Er ist der Schalker Spieler, der wie kaum ein Zweiter weiß, was dieses Spiel bedeutet: Gerald Asamaoh war schon oft beim Derby zwischen dem BVB und Schalke mittendrin statt nur dabei.

Auch vor dem 134. Ruhrpott-Schlager am Samstag lässt Asamoah keinen Zweifel an seinem Ziel: "Ich will aus Dortmund die drei Punkte mitnehmen!"

Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de lässt der Stürmer das Pokalspiel in Bochum Revue passieren, spricht über "heiße Dortmunder" und erklärt, warum Felix Magath immer für eine Überraschung gut ist.

bundesliga.de: Das Pokalspiel in Bochum war eine klare Angelegenheit...

Gerald Asamoah: Am Anfang haben wir uns ein bisschen schwer getan. Aber das frühe Tor kam uns sehr entgegen. Danach haben wir die Partie souverän über die Bühne gebracht, auch wenn die Bochumer kämpferisch sehr stark waren. Aber wir standen defensiv sehr kompakt und haben dann ruhig auf das zweite Tor hingearbeitet. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, da wir das Spiel weitgehend bestimmt haben.

bundesliga.de: Ihr Trainer Felix Magath wechselt immer wieder durch und schickt oft eine andere Startelf auf den Platz. Ist es für Sie auch spannend zu sehen, wer jeweils beginnen darf?

Asamoah:(lacht) Stimmt, der Trainer ist immer für eine Überraschung gut. Wenn man nicht damit rechnet, wechselt er durch und lässt sich etwas Neues einfallen. Er guckt im Training immer genau, wer Gas gibt. Und wenn man seine Chance dann im Spiel bekommt, muss man sie nutzen.

bundesliga.de: Sie selbst waren gegen Köln und Wolfsburg noch erste Wahl, saßen aber in Bochum nur auf der Bank…

Asamoah: Die Entscheidung des Trainers hängt immer auch ein bisschen von der Taktik und vom Spielsystem ab. Zuletzt haben wir zum Beispiel mit drei Stürmern gespielt und ich habe dabei die zentrale Rolle vorne vor zwei hängenden Spitzen übernommen. Gegen den VfL Bochum haben wir mit zwei Angreifern gespielt und der Trainer hat sich dabei neben Farfan für Altintop entschieden. Halil hat ein Tor gemacht, wir haben 3:0 gewonnen - also war alles richtig. Aber vielleicht sieht die Aufstellung am Samstag schon wieder anders aus.

bundesliga.de: Also sind Sie wieder dabei? Ein Derby ohne Asamoah ist kaum vorstellbar.

Asamoah: Natürlich möchte ich immer spielen, besonders im Derby gegen Dortmund. Aber entscheidend ist für mich, dass wir am Samstag eine Mannschaft auf dem Platz haben, die das Spiel gewinnt!

bundesliga.de: Ihr Co-Trainer Seppo Eichkorn hat nach dem Pokalsieg fröhlich gefordert, jetzt dürfte es gerne noch einmal das gleiche Ergebnis gegen die "Schwarz-Gelben" sein.

Asamoah:(lacht) Ach, es muss ja nicht unbedingt ein 3:0 sein. Wenn wir am Ende nur mit einem Tor gewinnen, dann soll es mir auch recht sein. Ich will einfach aus Dortmund die drei Punkte mitnehmen!

bundesliga.de: Hat das Derby gegen den BVB tatsächlich so einen hohen Stellenwert?

Asamoah: Ich habe die Derbys jetzt viele Jahre lang mitgemacht, es gab immer sehr viele Emotionen - auf den Rängen und auf dem Platz. Die Partie ist tatsächlich für einen Schalker jedes Mal etwas Besonderes. Und wir wissen, dass unsere Fans sich nichts sehnlicher wünschen als einen Derbysieg.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie den Gegner zurzeit ein?

Asamoah: Am Samstag werden die Dortmunder richtig heiß sein. Sie werden alles daran setzen, nach dem nicht so gelungenen Saisonstart wieder aus dem Tabellenkeller herauszukommen. Auf der anderen Seite können wir mit einem Sieg etwas dafür tun, uns oben in der Tabelle festzusetzen. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit.

bundesliga.de: Erwarten Sie ein schwereres Spiel als in Bochum?

Asamoah: Auf jeden Fall, auch wenn wir in den letzten Jahren gegen Dortmund eigentlich immer ganz gut ausgesehen haben. Allerdings haben wir im letzten Jahr nach einer 3:0-Führung sogar noch drei Tore hinnehmen müssen. Das sollte Warnung genug sein. Wir wissen, dass es dort nicht einfach wird. Aber wenn wir so kompakt auftreten wie gegen Bochum und wieder clever spielen, dann gewinnen wir auch!

bundesliga.de: In der Schalker Mannschaft stehen eine ganze Reihe junger Spieler wie Kenia, Schmitz oder Moritz. Müssen Sie ihnen bis Samstag noch erklären, worum es im Derby geht?

Asamoah: Die wissen alle schon, was das Derby für einen Schalker bedeutet. Wer als Spieler zu uns kommt, der weiß, dass er zweimal im Jahr gegen Dortmund alles geben und am besten gewinnen muss. Wenn die Jungs auf mich zukommen, kann ich ihnen davon einiges erzählen. Aber sie werden in den nächsten Tagen sicher auch so noch mitbekommen, was rund um das Derby los ist und welche Bedeutung es für beide Vereine und vor allem für die Fans hat.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte