Frankfurt/Main - Am Dienstagvormittag gingen die Nationalspieler in die Luft - allerdings nur virtuell. WM-Torschützenkönig Thomas Müller schlug sich im Flugsimulator der Lufthansa besonders gut und brachte den Riesen-Airbus A380 sicher in die Luft und auch wieder auf den Boden, wie seine Teamkameraden anschließend anerkennend berichteten.

Nach dieser gelungen Abwechslung mit dem Superjumbo ist das Selbstbewusstsein der deutschen Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Wien gegen Österreich endgültig grenzenlos. Angst vor einer Bruchlandung beim Erzrivalen verspürt beim WM-Dritten und souveränen Tabellenführer der Qualifikationsgruppe A niemand.

Khediras Verletzung geheilt

"Ich bin mir sicher, dass wir gewinnen", sagte Mesut Özil, der auch vier Tage später in Aserbaidschan mit Ex-Bundestrainer Berti Vogts auf der Bank einen "Dreier" fest eingeplant hat. "Mit der Nationalmannschaft haben wir nach der WM in der EM-Qualifikation fünf Siege geholt und das wollen wir auch in den beiden letzten Saisonspielen so halten", ergänzte der Mittelfeldspieler von Real Madrid, der im Ernst-Happel-Stadion auf die Unterstützung seines Vereinskollegen Sami Khedira hoffen darf.

Die Chancen des defensiven Mittelfeldspielers, der beim 2:1 gegen Uruguay am Sonntag noch verletzt fehlte, auf einen Einsatz stehen gut. "Wir liegen gut im Soll, bei Khedira läuft alles nach Plan. Seine Muskelverletzung ist ausgeheilt. Er hat gestern mit Ball trainiert und wird das auch weiter tun. Wir sind guter Dinge, dass er am Freitag spielen kann", sagte Co-Trainer Hansi Flick am Dienstag in Frankfurt.

Keine Nachnominierungen geplant

Der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw fügte aber hinzu, dass man mit Rücksicht auf Khedira und auch dessen Arbeitgeber Real Madrid "überhaupt kein Risiko eingehen werde". Eine endgültige Entscheidung über den Einsatz von Khedira soll nach dem Abschlusstraining am Donnerstagabend in Wien fallen.

Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Torjäger Miroslav Klose und Marco Reus sind derzeit keine Nachnominierungen geplant, verriet Flick. Falls sich im Offensivbereich aber noch ein Spieler bis zum Abschlusstrainining verletzten sollte, würde ein Akteur aus der U21-Nationalmannschaft nachnominiert, die am Dienstag in Portugal mit 2:4 unterlag.

Neue Chance für Gomez

"Diese Spieler stehen alle im Saft, deshalb würde das Sinn machen", sagte Flick. Als Alternative im aktuellen Aufgebot zum nach dem Klose-Ausfall einzigen nominellen Stürmer Mario Gomez nannte Flick Andre Schürrle und Thomas Müller. Aus der U21 wäre wohl der Mainzer Lewis Holtby der erste Nachrücker für den Fall der Fälle.

Ungeachtet dessen will Gomez ausgerechnet in Wien sportlich eine neue Kampfansage an Klose richten, mit dem er zu Beginn der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz ein Doppel im Angriff gebildet hatte. Nachdem Gomez im letzten und entscheidenden Vorrundenspiel gegen Österreich (1:0) aber nach Klose-Vorarbeit einen Ball aus drei Metern am Tor vorbei gestolpert hatte, stellte Löw auf eine Spitze um.

Seitdem muss sich der aktuelle Bundesliga-Torschützenkönig, der Klose bei Bayern München aus der Stammelf verdrängt hat, beim DFB-Team mit der Rolle des Edelreservisten begnügen. Die Verletzung von Klose bietet Gomez nun unerwartet eine neue Chance.