Stefan Wessels ist der erste Spieler aus dem Bereich des Ligaverbandes, dessen Wechsel mit Hilfe des neuen webbasierten Transfersystems TMS der FIFA über die Bühne ging. Der vertragslose Torhüter, der zuletzt als Lizenzspieler beim VfL Osnabrück in der 2. Bundesliga aktiv war, ist ab sofort für den Schweizer Club FC Basel spielberechtigt.

Das sogenannte FIFA Transfer Matching System (TMS) ist seit 5. Oktober für alle teilnehmenden Verbände und Clubs bei internationalen Transfers verbindlich. Es wurde im Rahmen des 57. FIFA-Kongresses am 30./31. Mai 2007 in Zürich für den Profifußball verabschiedet. Durch das webbasierte System wird nicht nur die Papierflut eingedämmt, sondern das gesamte Verfahren vereinfacht und beschleunigt.

"Die Transparenz wird erhöht"

"Wir begrüßen die Einführung des Systems ausdrücklich, weil dadurch die Transparenz deutlich erhöht wird. Das gesamte Transferwesen gewinnt durch TMS an Glaubwürdigkeit und Ansehen", sagt Holger Hieronymus, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb.

Doch auch der Sicherheitsgedanke spielte bei der Einführung eine Rolle. "Das System bürgt dafür, dass ein leibhaftiger Spieler und - zwecks Verschiebung von Geld ("Geldwäsche") - nicht ein fiktiver Spieler transferiert wird. Ebenso trägt es zum Schutz Minderjähriger bei", FIFA-Generalsekretär Jérome Valcke.

Rund 40.000 Spieler sind registriert

In der Wechselperiode I der Saison 2009/2010 wurden in der Bundesliga insgesamt 117 Transfers getätigt, davon waren gut die Hälfte (56) Vereinswechsel auf internationaler Ebene. In der 2. Bundesliga betrug der Anteil internationaler Transfers rund ein Drittel.

Derzeit nehmen 108 Nationalverbände und damit 1268 Clubs am TMS-System teil. Somit sind gut 40.000 Spieler und 4791 lizenzierte Spielervermittler bei der FIFA registriert. Bis März 2010 sollen dann alle 208 Mitgliedsverbände der FIFA an TMS angeschlossen sein.