Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Vier deutsche Fußballer dürfen bei der WM in Südafrika auf die Auszeichnung als "bester junger Spieler" und damit auf die Nachfolge von Lukas Podolski hoffen. Der Weltverband FIFA veröffentlichte die 35 Profis umfassende Kandidaten-Liste.

Diese umfasst die nach dem 1. Januar 1989 geborenen Akteure und damit auch Abwehrspieler Holger Badstuber sowie die Mittelfeldspieler Thomas Müller (beide Bayern München), Toni Kroos (Bayer Leverkusen) und Marko Marin (Werder Bremen). Auch die für Kamerun spielenden Bundesliga-Profis Joel Matip (Schalke 04) und Eric-Maxim Choupo-Moting (1. FC Nürnberg) gehören zu den Kandidaten. ++++

++++ Einem Dieb ist am Samstag in Argentinien ein Coup gelungen. Der Langfinger nutzte das WM-Auftaktspiel der argentinischen Nationalmannschaft gegen Nigeria (1:0), um aus dem Teatro Argentino in La Plata zwei Kunstwerke zu entwenden. Dabei handelt es sich um Gemälde der argentinischen Künstler Xul Solar und Miguel Angel Vidal.

Die Sicherheitskräfte bemerkten den Diebstahl erst nach dem Abpfiff der Begegnung in Johannesburg. Aufnahmen der Überwachungskamera zeigen, wie der Täter das Gebäude durch den Haupteingang betritt und verlässt. Sein Gesicht ist auf den Bildern nicht zu erkennen. ++++

++++ Der Fahrer des Autos, in dem Nelson Mandelas Ur-Enkelin Zenani tödlich verunglückt ist, hat öffentlich um Verzeihung gebeten. "Ich bedauere den Verlust unserer kleinen Zenani zutiefst", wird Sizwe Mankazana, der während des Unfalls unter Alkoholeinfluss stand, in einem Statement auf der Webseite der Mandela Foundation zitiert: "Ich bitte euch darum, in Gedanken und allen Gebeten bei der Familie zu sein."

Die 13 Jahre alte Zenani Mandela war bei dem Unfall in der Nacht zum Freitag auf dem Rückweg vom offiziellen Eröffnungskonzert der WM in Soweto verstorben. Die Familie Mandela bat darum, in Würde und Ruhe trauern zu können. ++++

++++ Frankreichs Nationalspieler haben am Rande der WM in Südafrika für einen politischen Eklat gesorgt. Vor dem Besuch eines Townships nahe dem Mannschaftsquartier in Knysna am Sonntagnachmittag sprach sich das Team gegen ein Treffen mit der französischen Staatssekretärin für Sport, Rama Yade, aus, die zu diesem Anlass eigens angereist war.

Der Grund für die Abfuhr ist die Kritik der Politikerin an der Auswahl des Quartiers der "Equipe Tricolore". Die 33 Jahre alte im Senegal geborene Yade hatte das Luxus-Resort vergangene Woche als zu protzig bezeichnet. "Ob sie da ist oder nicht, macht für uns keinen Unterschied. Wir werden Rama Yade nicht treffen. Uns geht es um die Menschen in dem Township, die Kinder, zu sehen, wie sie leben, und etwas über ihre Kultur zu erfahren", sagte Nationalspieler Eric Abidal. ++++

++++ Nordkorea soll nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap illegal das WM-Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Südafrika und Mexiko (1:1) übertragen haben. Yonhap bezog sich auf eine Aussage eines Offiziellen des südkoreanischen Senders SBS, wonach das nordkoreanische Fernsehen eine Aufzeichnung des Spiels ausgestrahlt habe. "Nordkorea war nicht autorisiert. Wir besitzen die Rechte für die ganze koreanische Halbinsel", wurde der Sprecher zitiert. Über eventuelle Maßnahmen müsse noch beraten werden.

Das politische Verhältnis der beiden Bruderstaaten ist nach jüngsten Vorkommnissen stark belastet. Der kommunistische Norden drohte am Wochenende unverhohlen mit "unbegrenzten Militärschlägen" gegen südkoreanische Propaganda-Anlagen an der Grenze. Die südkoranische Hauptstadt Seoul könne laut offizieller Ankündigung in ein "Flammenmeer" verwandelt werden. Südkorea ist westlich und marktwirschaftlich orientiert. ++++

++++ 14 Journalisten des arabischen TV-Senders al-Dschasira haben eine Notlandung auf dem Johannesburger Flugplatz Lanseria unverletzt überstanden. Das bestätigte ein Sprecher des Flughafens. Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der während der WM für al-Dschasira als Co-Kommentator tätig ist, war nicht an Bord.

"Kurz nach dem Start hatte die Besatzung Probleme mit dem Fahrwerk festgestellt. Die Maschine kreiste eine Stunde über Johannesburg, der Schaden konnte jedoch nicht behoben werden", sagte Flughafenleiter Mark Christoph. Die Crew entschied sich daher zu einer Bruchlandung ohne Fahrwerk.

Das Flugzeug war auf dem Weg nach Polokwane, wo am Mittag das WM-Spiel der Gruppe C zwischen Algerien und Slowenien stattfand. Insgesamt waren 16 Personen an Bord. ++++

++++ Nach den heftigen Beschwerden über die höllisch lauten Vuvuzela-Tröten erwägt das Organisationskomitee der WM ernsthaft ein Verbot. "Wenn es dafür Gründe gibt, ja", sagte OK-Chef Danny Jordaan der BBC: "Wenn irgendwelche Vuvuzelas aus Wut auf den Platz geworfen werden, werden wir handeln."

Fans, Trainer, Spieler und Fernsehanstalten hatten sich energisch über den Lärm beklagt, den afrikanische Fans mit den Vuvuzelas veranstalten. "Wir haben schon versucht, da etwas Ordnung reinzubringen", sagte Jordaan. "Wir haben darum gebeten, während der Nationalhymnen und Stadionansagen auf den Gebrauch zu verzichten. Es gab einige Beschwerden, und wir sind dabei, diese zu prüfen."

Er selbst, sagte der OK-Chef, sei kein Fan der bunten Plastik-Trompeten. "Sprechchöre wären mir lieber. Sie haben immer für eine wunderbare Atmosphäre gesorgt. Ich würde am liebsten alle Fans auffordern, zu singen. Das haben wir auch getan, als es darum ging, gegen die Apartheid zu kämpfen. In unserer Geschichte war es stets die Fähigkeit zu singen, die Inspiration für uns war." ++++

++++ Ausgerechnet beim 1:0-Führungstor der englischen Nationalmannschaft in ihrem WM-Auftaktspiel in Rustenburg gegen die USA (1:1) durch Steven Gerrard (4.) hatte der übertragende Sender ITV in seinem HD-Kanal einen Bildausfall. Statt des WM-Spiels wurde plötzlich eine Werbung eingeblendet, danach blieb der Bildschirm einige Sekunden dunkel. Dann wurden wieder Bilder aus Rustenburg gezeigt, aber zu diesem Zeitpunkt war der Treffer bereits gefallen. Die Fußball-Fans auf der Insel sahen bei ITV nur noch den Torjubel und erlebten Frust pur, denn es war der einzige Treffer der "Three Lions" gegen die US-Boys. ++++

++++ Eine Million Südkoreaner haben landesweit in der Nacht zum Sonntag den 2:0-Sieg der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika gegen Ex-Europameister Griechenland in Port Elizabeth mit Trainer Otto Rehhagel gefeiert. Allein in der Hauptstadt Seoul waren 200.000 Fans der "Taeguk Warriors" auf den großen Straßen und Plätzen auf den Beinen.

Die meisten der Anhänger waren in roten Trikots gekleidet und ließen Erinnerungen an die Feierlichkeiten bei der Heim-WM 2002 wach werden. Damals hatte Südkorea unter Trainer Guus Hiddink sensationell das WM-Halbfinale erreicht und erst dann gegen die deutsche Nationalmannschaft 0:1 verloren. ++++

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