Köln - Die aktuelle Flüchtlingssituation berührt Deutschland. Viele Bürger engagieren sich in Hilfsprojekten - und auch die Bundesliga hilft.

Solidarität geht weiter

"Leben ist mehr als Fußball", meint auch FC-Bayern-Juwel Sinan Kurt - und besucht das Flüchtlingscamp in München.

Wölfe laden ein

Der VfL Wolfsburg engagiert sich für die Flüchtlinge in der Region Wolfsburg. So hat der Fußball-Bundesligist alle, rund 1.200, in Wolfsburg lebenden Flüchtlinge zum Heimspiel in der UEFA Champions League gegen den PFC CSKA Moskva, am 15. September in die Volkswagen Arena eingeladen, um ihnen einen schönen Abend mit internationalem Spitzenfußball zu bieten. Darüber hinaus werden die Wölfe einen Euro pro verkaufter Eintrittskarte an Flüchtlingsprojekte in der Region spenden. Damit folgt der VfL Wolfsburg dem Aufruf des portugiesischen Champions League-Starters FC Porto an alle Champions League- und Europa League-Teilnehmer, sich für Flüchtlinge einzusetzen.

Fortuna bietet Fußball-Training für Flüchtlinge an

Ab sofort bietet Fortuna Düsseldorf, in enger Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative „STAY!“, den in Düsseldorf untergebrachten Flüchtlingen die Möglichkeit, kostenlos und unverbindlich an einem wöchentlichen Fußball-Training teilzunehmen. Vor der Einheit am gestrigen Donnerstag wurden die Kinder und Jugendlichen darüber hinaus mit Trainingskleidung der Fortuna ausgestattet.

© Christof Wolff

Mit den Trainingsmöglichkeiten möchte die Fortuna den Asylsuchenden in der Landeshauptstadt eine Abwechslung zum Alltag in ihren Flüchtlingsunterkünften ermöglichen. Trainiert wird in zwei Gruppen à 60 Minuten. Die erste Gruppe besteht aus Flüchtlingskindern im Alter von 12-14 Jahren, während in der zweiten Gruppe Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren trainieren.

Königsblaues Teamwork

Nach der starken Kampagne #Stehtauf, wenn ihr Menschen seid! beweist der FC Schalke 04 weiterhin Solidarität für Flüchtlinge.

Gemeinsam ein Zeichen setzen

Fortuna Düsseldorf bietet Training für Flüchtlinge

Am Donnerstag, 10. September, bietet die Fortuna, in enger Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative "STAY!“, den in Düsseldorf untergebrachten Flüchtlingen bereits zum dritten Mal die Möglichkeit, kostenlos und unverbindlich an einem wöchentlichen Fußball-Training teilzunehmen.

Die Einheiten finden auf einem der Plätze am Nachwuchsleistungszentrum Flinger Broich statt. Geleitet werden die Trainingseinheiten von verschiedenen Trainern von Fortunas NLZ. Mit den Trainingsmöglichkeiten möchte die Fortuna den Asylsuchenden in der Landeshauptstadt eine Abwechslung zum Alltag in ihren Flüchtlingsunterkünften ermöglichen.

Internationale Initiative

Auch Bayer 04 Leverkusen schließt sich der Initiative vom FC Porto an. Der portugiesische Spitzenclub hat in einem offenen Brief zu einer gemeinsamen Spendenaktion aufgerufen. Borussia Mönchengladbach hatte vor einigen Tagen die Teilnahme an der Aktion bekannt gegeben.

Martinez und Götze rufen zu Solidarität auf

Am Dienstagvormittag richten die beiden Bayern-Profis Javi Martinez und Mario Götze auf Twitter jeweils einen Appell an ihre Follower. Der Spanier kündigt dabei wieder seine tatkräftige Hilfe für am Münchner Hauptbahnhof ankommende Flüchtlinge an.

Dank an die Helfer

Borussia Dortmund und die BVB-Stiftung "leuchte auf" bedanken sich bei den freiwilligen Helfern. Sie verteilten in einer Dortmunder Flüchtlingsunterkunft Geschenke an die Menschen, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge einsetzen.

"Willkommen im Fußball"

Die Bundesliga-Stiftung setzt sich mit dem Projekt "Willkommen im Fußball" für Flüchtlinge und Integration ein. Am Tag der offenen Tür im Bundeskanzleramt diskutierte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz gemeinsam mit Hertha-Spieler Änis Ben-Hatira und Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung, über Sport als Mittel zur Integration – und auch über die aktuelle Flüchtlingssituation.

Das Integrationsprogramm in Trägerschaft der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ermöglicht jungen Geflüchteten durch niedrigschwellige Angebote den Zugang zu Sport und erleichtert den Einstieg in den organisierten Vereinsfußball. Besonders motivierend wirkt dabei die enge Verzahnung mit dem Profifußball, mit Clubs und Spielern wie beispielsweise Änis Ben-Hatira. Der Hertha-Stürmer hat  selbst auch schon Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge besucht und kennt sich als "großer Bruder" des Berliner Projekts MitternachtsSport im Bereich Integration durch Sport aus. "Es ist gut zu sehen, dass sich die jungen, prominenten Spieler für Flüchtlinge einsetzten. Sie sind große Vorbilder für Kinder und Jugendliche", betonte die Staatsministerin.

"Wir spüren auch ein großes Bedürfnis der Clubs, sich mit ihren Möglichkeiten für Geflüchtete einzusetzen", berichtet Stefan Kiefer. "Viele haben beispielsweise Heimspielbesuche für größere Flüchtlingsgruppen, Spendensammlungen oder  offene Trainingsangebote organisiert. Dieses gesellschaftliche Engagement des Profifußballs wollen wir gemeinsam ausbauen und unsere Kräfte bündeln" - "Willkommen im Fußball" ist ein gutes Beispiel dafür.

Trainingscamps und -besuche

Der FC Bayern München will den Flüchtlingskindern vor Ort helfen. Zusammen mit der Stadt München soll ein Trainingscamp ins Leben gerufen werden. Die Kinder sollen in einem festgelegten Rhythmus Sport treiben, bekommen Deutschunterricht und Mahlzeiten. Zudem werden sie mit einer Fußballausrüstung ausgestattet.

"Der FC Bayern sieht es als seine gesellschaftspolitische Verantwortung, den geflohenen, notleidenden Kindern, Frauen und Männern zu helfen, sie zu unterstützen und sie in Deutschland zu begleiten", sagt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München.

Probetraining bei den Amateuren

Auch viele andere Bundesliga-Clubs laden Flüchtlinge zum Training ein. Beim VfL Wolfsburg dürfen Flüchtlinge beispielsweise im Rahmen der "Vielfaltswochen" die Mannschaft im Training aufs Feld begleiten, der VfB Stuttgart bietet spezielles Fußballtraining für Geflohene an, Werder Bremen hat im Rahmen des Projektes "Belib am Ball" in verschiedenen Stadteilen ein offenes Fußballtraining ins Leben gerufen und Hannover 96 lud zwei Flüchtlinge (ehemalige Fußballspieler in ihren jeweiligen Heimatländern) zu einem Probetraining in der Amateurmannschaft ein.

Zu Gast im Stadion

Um Flüchtlingen ein wenig Abwechslung vom meist tristen Alltag zu bieten, laden viele Clubs Menschen ins Stadion ein. So finanzierte die BVB-Stiftung "leuchte auf" ein Fahrzeug für ein Flüchtlingsheim, eine Gruppe von Flüchtlingen wurde in der Europa League gegen Odds BK zu einem Heimspiel ins Stadion eingeladen. Das Testspiel von Borussia Dortmund am Dienstag beim FC St. Pauli steht unter dem Motto "Refugees Welcome". Eingeladen werden 1000 geflüchtete Menschen.

Der 1. FSV Mainz 05 lud bereits zum letzten Heimspiel gegen Hannover 96 rund 200 Geflohene aus der Umgebung ein, beim nächsten Heimspiel am 18. September sollen es rund 400 werden. Ähnliche Aktionen haben die TSG Hoffenheim, Hertha BSC, der FC Augsburg oder auch Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen schon durchgeführt oder planen sie derzeit. Beim FCA werden zudem Personen im Stadion geehrt, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen. Bayer Leverkusen lässt Flüchtlingskinder mit den Profis zusammen ins Stadion einlaufen, gleiches ist beim nächsten Heimspiel des FC Bayern geplant.

Ausrüstung wird verteilt

Hannover 96 spendete einen kompletten Satz Trikots und Bälle an eine Flüchtlingsinitiative. "Wir wollen damit unseren Beitrag leisten und diese Flüchtlinge unterstützen, damit sie selbst aktiv Fußball spielen können", erklärt Vereinspräsident Martin Kind. Ähnliche Aktionen führten auch der FC Bayern (verteilte Trainingsanzüge, Jacken und Pullover zusammen mit Sponsor adidas an 250 Flüchtlinge) oder der VfB Stuttgart (Initiator des Projekts "Fußball verbindet – eine Initiative für Flüchtlinge", die Flüchtlingskinder mit Trainingsausrüstung ausstattet) durch.

Auch Eintracht Frankfurt engagiert sich in diesem Bereich. Die SGE unterstützt eine Aktion der Clublegenden Charly Körbel und Oka Nikolov, die einem Flüchtlingsheim 100 Trikots überreichten. Eine ähnliche Aktion führten die Frankfurter bereits vergangene Saison durch.

Spenden und andere Aktionen

Natürlich öffnen die Bundesliga-Clubs auch ihre Geldbörsen für Flüchtlinge. So möchte der FC Bayern aus den Einnahmen eines Freundschaftsspiel insgesamt eine Million Euro spenden, Mainz 05 spendete 14.000 Euro an den Flüchtlingsrat und der SV Darmstadt 98 ruft vor jedem Heimspiel am Stadion zu Spenden auf, will außerdem bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen helfen.

Der 1. FC Köln spendete zu Weihnachten 5000 Euro an den Kölner Flüchtlingsrat, der HSV stellte einen Stadionparkplatz für 1.300 Geflohene zur Verfügung und in Mainz besuchten erst an diesem Donnerstag 15 junge Geflohene das Sommerfest der "05er Youngster". Überraschungsgäste waren an dem Abend insgesamt sieben Spieler aus dem 05er Profikader, die beim Sommerfest vorbeischauten und gemeinsam mit den jungen Geflohenen kickten. Unter anderem Niko Bungert, wie auf dem Foto unten zu sehen.

Borussia Mönchengladbach wird beim ersten Heimspiel der Champions League am 30. September einen Euro pro verkauftem Ticket für die Flüchtlingshilfe spenden. Damit folgt der Club einem Aufruf des FC Porto: Der portugisische Topclub hatte in einem offenen Brief an die UEFA alle 32 Clubs der Champions League zu dieser gemeinsamen Spendenaktion aufgerufen. Unter dem Motto "Lasst uns für die Flüchtlinge spielen" will auch die Borussia ihren Teil beitragen. Der Borussia-Park wird für die Begegnung gegen Manchester City ausverkauft sein, demnach spendet der Club eine Summe von rund 46.000 Euro.

Auch die Spieler setzen sich ein

So zum Beispiel Javi Martínez vom FC Bayern, der zusammen mit der Münchener Polizei die Menschen am Münchener Hauptbahnhof traf. Oder auch Rene Adler vom Hamburger SV und Lasse Sobiech vom Lokalrivalen FC St. Pauli.

Unter dem Motto "Spende eine Nacht" steht die Aktion des gemeinnützigen Vereins "More than Shelters", auf die die beiden Hamburger Profis aufmerksam machen wollen. Der HSV-Torhüter und der Abwehrspieler des FC St. Pauli suchten dafür ein Hotel in Hamburg auf, in dem seit einigen Tagen ein modulares Zelt für die humanitäre Nothilfe auf der Terrasse aufgebaut ist. Sie tauschten sich mit Flüchtlingen aus und musizierten gemeinsam mit ihnen.

#STEHTAUF

Schalke 04 macht mit einem Video auf die aktuelle Situation aufmerksam. Unter dem Slogan #stehtauf, wenn ihr Menschen seid! positioniert sich der Club klar gegen Fremdenhass. Alles zu der Aktion, das Video und die Reaktionen gibt es hier.