Monatelang übte sich Bayern München in Bescheidenheit, jetzt ist beim deutschen Rekordmeister nach fünf Pflichtspielsiegen in Serie das berühmte "Mia-san-mia"-Gefühl zurückgekehrt.

"Bayern München ist Erfolg. Das ist kein 2. Platz in der Bundesliga. Das sind Titel. Wir wollen immer die Nummer 1 sein", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger in einem "Bild"-Interview.

Club und Trainer finden immer besser zusammen

Zum Abschluss der Vorrunde könnte der FC Bayern am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) mit einem Sieg gegen Hertha BSC und bei gleichzeitigen Ausrutschern von Bayer Leverkusen und Schalke 04 erstmals seit 51 Spieltagen oder 19 Monaten wieder die Spitzenposition einnehmen. Zuletzt waren die Bayern am 17. Mai 2008, dem letzten Spieltag der Saison 2007/2008, Tabellenführer gewesen und unter Trainer Ottmar Hitzfeld Deutscher Meister geworden.

"Das wäre ein schönes Gefühl, aber nicht das Entscheidende", sagte Nerlinger dazu. Wichtig sei vielmehr die Entwicklung der Mannschaft, die ihn "sehr optimistisch" stimme: "Spätestens wenn Franck Ribery zurückkommt und Arjen Robben sich stabilisiert hat, wird es wieder großen Spaß machen, dem FC Bayern zuzuschauen." Man sei auf einem "sehr guten Weg", die Philosophie des neuen Trainers Louis van Gaal und die des FC Bayern zusammenzuführen.

"Es geht mir gut"

Apropos Ribery-Rückkehr: Der französische Dribbelstar steht aller Voraussicht nach kurz vor seinem Comeback. "Es geht mir gut", berichtete der Franzose, der hofft, gegen Hertha BSC nach zwei Monaten Verletzungspause wieder zum Kader zu gehören. "Das fehlt mir sehr", sagte er, "wenn ich in der Allianz Arena vor unseren Fans auf den Rasen zurückkehren und 20 Minuten spielen könnte, wäre ich sehr glücklich."

Eine langwierige Entzündung der Patellasehne im linken Knie hatte Ribery in der Hinrunde arg zu schaffen gemacht. Zumeist musste er die Spiele seiner Mannschaft von der Tribüne aus verfolgen. Nur fünf Mal fand man seinen Namen bislang in der Startelf des Rekordmeisters. Das letzte Mal war er am 3. Oktober beim Heimspiel gegen Köln am Ball. "Es waren sehr harte Monate für mich", bekannte Ribery gegenüber fcbayern.de.

Van Gaal macht Ribery Hoffnung

Am Mittwoch soll der 26-Jährige den nächsten Schritt Richtung Comeback machen und ins Mannschaftstraining zurückkehren. Bis er nach seiner langen Zwangspause wieder bei 100 Prozent ist, wird es freilich noch dauern. "Ich weiß, dass ich noch ein paar Trainingseinheiten brauche", ist sich Ribery dessen auch bewusst.

Gegen die Hertha hofft er dennoch auf einen Einsatz - auch wenn es nur ein recht kurzzeitiger wäre. Van Gaal stellte ihm diesen bereits in Aussicht: "Ich denke, dass Ribery vielleicht einige Minuten eingewechselt werden kann."

Für Ribery und die Bayern-Fans wäre es wie ein kleines Geschenk - und Weihnachten steht doch schließlich vor der Tür...