Köln - Der Herbst kann kommen! Die Blätter an den Bäumen beginnen langsam sich zu verfärben und die Temperaturen werden wieder kühler, doch in den Bundesliga-Stadien wird es heiß! Fünf Spieltage stehen in den nächsten 24 Tagen auf dem Programm (zum Spielplan), zudem starten in Europa die englischen Wochen. Anfang Oktober wird sich dann herauskristallisiert haben, wohin die Reise der Bundesligisten in dieser Saison gehen könnte. bundesliga.de beantwortet die sechs heißesten Fragen zum Herbst:

1. Kann Bayer Leverkusen die Form halten?

Bayer Leverkusen grüßt nach zwei Spieltagen völlig zu Recht von der Tabellenspitze. Mit erfrischendem Offensivfußball und enormer Laufbereitschaft hat sich die Mannschaft von Neu-Coach Roger Schmidt bereits jetzt mächtig Respekt erarbeitet. Da muss auch ein ehemaliger Bayern-Goalgetter anerkennend den Hut ziehen. "Die ersten Spieltage habe ich in Brasilien verfolgt und ich muss sagen, dass der Angriffsfußball von Leverkusen mir sehr gefallen hat", schwärmte Giovane Elber in Hamburg beim ’Tag der Legenden’.

Schon in der vergangenen Saison wusste die ’Werkself’ im Herbst vollends zu überzeugen, sammelte an den Spieltagen 3 bis 7 satte zwölf Punkte. Nur der FC Bayern und Borussia Dortmund holten einen Zähler mehr. Am Ende stand die zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte - nur 2001/02 war man erfolgreicher. Und wenn Roger Schmidt in diesen Tagen von seiner Mannschaft schwärmt, muss das für die Konkurrenz klingen wie eine Drohung. “Die Jungs machen schon eine ganze Menge richtig, aber wir sind noch lange nicht am Ende unserer Entwicklung.“

2. Wie schlägt sich Dortmund ohne Marco Reus?

“Die Stimmung war Sonntagabend direkt auf dem Nullpunkt", kommentierte BVB-Trainer Jürgen Klopp die erneut in einem Länderspiel erlittene Blessur seines Leistungsträgers. Aber Klopp wäre nicht Klopp, wenn er sich nicht sofort wieder optimistisch zeigen würde. "Es hätte auch noch schlimmer kommen können. Vier Wochen gehen schnell rum, wir müssen jetzt einfach ohne ihn funktionieren und punkten."

Und dass der BVB auch ohne Reus ziemlich ordentlich funktioniert, beweist ein Blick auf die Statistik. Seit seinem Wechsel aus Gladbach im Jahr 2012 verpasste er sechs Bundesligapartien von denen die Borussia fünf für sich entscheiden konnte. In den sechs Spielen lief vor allem die Tormaschinerie auf Hochtouren. 19 Mal klingelte es im gegnerischen Gehäuse. Das macht einen Schnitt von über drei pro Begegnung. Nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Zudem hat Klopp mit Rückkehrer Shinji Kagawa eine neue Option im offensiven Mittelfeld.

3. Wie integrieren sich die Last-Minute-Neuzugänge beim FC Bayern?

Xabi Alonso kam, spielte und überragte. Ohne ein einziges Mannschaftstraining absolviert zu haben, schaffte es der Spanier in die Startelf beim 1:1 auf Schalke. Und was die Verantwortlichen der Bayern zu sehen bekamen, dürfte eine Genugtuung gewesen sein. Mit ruhiger Hand agierte Alonso von der ersten Sekunde an als Taktgeber im Mittelfeld. Er war sich für keinen Zweikampf zu Schade und wurde auch mal laut, wenn es sein musste.

Etwas mehr Eingewöhnungszeit wird Innenverteidiger Medhi Benatia brauchen. Der Marokkaner konnte in seiner ersten Woche an der Säbener Straße wegen leichter muskulärer Probleme nur individuell arbeiten. Fußballerisch eilt dem 27-Jährigen jedoch ein guter Ruf voraus. Beim AS Rom machte er sich vergangene Saison einen Namen als zweikampfstarker Abwehrspieler, der technisch gut ausgebildet ist und über die notwendige Härte und Kompromisslosigkeit in den direkten Duellen verfügt. Damit Benatia seine Fähigkeiten abrufen kann, muss er schnellstmöglich ins Team integriert werden – auf und neben dem Platz, wo er in den ersten Tagen noch etwas verloren wirkte.

Thomas Ziemann

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