Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat den Auftakt in die Rückrunde verpatzt. Die "Knappen" verloren gegen den Hamburger SV verdient mit 0:1 und verbleiben damit vorerst im Mittelfeld der Tabelle. Nach dem intensiven 10-tägigen Trainingslager in der Türkei präsentierte sich der Vizemeister in keiner besonders guten Verfassung.

Auf Schalke gibt es wieder mehr Baustellen als nur das kaputte Stadiondach, das während der Winterpause den starken Schneemassen nicht mehr trotzen konnte und zu Schaden kam. Auch auf der sportlichen Seite gibt es für Trainer Felix Magath in den kommenden Wochen wieder mehr Probleme zu lösen, als er sich das vorgestellt hatte.

"Weiß nicht, warum wir eingebrochen sind"

Schließlich hatte der Schalker Coach nach dem energischen Schlussspurt seiner Truppe zum Ende der Hinrunde mit 16 Punkten aus den letzten sieben Spielen die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb als Saisonziel ausgerufen. Das schien machbar, hatten die "Königsblauen" doch zuletzt stabil aufgespielt, sicher in der Defensive gestanden und vorne mit Raul einen treffsicheren Schützen in ihren Reihen gehabt.

Von all dem war gegen den wiedererstarkten HSV wenig zu sehen. 45 Minuten lang hielt Schalke noch einigermaßen mit, nach dem Gegentor durch Ruud van Nistelrooy lief jedoch kaum mehr etwas zusammen. "Ich weiß nicht, warum wir in der 2. Halbzeit so eingebrochen sind", rätselte Schalkes Verteidiger Benedikt Höwedes nach dem Schlusspfiff.

"Das war ein Nackenschlag für uns. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen und den Kopf in den Sand stecken so wie wir es am Anfang der Hinrunde getan haben", sagt der 22-Jährige. Damals folgten dem 1:2 beim HSV drei weitere deprimierende Niederlagen. Statt um den Titel mitzuspielen, fand sich Schalke nach einem klassischen Fehlstart auf dem letzten Tabellenplatz wieder.

Jetzt gegen Ex-Trainer Slomka

Erst am letzten Hinrunden-Spieltag hatte sich Schalke auf Platz 10 hochgearbeitet und die internationalen Plätze wieder etwas im Visier. Nach dem erneuten Fehlstart spukt nun sicherlich die Angst vor einer Wiederholung des Hinrunden-Faupax in den Köpfen der Spieler. Auch wenn die das nicht zugeben wollen.

"Platz 5 brauchen wir noch nicht abzuhaken", macht sich Schalkes seit Wochen torloser Stürmer Klaas-Jan Huntelaar Mut. "Das war erst das erste Spiel der Rückrunde. Wir haben noch 16 Spiele." Doch schon in der nächsten Begegnung am kommenden Samstag bei Hannover 96 steckt einige Brisanz.

Zum einen treffen die Schalker auf ihren ehemaligen Coach Mirko Slomka, der den Vorjahresabstiegskandidaten aus Niedersachsen auf wundersame Weise bis auf Platz 2 geführt hat. Zum anderen haben die Gelsenkirchener die beiden letzten Partien gegen "96" verloren.

Moritz hadert

Zudem hat Hannover in sechs seiner letzten sieben Spiele einen "Dreier" eingefahren, zuletzt gab es ein glattes 3:0 bei Eintracht Frankfurt. Ein Selbstläufer wird die Schalker Gastspielreise in den Norden also auf gar keinen Fall.

Umso ärgerlicher ist die punktemäßige Nullrunde gegen den HSV. "Wir hätten mit einem Sieg zwei Plätze gutmachen können. Das ist uns nicht gelungen", ärgert sich Schalkes Defensivspieler Christoph Moritz. "Nun müssen wir einen Sieg bei Hannover 96 anstreben, um nicht so zu starten, wie in der Hinrunde. Aber mit dem Abschluss der ersten Saisonhälfte haben wir gezeigt, welche Qualität in unserem Team steckt."

Es wird ein richtungweisendes Spiel in Hannover. Bei einer Niederlage würden die Schalker Chancen auf die Qualifikation für das internationale Geschäft über die Bundesliga erheblich sinken. Die Knappen sind gewarnt.

Aus Gelsenkirchen berichtet Tobias Gonscherowski