Köln - Der 34. Spieltag der Bundesliga steht an. Im Kampf um Europa und gegen den Abstieg sind zahlreiche Entscheidungen offen - Drama ist vorprogrammiert. Vor dem letzten Spieltag der Saison wirft bundesliga.de einen Blick auf die größten Dramen, die sich in den letzten 20 Jahren am letzten Spieltag ereignet haben. Vielleicht reiht sich das kommende Wochenende ja dort ein...

Saison 2014/15

Vor dem letzten Spieltag steht noch kein Absteiger fest, sechs Vereine müssen zittern. Der SC Paderborn und der VfB Stuttgart treffen dabei ebenso direkt aufeinander wie Hannover 96 und der SC Freiburg. Beide Duelle fallen knapp aus: Stuttgart und Hannover retten sich jeweils mit einem 2:1-Sieg, Paderborn und Freiburg gehen runter.

Hertha BSC hat letztlich Glück, dass trotz einer 1:2-Niederlage in Hoffenheim der Klassenerhalt steht. Den größten Jubel gibt es beim Hamburger SV, der sich durch ein 2:0 gegen die bereits für Europa qualifizierten Schalker noch in die Relegation retten kann. Dort behält der Bundesliga-Dino gegen den Karlsruher SC die Oberhand.

Saison 2012/13

In Dortmund spielt sich am 34. Spieltag eine denkwürdige Schlussphase ab. Beim Spiel des Tabellenzweiten Borussia Dortmund gegen den Vorletzten TSG 1899 Hoffenheim führen die Gastgeber bis zur 77. Spielminute mit 1:0, die TSG hingegen sieht wie sicherer Absteiger aus. Dann bekommt 1899 innerhalb von fünf Minuten gleich zwei Elfmeter zugesprochen, die Sejad Salihovic beide verwandeln kann. Für die Notbremse vor dem zweiten Strafstoß sieht BVB-Keeper Roman Weidenfeller die Rote Karte, Feldspieler Kevin Großkreutz muss ins Tor.

Fast hätte der BVB trotzdem noch den Ausgleich erzielt, doch der Treffer von Marcel Schmelzer in der Nachspielzeit wird aberkannt, weil Robert Lewandowski im Abseits steht und die Sicht des Torwarts behindert. Hoffenheim erreicht noch die Relegation und bleibt im Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern siegreich.

Video: Packende Abstiegskämpfe

Saison 2005/06

Das Nordderby Hamburger SV gegen den SV Werder Bremen entscheidet zum Saisonfinale 2005/06 darüber, welcher der beiden Konkurrenten direkt in die Champions League einzieht. Der HSV hat die bessere Ausgangsposition, liegt einen Punkt vorne. Ein Unentschieden würde also reichen.

Hamburg gibt trotzdem von Beginn an Gas und gerät nach einer knappen halben Stunde etwas überraschend durch ein Tor von Ivan Klasnic in Rückstand. Die Gastgeber geben sich nicht auf, sondern kommen zurück. Sergej Barbarez trifft in der 60. Minute zum Ausgleich. Der Ex-Bremer Ailton vergibt kurz darauf die Chance zur Führung und so kommt es, wie es kommen muss: Miroslav Klose erzielt das entscheidende 2:1 für Bremen (72.). Tim Borowski verschießt noch einen Elfmeter, trotzdem holt sich Bremen noch den zweiten Platz.

Saison 2000/01

Die Mutter aller Meisterschaftsentscheidungen erlebt die Bundesliga am 19. Mai 2001. Der FC Bayern München ist in der Pole Position auf den Titelgewinn, doch auch der FC Schalke 04 darf sich Hoffnungen machen. Nachdem S04 zunächst gegen die SpVgg Unterhaching in Rückstand gerät, können die Königsblauen das Spiel drehen und gewinnen mit 5:3.

Als dann Sergej Barbarez in der 90. Minute das 1:0 für den Hamburger SV gegen die Bayern erzielt, brechen alle Dämme. Schalker Fans stürmen im Parkstadion das Feld und starten die Feierlichkeiten, doch das Spiel in Hamburg ist nicht beendet. In der vierten Minute der Nachspielzeit bekommt der FCB einen indirekten Freistoß zugesprochen, den Patrik Andersson verwandelt. Das 1:1 reicht München zum Titel, in Gelsenkirchen wird getrauert.

Video: Anderssons Meisterschuss

Saison 1998/99

Eigentlich spricht alles dafür, dass der 1. FC Nürnberg die Klasse hält. Die Clubberer haben von den fünf Teams, die vor dem letzten Spieltag zittern müssen, die beste Ausgangsposition. Drei Punkte und eine um fünf Tore bessere Tordifferenz trennen den FCN von Eintracht Frankfurt, drei Teams liegen dazwischen.

Am letzten Spieltag nimmt das Drama seinen Lauf. Vier der fünf Abstiegskandidaten fahren Siege ein, nur Nürnberg verliert mit 1:2 in Freiburg. Die Frankfurter drehen nach der Pause gegen den 1. FC Kaiserslautern auf und in der 89. Minute schießt Jan-Aage Fjörtoft das entscheidende 5:1. Der Norweger wird zum Frankfurter Helden, Nürnberg steigt auf dramatische Art und Weise ab.