München - Rund um den Jahresbeginn starten die Bundesliga-Clubs nach und nach in die Rückrunden-Vorbereitung. Auf den Trainingsplätzen tummeln sich nun auch wieder diejenigen Stars, die in der Hinrunde mit Verletzungspech zu kämpfen hatten und für ihre Vereine deshalb nicht die erhoffte Stütze sein konnten. Doch: Neues Jahr, neues Glück - jetzt sind sie zurück.

Unter den Hoffnungsträgern sind gleich drei Niederländer, die mit ihrer spielerischen Klasse zu den Besten der Welt gehören. Hinzu kommen ein Torwart-Routinier und ein Jungspund.

Arjen Robben (FC Bayern München)

Der Tabellenführer marschierte beinahe konkurrenzlos durch die Hinrunde der Bundesliga. Durch den breiter aufgestellten Kader der Bayern fiel der Ausfall von Arjen Robben nicht so ins Gewicht wie in den Jahren zuvor. Sein letztes Pflichtspiel für die Münchner absolvierte der Niederländer am 10. November (2:0 gegen Eintracht Frankfurt). Danach fehlte Robben zuerst wegen eines Muskelfaserrisses, später wegen anhaltender Rückenprobleme. So kam er nur auf fünf Hinrunden-Einsätze. Doch jetzt ist der Vize-Weltmeister von 2010 wieder fit und heiß darauf, seinen Stammplatz zurück zu erobern. Nach Robbens Ausfall spielten Thomas Müller und Xherdan Shaqiri am rechten Flügel - und überzeugten. Für Coach Jupp Heynckes ergibt sich daraus ein Luxusproblem.

Ibrahim Afellay (FC Schalke 04)

Wie Robben hat auch Ibrahim Afellay am 11. Spieltag sein letztes Hinrundenspiel bestritten. Danach fehlte Schalkes Niederländer wegen eines Muskelfaserrisses bis zum Ende der Hinserie. Bezeichnend für den Wert des Nationalspielers: Seit seinem Ausfall gewannen die "Königsblauen" kein Liga-Spiel mehr (zwei Remis, vier Niederlagen). Zum Trainingsauftakt meldete sich die Leihgabe des FC Barcelona fit zurück, verletzte sich im Trainingslager aber erneut am Knöchel. Der Club gab allerdings bald Entwarnung. Unter Landsmann Stevens durfte der technisch perfekt ausgebildete Afellay zumeist am linken Flügel ran, wo sich zuletzt Eigengewächs Julian Draxler ordentlich präsentierte. Unter Stevens-Nachfolger Jens Keller muss sich Afellay nun neu beweisen.

Rafael van der Vaart (Hamburger SV)

Im Spätsommer wurde Rafael van der Vaart wie ein Messias an der Elbe empfangen. Trotz schwachem Saisonstart stabilisierten sich die Hanseaten - auch dank des starken Regisseurs. Doch dann kam der 13. Spieltag. Bei einem Zusammenprall mit Fortuna-Keeper Fabian Giefer verletzte sich der Niederländer und fehlte anschließend bis zum Jahresende. Bereits am 30. Dezember legte der HSV mit der Vorbereitung los - mit van der Vaart. "Uns fehlt noch die Konstanz, um etwas weiter oben zu stehen", zog der Nationalspieler ein kritisches Resümee. Doch mit einem van der Vaart in Topform, ist für die Hamburger in der Rückserie vielleicht doch noch mehr als ein gesicherter Mittelfeldplatz drin.

Simon Jentzsch (FC Augsburg)

Die Hinrunde der Augsburger verlief unbefriedigend, besonders für Keeper Simon Jentzsch. Fünf Mal hütete der Routinier das Tor der Schwaben, fünf Mal setzte es eine Pleite. Dem nicht genug, verletzte sich der ehemalige Wolfsburger im September am Finger und fehlte nach einem Rückschlag schlussendlich sogar bis zum Jahresende. Beim Trainingsauftakt meldete sich Jentzsch zurück und will nun wieder die Nummer 1 werden. Doch mittlerweile steht neben Mohamed Amsif mit Alexander Manninger ein zweiter Keeper mit Routine im Kader. Somit ist die Torwartfrage beim FCA im Moment völlig offen. Denn in der Hoffnung auf einen Verbleib im Tor verzichtet Amsif sogar auf die Teilnahme am Afrika-Cup mit Marokko.

Daniel Didavi (VfB Stuttgart)

29 Minuten durfte Daniel Didavi zum Ende der Hinrunde ran. 15 Minuten im Pokal, 14 in der Bundesliga - für mehr reichte es nach überstandenem Knorpelschaden vor dem Jahreswechsel noch nicht. Nach einem gelungenen "Lehrjahr" beim 1. FC Nürnberg musste der 22-Jährige ein halbes Jahr aussetzen, jetzt geht es wieder aufwärts. Die beiden Kurzeinsätze sollen nur ein Anfang gewesen sein. Sein großer Vorteil im Konkurrenzkampf könnte die Vielseitigkeit sein. Sowohl im Mittelfeldzentrum als auch links ist Didavi einsatzfähig. Dass Trainer Bruno Labbadia auf ihn baut, verdeutlicht die Tatsache, dass er den Hoffnungsträger in beiden Spielen, in denen er im Kader war, auch tatsächlich einwechselte.


Christoph Gailer