Annähernd 9.000 Fans von Borussia Dortmund verfolgten bei hochsommerlichen Temperaturen von über 35 Grad Celsius die erste Trainingseinheit der Saison 2008/09.

Sieben TV-Teams beobachteten das Treiben auf dem Rasen des Signal Iduna Park, rund 70 Bild- und Print-Journalisten studierten Bewegungsabläufe der Profis und die ersten Kommandos des neuen Cheftrainers Jürgen Klopp.

Fokus auf junge Spieler

"Das Interesse der Medien an Borussia Dortmund ist ungebrochen hoch. Das freut uns!", stellte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung, am frühen Nachmittag fest.

Das große Interesse an Borussia Dortmund - dokumentiert auch durch die hohe Zahl an verkauften Dauerkarten und überragende Interesse der Fans beim Trainingsauftakt - betrachten Geschäftsführung und Sportliche Leitung als Verpflichtung, ohne daraus ein konkretes Saisonziel abzuleiten.

"Wir wollen eine Mannschaft formieren, die Entwicklungspotenzial besitzt und setzen verstärkt auf jüngere, hochtalentierte Spieler", so Watzke mit Blick auf das Durchschnittsalter der acht Neuzugänge für den (erweiterten) Profikader, das bei 22 Jahren liegt.

Klopp: "Besser, erfolgreicher, konstanter"

Gleichzeitig warb der BVB-Chef "offensiv um Geduld" und erklärte: "Wir wollen dem Trainer die nötige Zeit geben, eine Mannschaft reifen zu lassen und wollen uns nicht von außen treiben lassen." Nach wie vor gelte aber das formulierte Ziel, bis 2011 zu Clubs wie dem Hamburger SV oder VfB Stuttgart aufzuschließen.

"Besser, erfolgreicher und konstanter", so Jürgen Klopp, soll Borussia Dortmund in der Spielzeit 2008/09 auftreten und dabei "den Fußball spielen, den die Leute sehen wollen". Stabiler in der Abwehr ("Wenn die Innenverteidiger ständig im Mittelpunkt stehen, ist im Defensivverhalten davor vieles falsch gelaufen"), gleichwohl mit der "großen Gier" antretend, "die in uns tobt."

Auf der Suche nach dem passenden System

Die Frage nach seinem favorisierten Spielsystem ließ der Fußballlehrer unbeantwortet. "Flache Vier", "Raute" oder 4-2-3-1 seien "ähnlich trainierbar".

In den fünfeinhalb Wochen bis zum Pokalspiel will er den Kader "zu einer Einheit formen" - und dabei auch das passende System finden, "wenn der Gegner den Ball hat".

Daran dann starr festzuhalten, wenn man selbst Akzente setzen will, hält er jedoch für falsch: "Dann wird der Fußball statisch, dann kann man nicht mehr kreativ sein."