Stefan Beinlich, der Spieler mit den meisten Einsatz-Minuten in der Historie des Premiere-Ligapokals, blickt bei bundesliga.de auf einige Highlights zurück.

Der heutige Rostocker gewann in seiner Karriere drei Mal den Premiere-Ligapokal. Zwei Mal mit Hertha BSC Berlin (2001 und 2002) sowie einmal mit dem Hamburger SV.

Im Interview mit bundesliga.de blickt Beinlich zurück und wagt eine Prognose auf den diesjährigen Wettbewerb.

bundesliga.de: Herr Beinlich, können Sie sich denken, warum bundesliga.de vor dem Premiere-Ligapokal ausgerechnet mit Ihnen ein Interview führen möchte?

Stefan Beinlich: Ich habe den Pott drei Mal gewonnen, das ist einzigartig (lacht).

bundesliga.de: Falsch. Mehmet Scholl und Oliver Kahn haben den Premiere-Ligapokal schon fünf Mal gewonnen. Dafür sind Sie aber der Spieler mit den meisten Einsatzminuten - 1133 an der Zahl.

Beinlich: Gar nicht schlecht...

bundesliga.de: Welche Erinnerungen haben Sie denn an diese vielen Einsatzminuten?

Beinlich: Ich glaube, das waren für die Vorbereitung immer ganz schöne und interessante Spiele. So konnte man schauen, wo man schon steht. Das Entscheidende ist jedoch, wenn die Bundesliga losgeht. Dennoch will keiner ein Spiel verlieren und am liebsten den Wettbewerb gewinnen.

bundesliga.de: Was macht den Premiere-Ligapokal aus?

Beinlich: Wie gesagt, es ist in erster Linie für die teilnehmenden Mannschaften ein guter Gradmesser um zu sehen, wo man so kurz vor Saisonbeginn steht. Und vor allem ist es für die Zuschauer attraktiv. Gerade weil ja auch in Städten wie Düsseldorf oder Leipzig gespielt wird, wo ja der Erstliga-Fußball nicht rollt.

bundesliga.de: Zurück in die Vergangenheit: Haben Sie irgendein Spiel beim Premiere-Ligapokal in besonderer Erinnerung?

Beinlich: Ich habe noch an viele Spiele Erinnerungen. Gerade wenn ich gegen Bayern gespielt habe, egal ob mit Leverkusen, Hertha oder dem HSV - dann waren das immer Highlights. Die Bayern möchte man immer packen. Auch die beiden Endspiele mit Hertha, die wir 2001 und 2002 jeweils gegen Schalke gewonnen haben. Oder 2003 mit dem HSV, das Finale gegen Borussia Dortmund…

bundesliga.de: ... in dem Sie mit dem entscheidenden Treffer zum 4:2 den Schlusspunkt setzten...

Beinlich: (lacht) Ja, das war ich ausnahmsweise. Das Schöne war außerdem, dass die Stadien meistens ausverkauft waren. Man hat also schon in der Vorbereitung vor sehr, sehr vielen Zuschauern gespielt. Es war immer eine sehr gute und auch etwas lockerere Atmosphäre, als man aus der Bundesliga gewöhnt ist.

bundesliga.de: Kann man aus den Leistungen und dem Abschneiden beim Premiere-Ligapokal Rückschlüsse auf den Saisonstart in der Bundesliga ziehen?

Beinlich: Das wäre schön gewesen, aber die drei Mal bei denen ich den Titel gewonnen habe, hatten meine Teams jeweils einen sehr schlechten Saisonstart. Zwei Mal Hertha, einmal der HSV. Da Rückschlüsse zu ziehen ist schwierig. Oder wir haben einfach immer die falschen Rückschlüsse gezogen und dachten jeweils, wir wären schon weiter.

bundesliga.de: Andererseits haben Sie ja aber mit Hertha im Jahr 2000 das Finale des Premiere-Ligapokals mit 1:5 gegen die Bayern verloren. Ein rechtzeitiger Schuss vor den Bug, möchte man meinen...

Beinlich: Von wegen! Am ersten Bundesliga-Spieltag mussten wir nämlich wieder gegen die Bayern spielen. Da gab's dann eine 1:4-Niederlage für uns. Naja, immerhin hatten wir uns dann um ein Tor verbessert...

bundesliga.de: Stichwort Bayern: Sollte Bayerns Hasan Salihamidzic in diesem Jahr bei beiden Spielen jeweils 90 Minuten zum Einsatz kommen, käme er im gesamten auf 1144 Minuten. Ihr 'Rekord' wäre dahin. Was möchten Sie 'Brazzo' auf diesem Wege mittteilen?

Beinlich: Viel Glück bei den zwei Mal 90 Minuten. Er soll sie ruhig spielen. Ich drücke ihm die Daumen. Das tut mir nicht weh, wenn mein Rekord weg ist.

bundesliga.de: Wer ist denn für Sie der Favorit beim diesjährigen Premiere-Ligapokal?

Beinlich: Wie immer die Bayern natürlich. Obwohl im Premiere-Ligapokal natürlich vieles möglich ist. Aber im Grunde läuft das nur über die Bayern.

bundesliga.de: Und Ihre drei Ex-Clubs, Leverkusen, Hertha und der HSV?

Beinlich: Hertha konzentriert sich derzeit natürlich in erster Linie darauf, noch den Sprung in den UEFA Cup zu schaffen. Der Premiere-Ligapokal kommt da natürlich ganz gelegen, weil es in dieser Phase der Saison so wichtig ist, sich Spielpraxis zu verschaffen. Leverkusen hat eine sehr starke Rückrunde gespielt in der vergangenen Saison. Ich glaube, sie werden auch in der neuen Saison eine sehr gute Rolle spielen, auch im Premiere-Ligapokal. Und der HSV hat eine sehr junge Mannschaft, wo vielleicht ein wenig die Erfahrung fehlt. Aber wenn sich die Mannschaft findet, hat sie vom fußballerischen Potenzial sehr viel drauf.

Das Gespräch führte Gregory Straub