Frankfurt/Main - Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhandelt nach dem Spielabbruch der Bundesliga-Begegnung zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Schalke 04 am Donnerstag (ab 15 Uhr) in Frankfurt mündlich die Sportstrafsache St. Pauli. Geleitet wird die Verhandlung von Hans E. Lorenz, dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts.

Im vorangegangenen Einzelrichter-Urteil des DFB-Sportgerichts war der FC St. Pauli nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen schuldhaften Herbeiführens eines Spielabbruchs in Tateinheit mit mangelndem Schutz des Schiedsrichter-Assistenten dazu verurteilt worden, das auf die Rechtskraft des Urteils folgende Bundesliga-Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Dies hat St. Pauli nicht akzeptiert und fristgerecht mündliche Verhandlung beantragt.

Spielabbruch bei Schalke-Führung

Die Bundesliga-Begegnung zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Schalke 04 war am 1. April kurz vor Spielende beim Stand von 2:0 für Schalke 04 von Schiedsrichter Deniz Aytekin abgebrochen worden, nachdem Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner in der 87. Minute von einen gefülltem Plastikbecher im Nackenbereich getroffen worden war. Der Becher war aus dem Hamburger Zuschauerbereich der Haupttribüne geworfen worden.

Darüber hinaus war in der ersten Halbzeit ein Feuerzeug in Richtung Thorsten Schiffner geworfen worden, in der zweiten Halbzeit waren mehrfach Münzen aus dem Zuschauerbereich in Richtung des Schiedsrichter-Assistenten Holger Henschel geflogen. Auch beim Verlassen des Rasens nach Spielende waren Gegenstände in Richtung des Schiedsrichter-Teams geworfen worden.