Freiburg - Nach dem letztlich verdienten Sieg gegen Augsburg hüpft der SC Freiburg auf einen Nichtabstiegsplatz und glaubt wieder an eine Zukunft in der Bundesliga.

Gewonnen, zu null gespielt, die Abstiegsränge verlassen – kein Wunder, dass es in Freiburg offenbar ein paar Minuten dauerte, bis auch wirklich alle Zuschauer verinnerlicht hatten, was der 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg für Folgen hatte. Fast schon  zögerlich fiel der Jubel kurz nach Schlusspfiff aus, um Minuten später schwindelerregende Dezibelzahlen anzunehmen.

Spätestens als die Freiburger Spieler Minuten nach Abpfiff vor der Nordtribüne auftauchten, kannte die gute Laune keine Grenzen mehr. Da wollte sich auch die Stadionregie nicht lumpen lassen und spielte das Fanlied einfach noch mal an: ".... denn unser Antrieb heißt Applaus."

Der SC ist konkurrenzfähig

Applaus mag ein Antrieb sein. Und der Wunsch, auch in der kommenden Saison wieder erstklassig zu sein. Ein Wunsch, der nach dem alles in allem verdienten Sieg gegen den FC Augsburg gar nicht mehr sonderlich unrealistisch zu sein scheint: Mit 25 Punkten rangiert der SC am Ende des 26. Spieltages auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, Rang 15, zudem mit der im Vergleich zu Paderborn, Hamburg und dem VfB Stuttgart deutlich besseren Tordifferenz und der Aussicht, gegen alle drei noch spielen zu dürfen.

Nach 406 Minuten ohne Torerfolg waren die beiden Treffer von Jonathan Schmid (71.) und Nils Petersen (84.) Balsam für die SC-Seele. "Für uns war es wichtig, gegen eine qualitativ hochwertige Augsburger Mannschaft auf Augenhöhe gespielt zu haben", stellte SC-Coach Christian Streich fest. "Vor allem der erste Durchgang war sehr gut von uns", sagte Christian Günter.

Kaum Bälle durch das Zentrum

Tatsächlich zeigte der SC eine starke erste Halbzeit und hatte lediglich in der Augsburger Drangphase zwischen der 40. und 60. Spielminute größere Schwierigkeiten, Herr im eigenen Hause zu bleiben. "Da müssen wir uns vorwerfen lassen, dass wir ein bisschen geschlafen haben", sagte Günter. Ansonsten ließ man im Defensivverbund wenige Chancen zu und agierte im Spiel nach vorne so, wie man gegen eine hochgewachsene Augsburger Mannschaft spielen sollte, wenn die Mittelfeldzentrale so defensiv ausgerichtet ist wie sie das am Samstag war.

Für Vladimir Darida, der in den vergangenen Spiele unter seinen Möglichkeiten blieb, spielte am Samstag zunächst Nicolas Höfler auf der Sechserposition. Und das neben Oliver Sorg, einem gelernten Außenverteidiger. Dem Freiburger Spiel tat das insofern gut, als kaum Bälle durch das Zentrum in die eigene Hälfte gespielt werden konnten. Und als das Spiel die entscheidende Wendung nahm, hatte Trainer Streich noch Variationsmöglichkeiten: Für den entkräfteten Frantz und den Torschützen Schmid brachte er Darida und Nils Petersen. Und wechselte damit endgültig den Sieg ein. Schließlich sorgte der intelligente Pass des Tschechen für den 2:0-Treffer durch Petersen.

Qualität von der Bank

Die Einwechslung von Petersen und Darida erklärte Streich dann auch zum spielentscheidenden Faktor: "Wenn du so viel Qualität einwechseln kannst, weil endlich mal genug Spieler einsatzbereit sind, gewinnt man eben auch mal so ein Spiel." Petersen selbst freute sich derweil für seinen Trainer. Den habe man zuletzt schließlich mit mauen Ergebnissen "im Stich gelassen". Nun aber sei – auch angesichts des Restprogramms – wieder alles drin: "Die Hoffnung ist da, keine Frage."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf