"Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!" Diesen Satz hört man jedes Jahr aufs Neue, wenn die K.o.-Runden im DFB-Pokal anstehen. Der Reiz an diesem Wettbewerb ist die mögliche Sensation, die in der Luft liegt.

Sogenannte "kleine" Vereine aus den Regional- und Oberligen fordern die Schwergewichte aus der Bundesliga wie Bayern München, Werder Bremen oder den FC Schalke 04 heraus. Meistens ist es ein kurzes Gastspiel für die Amateurmannschaften. Manchmal gelingt ihnen aber die Überraschung, auf die viele gehofft haben, mit der aber fast niemand gerechnet hat. bundesliga.de stellt die fünf größten Überraschungen in der 1. Runde des DFB-Pokals vor.

Bayern München verliert gegen Oberligisten

In der Saison 1990/91 reiste der FC Bayern München in der 1. Runde des DFB-Pokals nach Weinheim bei Heidelberg. Die Karten schienen klar verteilt. Die TSG Weinheim spielte damals in der Oberliga Baden-Württemberg. Bayern reiste als amtierender Deutscher Meister an, mit Spielern wie Jürgen Kohler, Stefan Effenberg (Foto) und Brian Laudrup. Doch die TSG schien von den großen Namen unbeeindruckt. Nach 90 Minuten stand es 1:0 – für Weinheim. Der Oberligist hatte den deutschen Meister aus dem DFB-Pokal geworfen.

"Stärkstes Dorf" schlägt Rekordmeister

Vier Jahre später, 1994, sollte es den Verein von der Säbener Straße erneut erwischen. Der Gegner diesmal war TSV Vestenbergsgreuth. Der Club aus Franken spielte damals in der Regionalliga Süd. In einem ausgeglichenen Spiel gegen das Team von Trainer Giovanni Trapattoni (Foto) gelang es Roland Stein in der 43. Minute, Bayern-Torwart Oliver Kahn zu überwinden. Dabei sollte es bleiben. Vestenbergsgreuth, das "stärkste Dorf im Land" wie der "Kölner Express" titelte, hatte den Rekordmeister Bayern München 1:0 geschlagen.

Magdeburg entzaubert Köln

In der Pokalsaison 2000/01 herrschten in Magdeburg verkehrte Verhältnisse. Der 1. FC Köln war als klarer Favorit zur Partie beim Oberligisten FC Magdeburg angereist, doch die "Geißböcke" waren chancenlos. Bereits nach drei Minuten lag der Favorit 0:1 zurück, zur Halbzeit stand es 1:2 aus Sicht des Bundesligisten. Mit einem Doppelschlag binnen sechs Minuten leitete Vlado Papic kurz nach der Pause bereits den Sieg der Magdeburger ein. Am Ende mussten sich die Kölner gar mit 2:5 geschlagen geben und die Heimreise antreten.

"Kleine Wölfe" besiegen Borussia Dortmund

Eine 0:1-Niederlage von Borussia Dortmund beim VfL Wolfsburg ist eigentlich keine Sensation. Wenn es wenigstens die Profi- und nicht die Amateur-Mannschaft der Niedersachsen gewesen wäre, gegen die Dortmund 2001 verloren hatte. Mittelfeldspieler Ingo Vandreike hatte in der 64. Minute den 1:0-Siegtreffer für die "kleinen Wölfe" erzielt. Beim BVB war die Enttäuschung über das Ausscheiden aber nicht zu groß. Am Ende der Saison 2001/02 wurde Borussia Dortmund zum dritten Mal Deutscher Meister seit Einführung der Bundesliga.

VfB verliert längstes Elfmeterschießen der Geschichte

Eine wahre Pokalschlacht lieferte sich der VfB Stuttgart 1995 mit dem Regionalligisten SV Sandhausen. Durch den 2:2-Ausgleichstreffer in der 87. Minute hatte sich der Drittligist in die Verlängerung gerettet. Da nach 120 Minuten noch immer kein Sieger feststand, kam es zum Elfmeterschießen, dem längsten seiner Art in die Geschichte des DFB-Pokals. Insgesamt 26 Schützen traten an, bis der SV Sandhausen den VfB Stuttgart in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 13:12 nach Elfmeterschießen geschlagen hatte.




Zusammengestellt von Gregor Nentwig