Gelsenkirchen - Typisch Schalke: Innerhalb von einer Woche gab es mal wieder das komplette Wechselbad der Gefühle. "Auf Schalke ist immer ein bisschen Stress. Das macht Schalke aber auch so schön", sagte Klaas-Jan Huntelaar nach dem deutlichen 4:1-Sieg gegen Mainz, bei dem er als dreifacher Torschütze sowie als Vorbereiter des vierten Treffers glänzte.

Vorausgegangen waren der perfekten Wiedergutmachung das 0:5-Blamage gegen Chelsea und der 3:2-Arbeitssieg gegen Wolfsburg.

Di Matteo: "Ein Sieg der Gruppe"

"Wir haben das Debakel gegen Chelsea in der Woche aufgearbeitet und das Kapitel geschlossen. Wir sind dort nach nur 90 Sekunden einem Rückstand hinterhergelaufen und haben einiges falsch gemacht. Gegen Mainz waren wir von der ersten Minute absolut dominant und sind verdient in Führung gegangen", freute sich Manager Horst Heldt über die Leistungssteigerung seiner Mannschaft. Zudem "standen die Fans wie eine Wand hinter uns", freute sich Youngster Max Meyer (eine Torvorlage)  über die Unterstützung von den Rängen.

Dass die Stimmung auf Schalke innerhalb weniger Tage in beide Richtungen komplett kippen kann, ist hinlänglich bekannt. Wichtig sei es laut Abwehrspieler Christian Fuchs gewesen, eine Reaktion zu zeigen. "Das ist uns gut geglückt. Vielleicht hat Mainz nach dem Chelsea-Spiel auch nicht mit einem so selbstbewussten Auftritt von uns gerechnet. Wir haben an die gute Leistung vom Spiel gegen Wolfsburg angeknüpft und drei wichtige Punkte eingefahren", zeigte sich der Österreicher zufrieden.

Ebenso wie Trainer Roberto Di Matteo, der eine "sehr gute Mannschaftsleistung" gesehen hatte. "Das war ein Sieg der Gruppe und die beste Reaktion, die man nach der Niederlage gegen Chelsea erwarten konnte", so der Italo-Schweizer.

Auswärtserfolg beim eigenen Jahrhunderttrainer?

Schalke hat in dieser Saison nach zuvor einem Remis und drei Niederlagen erstmals ein Bundesliga-Spiel direkt nach einem Match in der Königsklasse gewonnen. "Ich denke, dass wir den Schalter nun umgelegt haben", sagte Vereins-Boss Clemens Tönnies in der Hoffnung, dass sich die Mannschaft, die zwar alle Heimspiele unter ihrem neuen Coach gewonnen hat, seit dem 5. Spieltag aber auswärts ohne Punkt ist, demnächst auch auf fremdem Platz wieder belohnt.

Die Möglichkeit dazu bietet sich am kommenden Spieltag in Stuttgart, wo ausgerechnet Huub Stevens wieder das Kommando übernommen hat. Schalkes Jahrhunderttrainer hatte die Schwaben vor einer Woche von seinem Nachfolger Armin Veh wieder übernommen und auf Anhieb zum ersten Sieg (4:1 in Freiburg) geführt.     

Siege gegen Stimmungsschwankungen

"Manchmal ist es auch Kopfsache. Wir müssen weiter hart arbeiten, um Konstanz reinzukriegen. Am nächsten Spieltag müssen wir wieder eine neue Aufgabe annehmen und ein anderes Auswärtsgesicht zeigen. Es wird Zeit, in Stuttgart dreifach zu punkten", fordert Eric Maxim Choupo-Moting, der die Frage nach den Leistungsschwankungen auch nicht so recht beantworten konnte.

"Antworten gibt man am besten auf dem Platz", hatte Kapitän Benedikt Höwedes nach dem Erfolg gegen Mainz treffend via Twitter verkündet. Auf Schalke immer noch das beste Mittel gegen Stimmungsschwankungen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann