Als ebenso tougher wie technisch beschlagener Abwehrspieler trat Thomas Berthold stolze drei Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft an. 1990 trug er seinen Teil zum Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft bei.

Für bundesliga.de nimmt die einstige Defensivkraft von Eintracht Frankfurt, AS Rom, Bayern München und VfB Stuttgart das Abwehrpersonal der Bundesliga unter die Lupe. Hier sind seine Favoriten:

1. Philipp Lahm (FC Bayern München): Philipp ist zurzeit der mit Abstand beste deutsche Abwehrspieler. Er ist der einzige Verteidiger, der international auch mit den Topmannschaften problemlos mithalten kann. Und dabei spielt er auf der "falschen" Seite.

2. Lucio (FC Bayern München): In Normalform und wenn er sich an das taktische Konzept des Trainers hält, ist Lucio einer der besten Innenverteidiger der Welt. Er ist enorm Kopfball- und Zweikampfstark. Und er kann bei seinen Vorstößen auch Tore machen.

3. Naldo (SV Werder Bremen): Der Brasilianer hat auch international bewiesen, dass er mitspielen kann. Er hat ein sehr gutes Stellungsspiel, ist technisch beschlagen und agiert souverän. Ein enorm wichtiger Rückhalt für Werder.

4. Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg): Dynamisch, technisch gut, schnell, schlägt gute Flanken – Marcel kann auf der linken Seite offensiv wie defensiv Akzente setzen. Und gute Linksfüße haben wir ja leider nicht so viele.

5. Josip Simunic (früher Hertha BSC Berlin, jetzt 1899 Hoffenheim): Er ist unheimlich stark im Zweikampf, auch in der Luft. Nicht umsonst hat die Hertha in der Saison 2008/09 so wenige Gegentore kassiert. Er hält die Abwehr der Berliner zusammen.

6. Heiko Westermann (FC Schalke 04):Westermann hat sich sensationell entwickelt. Er ist schnell, Zweikampfstark und für einen Defensivspieler enorm torgefährlich. Allerdings muss er an seiner Technik noch arbeiten.

7. Per Mertesacker (SV Werder Bremen): Er bildet mit Naldo eigentlich das beste Innenverteidiger-Duo der Liga, auch wenn Werder unheimlich viele Tore kassiert hat. Per hat für sein Alter schon sehr viel internationale Erfahrung und hat bewiesen, dass er auch gegen starke Gegner mithalten kann.

8. Serdar Tasci (VfB Stuttgart): Serdar ist sicherlich der Defensivspieler in Deutschland, der in der Saison 2008/09 den größten Sprung gemacht hat. Er hat ein gutes Stellungsspiel und eine tolle Technik. Ein wenig muss er noch seine Athletik und sein Zweikampfverhalten verbessern.

9. Pedro Geromel (1. FC Köln): Der Brasilianer besticht durch seine tolle Technik und seine unheimlich gute Spieleröffnung. Viele so gute Innenverteidiger, die auch noch Fußball spielen können, sieht man in der Bundesliga nicht.

10. Henrique (Bayer 04 Leverkusen): Ein interessanter Spieler mit einem unglaublich großen Potenzial. Sehr dynamisch mit viel Drang nach vorne, dazu souverän im Zweikampf und auch noch stark am Ball.


Thomas Berthold spielte von 1982 bis 2000 insgesamt 332 Mal für Eintracht Frankfurt, Bayern München und den VfB Stuttgart in der Bundesliga, erzielte 22 Tore. Zwischendurch war er von 1987 bis 1991 jeweils zwei Jahre bei Hellas Verona und dem AS Rom in Italien aktiv. Er gewann mit Stuttgart den DFB-Pokal 1997 und stand 1998 im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Mit Rom erreichte er 1991 das Enspiel des Uefa-Cups. Außerdem bestritt Berthold 62 Länderspiele für Deutschland (1 Tor). Er wurde 1986 Vize- und 1990 Weltmeister.