Zwei Mal geführt und wieder nicht gewonnen: 1899 Hoffenheim entfernt sich nach dem 2:2-Remis beim Karlsruher SC von den internationalen Plätzen. Zwar überzeugte die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick beim KSC mit Kampfgeist, spielerisch aber ist sie weit von der Qualität der Hinrunde entfernt.

Zugegeben: Die einstigen "Himmelstürmer" von 1899 Hoffenheim haben derzeit wahrlich keinen leichten Stand. Vor der Partie beim Karlsruher SC hatte die Mannschaft von Trainer Rangnick sage und schreibe neun Mal in Folge nicht gewonnen.

Rangnick "etwas traurig"

Im Karlsruhe stand am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden, ein 2:2, mit dem die Spieler aus dem Kraichgau nicht zufrieden sein konnten.

Sejad Salihovic hatte die Hoffenheimer in der ersten Halbzeit in Führung gebracht, Selim Teber mit einem wunderschönen Kopfball das zwischenzeitliche 2:1 besorgt. Es reichte dennoch nicht und Trainer Rangnick grollte nach der Partie: "Wenn man zwei Mal führt, ist man allerdings etwas traurig, wenn man am Ende nicht gewinnt."

Vielseitige Gründe

Allerdings hatte die magere Ausbeute von nur einem Punkt Gründe. Denn die Hoffenheimer haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Qualitäten eingebüßt, die sie in der Vorrunde zur Mannschaft der Stunde gemacht haben.

Gerade die geradlinigen Pässe in die Spitze auf die schnellen Demba Ba und Chinedu Obasi kommen lange nicht mehr so zielgenau. Das aufdringliche Pressing aus den erfolgreichen Monaten ist so gut wie verschwunden und in der Defensive leisten sich die 1899er immer wieder Leichtsinnsfehler.

Hinzu kommt die Formschwäche von Leistungsträgern wie eben Ba, Obasi oder Tobias Weis, das verletzungsbedingte Fehlen des Torjägers Vedad Ibisevic und das nach endlosen Wochen ohne Sieg verschwundene Selbstvertrauen - fertig ist ein traniges Gemisch, das das Ende des Hoffenheimers Triumphzuges nur allzu gut erklärt.

Was ist noch drin?

Auch in Karlsruhe wäre ein Sieg leicht möglich gewesen, aber immer wieder vergaben die Mannen von Ralf Rangnick vor allem in der Schlussphase ihre glasklaren Konterchancen. Längst haben die Verantwortlichen erkannt, dass die Mannschaft sich in einer Formkrise befindet. Aus diesem Grund wurde das Ziel "Europäischer Wettbewerb" schon vor der Karlsruhe-Partie vorsichtshalber ad acta gelegt.

Mit einem "einstelligen Tabellenplatz" wäre er zufrieden, sagte Dietmar Hopp. Das wird sein Trainer Rangnick anders sehen, denn gerade der gilt als äußerst ehrgeizig und erfolgsorientiert.

Nach der allerhöchstens kampfstarken Leistung von Karlsruhe muss man allerdings sagen: Es sieht schlecht aus mit dem Erreichen der begehrten UEFA-Pokal-Plätze. Zumal die Konkurrenten aus den oberen Tabellen Regionen derzeit einfach stärker und vor allem konstanter erscheinen. Die Hoffenheimer Höhenflieger sind zurück auf dem Boden der Tatsachen.

Jens Fischer