Köln/Frankfurt - Seit Jahren engagieren sich die Proficlubs, der Ligaverband und die DFL im Kampf gegen Rechtsextremismus. bundesliga.de listet die vielfältigen Aktivitäten und Förderprogramme auf.

Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur (PFiFF)
Durch PFiFF werden Programme und Maßnahmen zur Fan- und Fußballkultur im Hinblick auf die  Bekämpfung rechtsextremer und menschenfeindlicher Tendenzen unterstützt. Des Weiteren werden Aktivitäten zur positiven Entwicklung zivilgesellschaftlicher und antidiskriminierender Konzepte und deren Umsetzung gefördert, die Jugendliche bei der Bewältigung von Alltagsproblemen unterstützen sollen. Hierfür schüttet die DFL jährlich 500.000 Euro aus.

EXIT
Über PFiFF arbeitet die DFL eng mit dem Zentrum für Demokratische Kultur(ZDK)/EXIT-Deutschland zusammen, das sich einen Namen als Aussteigerprogramm gemacht hat. Bernd Wagner, Leiter von EXIT, erhielt jüngst das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die Kooperation mit ZDK/EXIT-Deutschland ist vertraglich bis Juni 2016 fixiert.

Geh deinen Weg
Zum Start der Initiative Geh Deinen Weg wurde die Deutschlandstiftung Integration 2012 von der Bundesliga-Stiftung und den Clubs unterstützt. Bei allen Spielen des dritten Spieltags der Saison 2012/13 trugen die Spieler der 18 Bundesligaclubs im Rahmen des Integrations-Spieltages anstelle des jeweiligen Hauptsponsors des Clubs den Slogan Geh Deinen Weg auf der Trikotbrust. Die Spielbälle waren ebenfalls mit diesem Schriftzug versehen.

"!Nie wieder-Gegen das Vergessen“-Aktionsspieltag
Clubs und Ligaverband unterstützen die Aktion seit einigen Jahren am ersten Spieltag der Rückrunde der Bundesliga. Durch Moderation der DFL konnten Fanszenen, Fanorganisationen, Fanbeauftragte und Fanprojekte gewonnen werden, mit spezifischen Aktivitäten Teil des Erinnerungstags im deutschen Fußball zu sein und sich zum Beispiel mit Choreografien zu beteiligen.

Internationale Wochen gegen Rassismus
Die Bundesliga-Stiftung und die Clubs unterstützen den Interkulturellen Rat in Deutschland, der jedes Jahr zusammen mit mehr als 70 bundesweiten Organisationen aufruft, Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Ausgrenzung zu setzen.

"Steh auf! Nie wieder Judenhass!“
Ligaverband und DFL unterstützen die jährlich vom Zentralrat der Juden initiierte Veranstaltung unter anderem durch Logo-Partnerschaft. Im September 2014 war Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball bei der Kundgebung am Brandenburger Tor.

Fachtag REX (Rechtsextremismus beim Fußball)
Der Fachtag REX ist eine Veranstaltung für die Proficlubs mit dem Ziel einer stärkeren Vernetzung im gemeinsamen Kampf gegen Rechtsextremismus, bei dem die Clubvertreter auch durch fachkundige externe Organisationen aufgeklärt und geschult werden.

KidsClubs
Die präventive Arbeit mit den jüngsten Fans, die in den Kids-Clubs der Clubs organisiert sind, dient der frühen Vermittlung von Toleranz und zur Vorurteilsbekämpfung. Das große Kids-Clubs-Sommercamp schafft daher den Rahmen für spielerisches Begegnen mit Respekt für die unterschiedlichen Farben der Lieblingsclubs. In den Kids-Clubs mit ihren mehr als 120.000 Mitgliedern werden die Grundlagen für friedliches Zusammenleben gelegt.

Julius-Hirsch-Preis
Der DFB ehrt mit dem Julius-Hirsch-Preis Personen und Organisationen, die in besonderer Weise ihre gesellschaftliche Position nutzen, um sich für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit einzusetzen.

Ausgewählte Preisträger des Julius-Hirsch-Preises im Bundesligakontext

2012

  • 1. Preis: Fanprojekt des 1. FC Kaiserslautern mit einem Veranstaltungsprogramm und einer Stadionchoreografie als Reaktion auf antisemitische Äußerungen gegen den israelischen Nationalspieler Itay Shechter.

  • 2. Preis: Initiative des Berliner Polizeiabschnitts 22, der mit jugendlichen Hertha-Fans das Konzentrationslager Auschwitz besuchte.

  • 3. Preis: Zwei Fanclubs und das Fanprojekt von Eintracht Frankfurt, die eine Reise nach Auschwitz unternahmen und ein Film-, Musik- und Lesungsprogramm in Erinnerung an den Holocaust durchführten.

2013

  • 2. Preis: Ultras Nürnberg und 1. FC Nürnberg, Erinnerung an den jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad mit einer Stadion-Choreografie.

2014

  • 1. Preis: Ultragruppe Schickeria des FC Bayern München zur Erinnerung an das Lebenswerk Kurt Landauers.

  • 2. Preis: Borussia Dortmund, die Fan- und Förderabteilung, das Fanprojekt sowie die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache für ein Projekt, das den Besuch der polnischen Gedenkstätten in Zamość, Lublin, Belzec, Majdanek und Sobibór beinhaltete, wo man sich auf die Spurensuche von 800 Dortmunder Juden begab, die 1942 deportiert worden waren.

Show Racism the Red Card Germany
Das Motto lautet: Werde aktiv in deinem Block! Junge Fankultur gegen Diskriminierung im Fußball (Bildungs- und Aufklärungsarbeit bei mehreren Clubs).

Braunschweig – Aktionsjahr für Toleranz, Vielfalt und Respekt 2014
Mit einer vielfältigen Reihe von Maßnahmen unternimmt Eintracht Braunschweig als Moderator eines großen Netzwerks diverse Projekte zur Verhinderung rechtsorientierter Einflussnahmen auf seine Fanszenen.

Istanbul – Demokratie, Fußballkultur und kultureller Transfer
Die Fanprojekte Schalke und Wuppertal sowie die Fachhochschule Düsseldorf und das Goethe-Institut reisen mit Fans aus Wuppertal und Gelsenkirchen für 5 Tage nach lstanbul. Dort wird das Thema  Demokratie im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es, sich in einer neuen unbekannten Situation mit dem eigenen Verständnis von Gewalt auseinanderzusetzen und dieses kritisch zu hinterfragen.

Augsburg – Stiftung Erinnerung und Marion-Samuel-Preis
Die vom FC Augsburg unterstützte Stiftung Erinnerung fördert Institutionen und Personen, die sich auf besonders wirkungsvolle Weise gegen das Vergessen, Verdrängen und Relativieren der von Deutschen in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen wenden und/oder die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit voranbringen. Außerdem verleiht die Stiftung Erinnerung den Marion-Samuel-Preis an Personen, die das Anliegen der Stiftung gefördert haben.

DFL unterstützt kompromissloses Vorgehen des Staates gegen Neonazis

"Die Rechten bedienen sich der Popularität des Fußballs" - Interview mit Thomas Schneider