Darauf haben Fans, Verein und Spieler 17 Spieltage lang warten müssen: Am 8. August startete Hertha BSC mit einem 1:0 gegen Hannover in die Saison. Für den Europapokalteilnehmer sollte es das einzige Erfolgserlebnis in der Vorrunde bleiben.

Ganze sechs Punkte auf der Habenseite - Vergleiche zwischen der Alten Dame und dem kleinen Berliner Nachbarn Tasmania, der in der Spielzeit 1965/66 die traurige Berühmtheit erlangte, die schlechteste Saison der Bundesliga-Geschichte gespielt zu haben, wurden laut.

161 Tage warten auf einen Sieg

161 Tage nach dem Erfolg gelang zum Auftakt der Rückrunde erneut gegen Hannover der zweite Saisonsieg - und in Berlin keimt die Hoffnung, das Ziel Klassenerhalt doch noch zu schaffen.

"Dieser Sieg ist sehr gut für die Moral, so eine Erahrung tut uns gut", freute sich Steve von Bergen nach dem Spiel. Aber der Schweizer weiß auch: "Das kann nur der Anfang gewesen sein."

"Müssen beide Heimspiele gewinnen"

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sind als in der Vorrunde", verrät Arne Friedrich, was sich die Spieler für das neue Jahr vorgenommen haben. "Heute haben wir gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind. Besonders in der zweiten Halbzeit haben wir nicht nachgelassen. Das war in der Vorrunde des Öfteren nicht der Fall."

Von einem Strohfeuer, einem schlechten Omen, dass dem Sieg zu Beginn der Rückrunde erneut eine Durststrecke folgen könne, will der Nationalspieler nichts hören. "Natürlich ist klar, dass es nur ein gewonnenes Spiel war. Wir werden jetzt nicht in Euphorie ausbrechen. Wir müssen nun beide Heimspiele gewinnen", gibt der Kapitän für die Partien gegen Mönchengladbach und Bochum die Richtung vor.

"Vom Klassenerhalt überzeugt"

Damit spricht Friedrich dem Trainer aus der Seele: Hatte Friedhelm Funkel vor der Partie in Hannover noch sieben Punkte aus der ersten drei Partien zum Ziel gesetzt, sollen es nun neun sein. "Man hat von Beginn an gesehen, dass wir gewinnen wollten. Wir waren das bessere Team in allen Belangen. Das macht Mut", analysierte Funkel, der "einen ganz neuen Geist in der Truppe" entdeckt haben will.

Ein Grund für den Optimismus in der Hauptstadt sind die Verstärkungen, die in der Winterpause zum Hauptstadtklub gestoßen sind. "Wir haben mit Levan Kobiaschwili und Teofanis Gekas bewusst Spieler geholt, die in der Bundesliga gespielt haben und mit Freiburg und Bochum sogar im Abstiegskampf Erfahrung gesammelt haben . Und die Neuen, wozu ich auch Florian Klinge zähle, der nach seiner Verletzung heute zum ersten Mal von Beginn an gespielt hat, haben gezeigt, wie wertvoll sie sind."

Funkel bremst die Euphorie

"Wir haben nur ein Spiel gewonnen, mehr nicht. Und da Bochum auch gewonnen hat, ist die Situation dieselbe wie vor dem Spieltag. Kein Grund zu Euphorie", bleibt Funkel gegenüber bundesliga.de realistisch. Aber: "Ich bin vom Klassenerhalt überzeugt."

Dazu brauchen die Berliner neben ein wenig Glück, das "der Verein in der Vorrunde weder unter meinem Vorgänger noch zu meiner Zeit hatte", ein paar mehr Siege als in der ersten Hälfte der Saison.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs