten die Frankfurter auch in der Rückrunde ähnlich erfolgreich spielen und Meier die Chancen so kaltschnäuzig nutzen wie bisher.

Tatsächlich ist die Effizienz Meiers große Stärke, denn die Leistungsdaten weisen ihn als einen Spieler mit äußert wenig Ballkontakten aus. "Aber seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ist einfach phänomenal", lobt Ex-Trainer Friedhelm Funkel.

3. Der Pechvogel

© imago

Marco Reus

Marco Reus wird 2014 an Silvester als Seuchenjahr abhaken. Denn die Serie der Blessuren der Nationalspielers scheint nicht abzureißen. Derzeit ist Reus seit dem 22. November wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk außer Gefecht. Insgesamt werden für den 25-Jährigen bis zum Jahresende 149 Ausfall-Tage zu Buche stehen.

Den absoluten mentalen Tiefpunkt erlebte Reus am 6. Juni im letzten WM-Test des Nationalteams vor der Abreise nach Brasilien. In der 45. Minute der Partie gegen Armenien blieb Reus im Rasen hängen und knickte um: Teilriss der vorderen Syndesmose und knöcherner Bandausriss an der Fersenbein-Vorderseite. Sechs Wochen später war Deutschland Weltmeister - ohne Marco Reus.

4. Der Trainer

Pep Guardiola

Warum seine Spieler nach den WM-Strapazen schon seit Wochen gut in Form seien, wurde Pep Guardiola unlängst gefragt. "Ich bin ein super Trainer", antwortete der 43 Jahre alte Spanier, wollte dies aber als Scherz verstanden wissen.

Perfektionist Guardiola lobt sich nicht gerne selbst. Muss er auch gar nicht. Die Fakten sprechen für sich. Dem Erfolgscoach des FC Bayern ist es in der Hinrunde exzellent gelungen, den befürchteten WM-Kater in München erst gar nicht aufkommen zu lassen. Guardiola änderte oft die Systeme und das Personal - das Ergebnis war fast immer gleich: Der Rekordmeister ist auch in dieser Saison nicht aufzuhalten und spielt auch dank Guardiola in einer eigenen Liga.

In bislang 51 Bundesliga-Spielen der Bayern unter Guardiola gab es 43 Siege, bei nur zwei Niederlagen. Die Punkteausbeute von 2,65 im Schnitt ist natürlich - Rekord.

5. Das Comeback

© dfl

Ilkay Gündogan

Ilkay Gündogan ist die Erleichterung anzusehen. "Es macht unheimlich viel Spaß", versichert der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund immer wieder und genießt derzeit jeden Auftritt auf der Fußball-Bühne.

434 Tage musste er wegen einer Reizung einer Nervenwurzel im Rücken pausieren. Als die konservativen Behandlungen ohne Erfolg blieben, unterzog sich Gündogan im Juni einer Operation. Schließlich feierte er Mitte Oktober beim 1:2 in Köln sein Comeback. Seither bemüht sich der Hochbegabte um die Rückkehr zur alten Form.

Einen Typen wie ihn hatten die Borussen zuvor schmerzlich vermisst. Gündogan besitzt die nötige Ruhe am Ball und die Fähigkeit, in prekären Situation und auf engstem Raum Lösungen zu finden. Der gebürtige Gelsenkirchner mit türkischen Wurzeln scheint langsam, aber sicher auch die letzten Hemmschwellen zu überwinden und das Vertrauen in seinen Körper wiederzufinden.

6. Der Erfolgsgarant

Jerome Boateng

Ob sich Jerome Boateng noch erinnert, wie sich das Verlieren in der Bundesliga anfühlt? Inzwischen ist der Weltmeister in Diensten des FC Bayern München bereits das 56. (!) Spiel in Folge ohne Niederlage. Der 26- Jährige ist der "Mr. Unbesiegbar" der Eliteklasse.

Als Verlierer war Boateng mit den Bayern zuletzt in der Liga am 28. Oktober 2012 vom Platz gegangen. Der Rekordmeister unterlag damals 1:2 gegen Bayer Leverkusen.

Ein wenig Glück ist bei der Rekordserie des Nationalspielers allerdings auch dabei. Bei den letzten Niederlagen des Double-Gewinners in der Bundesliga in Augsburg (0:1) und gegen Dortmund (0:3) in der vergangenen Saison stand Boateng nicht im Kader.

7. Der Rückkehrer

© getty

Shinji Kagawa

Shinji Kagawa wurde empfangen wie ein Popstar, mit Willkommens-Plakaten und lautstarken Sprechchören. Keine Frage, die Rückkehr des Publikumslieblings von Borussia Dortmund nach einem zweijährigen Gastspiel beim englischen Rekordmeister Manchester United war eine Herzensangelegenheit.

Zwar feierte Kagawa beim 3:1 im Heimspiel am 13. September gegen den SC Freiburg mit einem Treffer ein Traum-Comeback, doch seither blieb der 25-Jährige vieles schuldig, was nicht zuletzt den allgemeinen Problemen des BVB im Abstiegskampf geschuldet ist.

Kagawa kam 2010 für eine Ablösesumme von 350.000 Euro von Cerezo Osaka zu den Westfalen und wechselte 2012 nach dem Double-Gewinn der Borussia als Shootingstar zu Manchester. Doch in den Planungen des neuen Teammanagers Louis van Gaal spielte der Japaner keine Rolle mehr.

Der BVB nutzte die Chance und holte den Mittelfeldstrategen für eine Ablösesumme von acht Millionen Euro zurück, nachdem sich Kagawa für 16 Millionen Euro vorübergehend aus Dortmund verabschiedet hatte.

8. Der Rücktritt

Armin Veh

Armin Veh sollte den VfB Stuttgart wieder nach oben führen - doch nach nur 146 Tagen im Amt trat der 53-Jährige völlig überraschend zurück. Nach nur neun Punkten aus zwölf Bundesliga-Spielen sah Veh keinen anderen Weg mehr.

Er sei für die prekäre Situation verantwortlich. Uns und mir fehlte einfach auch das notwendige Quäntchen Glück in vielen knappen Spielen", begründete Veh, 2007 noch gefeierter Meistertrainer beim VfB, seinen Schritt. Als Nachfolger holten die Schwaben Vehs Vorgänger Huub Stevens zurück.

Er habe die Entscheidung "nicht aus Müdigkeit, sondern aus Überzeugung getroffen", sagte Veh einige Tage nach seinem Rücktritt bei Sky: "Und wenn ich mich für etwas entscheide, fühle ich mich auch wohl damit. Ob es die richtige oder falsche Entscheidung war, wird sich noch zeigen."

9. Der Feldspieler

Arjen Robben

Karl-Heinz Rummenigge lobte Arjen Robben unlängst als "besten Feldspieler der Welt". Da würden ihm schon noch andere Kandidaten einfallen, entgegnete Robben und nannte Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi.

Unbestritten ist auf jeden Fall, dass der 30 Jahre alte Niederländer von Bayern München schon seit langem eine Klasse für sich ist. Seit Monaten unterstreicht der dribbelstarke Offensivspieler mit seinen unwiderstehlichen Alleingängen seine Ausnahmestellung - selbst im Starensemble des FC Bayern. Zehn Hinrundentreffer unterstreichen dies noch.

Trainer Pep Guardiola lobte zuletzt die "überragende Mentalität" seiner Profis: "Sie haben in den letzten beiden Jahren schon alles gewonnen, aber sie wollen immer weiter gewinnen, gewinnen, gewinnen." Robben lebt dies bei den Münchnern in besonderer Weise vor. Für Guardiola ist er deshalb "ein super Profi, ein super Spieler. Ich freue mich über Spieler mit so einer überragenden Qualität".

10. #SUPERMANU

Manuel Neuer

Manuel Neuer hat mit dem FC Bayern München seit 2011 alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt und wurde mit der Nationalmannschaft in diesem Jahr Weltmeister. Anfang kommenden Jahres könnte mit der Auszeichnung zum Weltfußballer ein weiterer Titel hinzukommen. Neuer wäre der erste Torhüter seit Lev Yashin 1963, der diesen Titel erringen würde. Als letzter deutscher Keeper schaffte es Oliver Kahn 2002 in die Endauswahl.

Neuer ist nicht nur auf der Linie stark, sondern auch als quasi elfter Feldspieler ein wichtiger Faktor im Spiel der Bayern. Sein Aktionsradius reicht dabei weit über die Grenzen des Strafraums hinaus.

"Wenn wir ihn brauchen, ist er zur Stelle", betont Rafinha. "Natürlich spielt er in einer super Mannschaft, die hinten wenig zulässt. Wenn aber doch mal einer durchrutscht, können wir uns auf Manuel verlassen." Bester Beweis: Neuer musste in der gesamten Hinrunde nur vier Gegentreffer hinnehmen.