Der neue Sportdirektor Jörg Schmadtke nutzte die Zeit in Bad Kleinkirchheim, um sich ein umfassendes Bild von Spielern und Mitarbeiterstab zu machen.

Im Interview spricht der 45-Jährige über seine Eindrücke, die mögliche Kooperation mit dem FC Sao Paulo und Tests in "freier Wildbahn".

Frage: Hallo Herr Schmadtke, für Sie war es das erste Trainingslager mit den Roten. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Jörg Schmadtke: Ich denke, insgesamt ist es gut gelaufen. Wir haben sehr gute Arbeitsbedingungen vorgefunden. Insgesamt war das Wetter sehr gut, Essen war in Ordnung, das Hotel passt. Das wichtigste Indiz ist der Trainingsplatz, der ebenfalls sehr gut ist. Die Jungs arbeiten sehr konzentriert, zielgerichtet, leistungsorientiert und sind trotzdem locker dabei. Damit bin ich sehr zufrieden! Mit dabei ein bisschen Spaß und Freude, was auch dazu gehört, gerade in der jetzigen Phase, wo viel harte Arbeit ansteht.

Frage: Sie wollten das Trainingslager auch nutzen, um sich ein Bild von der Mannschaft zu machen, sie erst einmal kennenzulernen. Ist Ihnen das gelungen?

Schmadtke: Man sieht schon viel, wenn man Zeit hat und sich die Trainingseinheiten in Ruhe von oben auf der Tribüne anschauen kann. Da entdeckt man schon viele Facetten bei den Spielern. Zudem waren wir gestern raften - das ist zwar auch Spaß, aber für mich auch ein Stück weit eine Gelegenheit, die Jungs in anderen Situationen kennenzulernen. Ich denke schon, dass ich so insgesamt einen umfassenden Eindruck gewonnen habe.

Frage: Die Mannschaft wurde ja bereits in einigen Teilen ergänzt und verstärkt. Sind noch weitere Transfers geplant, beispielsweise auf der Rechtsverteidigerposition?

Schmadtke: Wir warten das Trainingslager erst einmal komplett ab, werden dann noch einmal eine Bestandsaufnahme und genaue Analyse vornehmen, wo der Schuh eventuell noch drückt - oder eben auch nicht. Hinsichtlich des rechten Verteidigers sieht es im Moment eher so aus, dass wir nicht mehr reagieren, auch weil sich Manuel Schmiedebach wirklich gut macht und einen sehr guten Eindruck hinterlässt - zuletzt auch im Spiel gegen Köln, wo er reingekommen ist und wo der Druck ein wenig größer war, wo der Gegner stärker war. Auch da hat er den vorigen positiven Eindruck bestätigt.

Frage: Sie waren vor dem Trainingslager mit dem Chefscout Peter Braund in Brasilien, um sich zu erkundigen, ob eine Kooperation mit dem FC Sao Paulo möglich wäre. Gibt es da schon konkretere Planungen?

Schmadtke: Es ist so, dass wir den ersten Kontakt hergestellt und den Markt bzw. FC Sao Paulo noch mal genauer angeschaut haben, einfach um genau zu wissen, mit wem wir es auf der anderen Seite zu tun haben. Wir haben die Sache analysiert und jetzt ist ein Papier rüber zum FC Sao Paulo gegangen. Jetzt werden wir mal schauen, wie die Reaktion darauf ist. Von unserer Seite ist schon daran gedacht, eine Kooperation zu bewerkstelligen. Wobei die nicht auf dem Papier stattfinden, sondern wirklich gelebt werden soll. Das ist letztendlich auch der entscheidende Punkt: Auf dem Papier kann man tolle Dinge verfassen, die dann letztlich nicht eingehalten werden. Wir wollen Dinge, die auch praktikabel sind, die auch umsetzbar sind und bei denen beide Seiten ein benefit erzielen. Wenn sich das dabei herauskristallisiert, dann werden wir das eingehen. Wenn nicht, werden wir die Finger davon lassen. Das Ganze braucht allerdings ein wenig Zeit, um das auch seriös hinzubekommen.

Frage: Das erste Testspiel hier gegen Köln liegt hinter Ihnen. Jetzt folgt Wigan. Wie bewerten Sie solche Testspiele?

Schmadtke: Wir sind in der Vorbereitung. Das sind zusätzliche Trainingseinheiten, nicht mehr und nicht weniger. Das sind Tests unter Wettkampfbedingungen - nicht mehr im Labor, sondern auf der freien Wildbahn. Ich muss sagen, ich fand nicht nur die Ansätze ganz gut gegen Köln, sondern insgesamt hat mir die Defensivarbeit sehr gut gefallen. Dinge, die wir uns in den letzten Wochen und Tagen erarbeitet haben scheinen angenommen und ein Stück weit verinnerlicht worden zu sein. Wie fest diese Dinge schon sind, wird man sehen. Es wird immer auch mal wieder einen kleinen Rückschritt geben, aber die Anzeichen sind ganz gut dafür, dass es schon relativ stabil ist. Für Wigan gilt das gleiche. Dass unter der Müdigkeit auch ein wenig die Offensivabläufe leiden, ist uns klar. Das nehmen wir in Kauf, das ist auch kein Problem. Erstmal ist es wichtig, die Abwehr zu stabilisieren und die Abläufe im Defensivverbund in der gesamten Mannschaft hinzubekommen. Das scheint im Moment ganz ordentlich zu funktionieren.

Das vollständige Interview finden Sie auf der Webseite von Hannover 96.




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