München - Der 1. FC Nürnberg befindet sich seit einigen Wochen im Abwärtstrend. Nach einem starken Saisonbeginn sind die Franken mittlerweile den Abstiegplätzen gefährlich nahe gekommen.

Am Samstag gab es eine deprimierende 0:4-Niederlage beim FC Bayern - dennoch ist "Club"-Kapitän Timmy Simons nicht bange. Im Interview beschreibt der belgische Mittelfeldspieler, wie sein Team zurück in die Erfolgsspur finden kann.

Frage: Herr Simons, der 1. FC Nürnberg hatte beim FC Bayern nicht den Hauch einer Chance. Warum war nicht mehr drin für Ihr Team?

Timmy Simons: Wenn es nach zwei Minuten 0:1 steht, wird es natürlich schwer. Wir haben alles versucht, aber wir hatten im gesamten Spiel nur zwei gute Chancen. Selbst wenn eine davon reingeht, hätten wir nichts mitnehmen können - denn Bayern war klar die bessere Mannschaft.

Frage: Hatte Ihr Team mit den vielen jungen Spielern vielleicht zu viel Respekt gehabt vor den Bayern?

Simons: Nein, das glaube ich nicht. Man muss einfach sagen, dass die Bayern das 1:0 überragend machen - und danach lassen sie den Ball laufen. Bei dieser Ballsicherheit laufen wir nur hinterher und haben keine Möglichkeit mehr, nach vorne zu spielen. Das ist schade.

Frage: Sie haben schon viele Spiele in Ihrer Profikarriere auf dem Buckel. Haben Sie schon einmal in einem Team gestanden, das so chancenlos war?

Simons (lacht): Ja, das habe ich schon einige Male erlebt. Zu viele in meinem Leben - ich nenne aber keine Namen.

Frage: Wie kann es zu eine derartig einseitigen Begegnung überhaupt kommen?

Simons: Das passiert eben mal. Ich will den Jungs auch keinen Vorwurf machen, alle haben gekämpft. Es hat halt nicht gereicht. Wir haben auch versucht, mit viel Leidenschaft zu spielen. Wenn du jedes Mal ein Schritt zu spät kommt, sieht es leider nicht so aus.

Frage: Sie haben jetzt sechs Spiele in Serie in der Bundesliga nicht mehr gewonnen. Was muss passieren, dass nächsten Samstag im Spiel gegen Freiburg die Wende kommt?

Simons: Es war keine Schande, dass wir verloren haben. Wir müssen einfach weiterarbeiten. Die Jungs machen Riesenschritte und nehmen die Dinge gut auf. Es geht weiter, wir haben noch nichts erreicht und noch nichts verloren. Ich kann mich erinnern, als wir in der vergangenen Saison vier Spiele am Stück ebenfalls nicht gewonnen hatten. Wir haben uns dann zusammengerissen und kamen anschließend in eine bessere Verfassung. Die Jungs haben jetzt die Möglichkeit, sich zu beweisen und den nächsten Schritt zu machen.

Frage: Schaffen Sie das auch nervlich?

Simons: Ich bin mir sicher, dass sie das schaffen. Wir müssen jetzt ein bisschen Aufbauarbeit leisten. Man sieht ja, dass es letztes Jahr auch gut geklappt habt.

Aus der Allianz Arena berichtet Johannes Fischer