Frankfurt - Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat im Anschluss an die Vorkommnisse nach Schlusspfiff des Bundesliga-Relegationsrückspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin am 15. Mai 2012 im Einzelrichter-Verfahren Sperrstrafen gegen die Berliner Spieler Levan Kobiashvili, Thomas Kraft und Andre Mijatovic ausgesprochen. Alle Drei hatten zuvor ihre Verfehlungen gegenüber dem DFB eingestanden.

Am härtesten trifft es Levan Kobiashvili, der wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter eine Sperre von siebeneinhalb Monaten, beginnend am 16. Mai und endend am 31. Dezember 2012, für alle Pflicht- und Freundschaftsspiele seines Vereins erhält. Er hatte Wolfgang Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels von hinten mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen. Der Unparteiische kam darauf ins Straucheln und konnte nur durch das Abstützen am Treppengeländer einen Sturz vermeiden. Er erlitt ein Hämatom im Nackenbereich.

Kraft und Mijatovic ebenfalls gesperrt



Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, zum Urteil: "Bei der Bemessung der Sperre für Levan Kobiashvili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann. Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste."

Wegen Schiedsrichter-Beleidigung nach Spielende bekommt darüber hinaus Thomas Kraft eine Sperre von vier Pflichtspielen seines Vereins. Aus demselben Grund erhält sein Mannschaftskollege Andre Mijatovic eine Sperre von drei Pflichtspielen. Pflichtspiele sind sowohl Spiele im Liga-Betrieb als auch im DFB-Pokal.

Noch offen ist momentan das Verfahren gegen den Berliner Christian Lell, gegen den der DFB-Kontrollausschuss beim Sportgericht wegen eines krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung und wegen Schiedsrichter-Beleidigung eine Sperre von sechs Meisterschaftsspielen der Lizenzligen beantragt hat. Er soll in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. Mit einem Urteil des Sportgerichts ist noch im Laufe dieser Woche zu rechnen.