Köln - Flutlicht an, der Kampf um den DFB-Pokal geht in die nächste Runde. Am Dienstag und Mittwoch (jeweils ab 18:45 Uhr im Liveticker) stehen im Achtelfinale für sieben Erstligisten Duelle mit Teams aus einer tieferen Spielklasse auf dem Programm.

Am Dienstag hielten sich die Favoriten schadlos. Lediglich Bayer 04 Leverkusen musste gegen den 1. FC Kaiserslautern in die Verlängerung, um das Viertelfinale zu erreichen.

In der Vorschau präsentiert bundesliga.de die Partien am Mittwoch:

19:00 Uhr: RB Leipzig - VfL Wolfsburg

Schaltet der VfL Wolfsburg den nächsten Zweitliga-Aufsteiger aus? Nachdem die Gegner in den bisherigen Runden SV Darmstadt 98 und 1. FC Heidenheim hießen, kommt nun mit RB Leipzig das dritte Team, das seit Sommer in der 2. Bundesliga kickt. Dass RBL das Zeug zum Stolperstein hat, weiß der VfL Wolfsburg aus erster Hand. In der ersten Pokalrunde der Saison 2011/12 eliminierte der damals noch in der Regionalliga spielende Club die Wölfe in einem furiosen Spiel durch drei Tore von Angreifer Daniel Frahn mit 3:2 (Foto).

Obwohl RBL inzwischen in der 2. Bundesliga angekommen ist, sind die Rollen beim erneuten Aufeinandertreffen klar verteilt, denn der VfL um Tormaschine Bas Dost (Bildergalerie: Die effektivsten Torjäger) und Vorlagenkönig Kevin De Bruyne ist in bestechender Form - und voller Selbstbewusstsein. "Wir wollen nach Berlin", macht Dieter Hecking unmissverständlich klar. Der Wolfsburger Trainer weiß aber auch: "Lassen wir auch nur wenige Prozentpunkte nach, wird es ein schwieriges Spiel für uns."

Leipzig nistet sich derweil in der Ecke des respektvollen, aber nicht angsterfüllten Außenseiters ein. "Wolfsburg ist eine Mannschaft mit hoher Einzelspieler-Qualität, aber wir haben auch nicht lauter Blinde da vorne", sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. Die Fans in der ausverkauften Leipziger WM-Arena dürfen sich auf jeden Fall auf zwei offensiv ausgerichtete Teams freuen.

19:00 Uhr: Arminia Bielefeld - SV Werder Bremen

Nach dem spektakulären 3:5 gegen den VfL Wolfsburg wartet auf den SV Werder Bremen mit Drittliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld eine lösbare, aber unangenehme Aufgabe im DFB-Pokal. Für Werder-Coach Viktor Skripnik kommt der Gegner indes genau richtig. "Sie sind eine unangenehm zu spielende Mannschaft, die momentan unheimlich schwer zu schlagen ist. Wir brauchen dieses Spiel als Charaktertest", erklärt er.

Für seinen Gegenüber ist das Duell derweil etwas ganz Besonderes: Zwischen 1980 und 1989 spielte der heutige Bielefelder Trainer Norbert Meier an der Weser. Gegen die "alte Liebe" nimmt er die Rolle des Außenseiters gerne an, betont aber auch: "Wenn man nicht mit vollem Glauben in das Spiel geht, wird das nichts. Solche Spiele bekommen oft eine Eigendynamik, die wir uns zu Nutze machen wollen. Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht."

20:30 Uhr: Offenbacher Kickers - Bor. M'gladbach

Eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gibt es auch für Andre Hahn, der mit Borussia Mönchengladbach bei den Offenbacher Kickers antritt, dem einzigen Amateurverein, der noch im Wettbewerb vertreten ist. Der Flügelflitzer spielte eineinhalb Jahre bei den Kickers und schaffte von dort den Sprung in die Bundesliga.

Natürlich ist die Borussia der turmhohe Favorit. "Wir wollen unbedingt weiterkommen“, sagte Trainer Lucien Favre, der sich ausführlich mit den Kickers beschäftigt hat. "Offenbach ist ein sehr guter Viertligist. Sie spielen guten Fußball, können taktisch zwischen verschiedenen Systemen variieren und sind sehr gut organisiert."

Der Viertligist ist indes schon vor dem Anpfiff ein Gewinner: Der Pokalsieger von 1970, der nach überwundenem Insolvenzverfahren als Tabellenführer der Regionalliga Südwest vor der Rückkehr in den Profifußball steht, darf sich über die Publicity und nicht zuletzt den Geldsegen eines Free-TV-Spiels freuen.

20:30 Uhr: FC Bayern - Eintracht Braunschweig

Der Titel für den besten Spruch zum DFB-Pokal geht definitiv an Torsten Lieberknecht. Der Trainer von Eintracht Braunschweig sorgte vor dem Duell gegen Rekordmeister FC Bayern München mit seiner Ausführung zur angedachten Taktik für Aufsehen. "Wir werden die Bayern des Öfteren in unserem Sechzehner einschnüren. Wir müssen sie dann unter Druck setzen", erklärte er nicht frei von Ironie.

Der Zweitligist weiß, dass ein Erfolg beim unangefochtenen Spitzenreiter der Bundesliga nahezu ausgeschlossen ist. Daher will die Eintracht ihre nicht vorhandene Chance einfach nutzen und setzt auf Herz und ironisch-markige Worte. "Wir wollen handlungsfähig sein und uns besser aus der Affäre ziehen als so mancher Erstligist", sagt Lieberknecht.

Die Bayern wollen die Pflichtaufgabe auf dem Weg nach Berlin derweil seriös lösen. "Die Leute denken, wir sind schon qualifiziert. Aber wir müssen unsere beste Leistung zeigen. Alles kann passieren, das ist wie ein Finale", betont Coach Pep Guardiola. "In Spanien, wo es im Pokal Hin- und Rückspiel gibt, ist es einfacher für die großen Mannschaften."

Stefan Schinken