Am Ende waren die Fakten ausschlaggebend für die Trennung des VfL Wolfsburg von Cheftrainer und Geschäftsführer Armin Veh: Zwei Niederlagen zum Rückrundenauftakt mit sechs Gegentoren, zehn Punkte Rückstand auf einen Europacup-Platz.

"Wir hatten gehofft, dass wir gegen Köln den Bock umstoßen können. Aber aus der Art und Weise der Niederlage hat sich die Notwendigkeit ergeben, zu handeln", so Dieter Hoeneß, der Veh am Montagnachmittag über die Entscheidung des Aufsichtsrats informierte. Dem Manager fiel die Trennung nicht leicht. "Ich hätte mir die Situation anders gewünscht. Meine Arbeit war darauf ausgerichtet, mit Armin Veh erfolgreich zu sein. Er hat engagiert gearbeitet, aber der Erfolg hat gefehlt."

Köstner soll der Mannschaft "Sicherheit" geben

Bis auf weiteres arbeitet der Trainer der zweiten Mannschaft, Lorenz-Günther Köstner, mit den Profis. Hoeneß: "Er bringt die nötige Erfahrung mit, so eine Aufgabe zu übernehmen. Ich hoffe, dass er durch seine ruhige, aber auch konsequente Art der Mannschaft mehr Sicherheit geben kann. Je besser die Ergebnisse sind, umso mehr Zeit haben wir, in der Trainerfrage eine perspektivische Entscheidung zu treffen."

Köstner reiste gestern aus dem Trainingslager der zweiten Mannschaft am Gardasee ab und wird nach seiner offiziellen Vorstellung erstmals am heutigen Nachmittag (26. Januar) das Training leiten. Die Betreuung der Regionalligamannschaft übernimmt unterdessen Co-Trainer Alexander Strehmel.

"Die nächsten vier Spiele haben es in sich"

Die Entscheidung, sich von Armin Veh zu trennen, fiel auch mit Blick auf das anstehende Programm mit den Spielen beim Hamburger SV, gegen Bayern München, in Leverkusen und gegen Schalke. "Die nächsten vier Spiele haben es in sich. Wir hatten gehofft, dass wir durch einen Erfolg gegen Köln mit weniger Druck in diese Spiele hätten gehen können, aber so ist die Situation nicht leichter geworden. Die Entscheidung musste so getroffen werden - im Interesse des VfL, aber auch im Sinne von Armin Veh", sagte Hoeneß.

Für den Verein gehe es jetzt darum, wieder "Boden unter die Füße zu bekommen" (Hoeneß). "Wir wollen, von einer soliden Basis aus, die nächste Saison planen. Gleichwohl sind wir ehrgeizig genug, das Maximale in dieser Spielzeit noch erreichen zu wollen."