Hasan Salihamidzic kam in dieser Saison verletzungsbedingt erst zu acht Liga-Spielen
Hasan Salihamidzic kam in dieser Saison verletzungsbedingt erst zu acht Liga-Spielen

"Die Bayern müssen höllisch aufpassen"

Noch am Samstag war Hasan Salihamidzic mit Juventus Turin beim AC Florenz zu Gast. Die "Alte Dame" Juve entführte beim 2:1 die Punkte aus dem Artemio-Franchi-Stadion.

Salihamidzic kam zwar nicht zum Einsatz, zeigte sich aber dennoch beeindruckt von den Hausherren. "In meinen Augen ist die ganze Offensive sehr stark besetzt", erklärte "Brazzo", der 234 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern absolvierte, im bundesliga.de-Interview.

Vor der Partie seines Ex-Clubs in Florenz deckt der Bosnier aber auch die Schwächen der "Viola" auf, nennt einen möglicherweise entscheidenden Vorteil und gibt einen Ausblick aufs Spiel.

bundesliga.de: Herr Salihamidzic, Glückwunsch nachträglich zum Sieg in Florenz. Auch wenn Sie nicht zum Einsatz kamen, wie schätzen Sie die Form der "Viola" ein?

Hasan Salihamidzic: Florenz ist vor heimischem Publikum sehr spielstark. Sie attackieren früh, setzen den Gegner unter Druck und versuchen, dieses Tempo lange zu halten. Aber das gelingt ihnen nicht über 90 Minuten, und das haben wir ausgenutzt.

bundesliga.de: Wo liegen die Stärken der Florentiner?

Salihamidzic: In meinen Augen ist die ganze Offensive sehr stark besetzt. Die Florentiner ziehen für gewöhnlich ein schnelles Kurzpass-Spiel auf und setzen die Außen gut ein. Aber mit Jovetic haben sie einen sehr starken Spieler, der auch durch die Mitte für viel Gefahr sorgt. Aus dem Mittelfeld spielt Zanetti kluge Pässe, genau wie Montolivo. Vargas macht über die linke Seite eine Menge Druck. Gilardino ist, auch wenn er zuletzt nur einmal getroffen hat, immer brandgefährlich. Er veranstaltet ein ordentliches Theater und bindet die Innenverteidiger - ein sehr unangenehmer Stürmer.

bundesliga.de: Und die Schwächen?

Salihamidzic: Florenz ist ganz klar in der Abwehr zu packen. Dabei ist unerheblich, wen Trainer Prandelli aufstellt. Auch wenn die Außenverteidiger noch recht sicher stehen, so ist Florenz in der Innenverteidigung anfällig. Das liegt auch daran, dass das Mittelfeld öfter mal die Defensivaufgaben vernachlässigt.

bundesliga.de: Kann der Heimvorteil entscheidend sein?

Salihamidzic: Das Stadion ist ein kleiner Hexenkessel. Die Fans machen richtig Stimmung und feuern ihre Mannschaft an - da wird es brennen. Das ist für die Mannschaft wie ein zwölfter Mann. Es ist ein hartes Brot, in Florenz anzutreten.

bundesliga.de: Zieht der FC Bayern denn ins Viertelfinale ein?

Salihamidzic: Ich würde es den Jungs gönnen, auf jeden Fall. Sie haben durch das 2:1 zwar ein Polster aus dem Hinspiel, aber darauf sollten sie sich nicht verlassen. Denn in Florenz kann es ganz schnell gehen, und man gerät ins Hintertreffen. Die Bayern müssen höllisch aufpassen.

Das Gespräch führte Michael Reis