Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Ohrstöpsel gegen Vuvuzela-Lärm haben sich bei der WM in Südafrika zum Verkaufsschlager entwickelt. "Mein Vorrat ist aufgebraucht. Ich könnte 300 Paar pro Tag verkaufen", sagte ein Ladenbesitzer aus Kapstadt der Zeitung Weekend Argus: "1.000 Stück habe ich schon nachbestellt."

Die Stöpsel, die in Südafrika als "Vuvu-Stop" angeboten werden, versprechen eine Reduzierung des Geräuschpegels von fast 130 auf unter 100 Dezibel. "Diese Stöpsel sind einsetzbar beim Fußball, Rugby oder gegen die Meckerei der Ehefrau", heißt es auf der Verpackung. Vuvuzelas hatten zuletzt auch in Deutschland für Krach gesorgt: Zahlreiche Fernsehzuschauer beschwerten sich über den Lärm, bei vielen Public-Viewing-Veranstaltungen sind die Tröten nicht erlaubt.

++++ Alle im Vorfeld der WM durchgeführten Dopingkontrollen sind negativ ausgefallen. Der Weltverband FIFA teilte am Samstag mit, dass es bei den insgesamt 256 Trainingskontrollen keine Auffälligkeiten gegeben habe. Sämtliche Teams waren in ihren WM-Quartieren oder in den Trainingslagern vor der WM unangekündigt zur Kontrolle gebeten worden. Während des Turniers werden nach jedem der insgesamt 64 Spiele pro Mannschaft zwei Spieler getestet.

Zudem kündigte die FIFA an, in Zukunft verschärft gegen den übermäßigen Einsatz von entzündungshemmenden Mitteln vorzugehen. "In diesem Bereich ist in den letzten Jahren ein regelrechter Missbrauch festzustellen", sagte Dr. Michel d'Hooghe, Vorsitzender der medizinischen Kommission der FIFA: "Die regelmäßige Verwendung kann zu Schädigungen des Verdauungssystems und der Nieren führen. Für uns ist das ein großes medizinisches Problem, das wir genau beobachten."

++++ Otto Rehhagel ist seit Samstagmittag der älteste Trainer in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Der Coach der griechischen Nationalmannschaft war bei seiner WM-Premiere gegen Südkorea in Durban 71 Jahre und 306 Tage alt und löst damit den Italiener Cesare Maldini als "WM-Methusalem" ab. Der Vater von Superstar Paolo Maldini war 70 Jahre und 131 Tage alt, als er bei der Endrunde 2002 mit Paraguay im Achtelfinale gegen Deutschland ausschied.

++++ Die unmittelbare Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf das erste WM-Gruppenspiel in Durban am Sonntag gegen Australien begann mit einer 80-minütigen Verspätung. Entgegen der ursprünglichen Planung konnte die Sondermaschine mit dem DFB-Tross am Samstagvormittag erst um 11:50 Uhr vom Flughafen Lanseria nach Durban abheben. Die Maschine konnte wegen starken Nebels in Johannesburg nicht pünktlich vom OR Tambo Airport in Richtung des nur rund 40 Kilometer entfernten Flughafens Lansaria starten.

Entsprechend verzögerte sich der Tagesablauf der DFB-Auswahl, die eigentlich gegen 12 Uhr in Durban ihr Mannschaft-Quartier Riverside Hotel beziehen und gegen 13 Uhr zu Mittag essen wollte. Um 18 Uhr stand am Abend das Abschlusstraining im Moses-Mabhida-Stadion auf dem Programm, anschließend wurden Bundestrainer Joachim Löw und Torwart Manuel Neuer auf der FIFA-Pressekonferenz erwartet. Am Sonntag bestreitet der Vize-Europameister gegen Australien (So., ab 20 Uhr im Live-Ticker) sein erstes Gruppenspiel.

++++ Der italienische Weltmeister Gennaro Gattuso beendet nach der WM in Südafrika seine Karriere in der "Squadra Azzurra". "Mit fast 33 Jahren ist es an der Zeit, meinen Platz Leuten zu überlassen, die mehr Energie haben", sagte der Mittelfeldspieler vom AC Mailand auf der Pressekonferenz am Samstag in Irene in der Nähe von Johannesburg.

++++ Mit hervorragenden TV-Quoten sind die frei empfangbaren Fernsehsender ARD und RTL in die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gestartet. Das Eröffnungspiel am Freitagnachmittag im Ersten zwischen dem Gastgeber und Mexiko (1:1) sahen im Schnitt 8,68 Millionen Fernsehzuschauer. Dies entsprach einem Marktanteil von 55,5 Prozent. Zuvor hatten 3,23 Millionen Fans (MA: 29,9 Prozent) die Eröffnungsfeier live in der ARD verfolgt.

Am Abend durfte sich der Privatsender RTL beim Gruppenspiel Frankreich gegen Uruguay (0:0) über durchschnittlich 10,34 Millionen Zuschauer freuen. Dies bedeutete einen Marktanteil von 36, 6 Prozent. RTL hat die Live-Rechte an insgesamt sechs WM-Spielen. Die restlichen 58 WM-Begegnungen werden von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF live übertragen. Der Abo-Sender Sky überträgt alle 64 WM-Spiele live.

++++ Ein deutscher Journalist ist auf dem Rückweg vom Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko (1: 1) am Freitag an einer Tankstelle in der Nähe von Pretoria gleich doppelt ausgeraubt worden. Der namentlich nicht genannte Reporter hatte beim Tanken sein Auto nicht abgeschlossen, die ersten Täter nahmen ihm zunächst die Spiegelreflexkamera und den Laptop ab.

Anschließend versuchte der Journalist, die Täter einzuholen, nachdem er aber einen vermeintlichen Schuss wahrgenommen hatte, kehrte er zum Auto zurück. Dort warteten bereits die nächsten Räuber und klauten dem Schreiber persönliche Wertgegenstände wie die Geldbörse und das Handy, körperlich blieb er unversehrt. Die Täter konnten flüchten.

++++ Der Weltverband FIFA und das WM-Organisationskomitee wollen dem Grund nachgehen, warum bei den ersten Spielen in Südafrika zahlreiche Plätze auf den Tribünen frei geblieben sind. FIFA und OK kündigten am Samstag Untersuchungen an. Vor allem bei der Begegnung am Samstag zwischen Griechenland und Südkorea im 45.000 Zuschauer fassenden Stadion von Port Elizabeth blieben in den ersten 45 Minuten fast die Hälfte aller Plätze unbesetzt. Selbst beim Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko am Freitag (1:1) hatte es freie Plätze auf den Rängen von Soccer City in Johannesburg gegeben.

Nach FIFA-Angaben sind 97 Prozent der Eintrittskarten verkauft. Insgesamt stehen für die 64 Spiele der ersten WM-Endrunde auf dem Schwarzen Kontinent 2,88 Millionen Eintrittskarten zur Verfügung. Bei der WM 2006 in Deutschland waren alle 64 Spiele ausverkauft. Aufgrund der hohen Nachfrage waren die Ticket-Kontingente damals zum Teil sogar vielfach überbucht.

++++ Der Weltverband FIFA hat nach Abschluss der letzten Arbeiten die offiziellen Kapazitäten der zehn WM-Stadien in Südafrika bekannt gegeben. Größte Arena ist das Soccer-City-Stadion in Johannesburg, das während der Endrunde 84.490 Zuschauern Platz bietet. Das kleinste Stadion steht mit 38.646 Sitzen in Rustenburg.

Die Kapazitäten der zehn WM-Stadien in der Übersicht:
JOHANNESBURG (Soccer-City-Stadion: 84.490; Ellis-Park-Stadion: 55.686) - KAPSTADT (Green-Point-Stadion: 64.100) - DURBAN (Moses-Mabhida-Stadion: 62.760) - PRETORIA (Loftus-Versfeld-Stadion: 42.858) - PORT ELIZABETH (Nelson-Mandela-Bay-Stadion: 42.486) - POLOKWANE (Peter-Mokaba-Stadion: 41.733) - NELSPRUIT (Mbombela-Stadion: 40.929) - BLOEMFONTEIN (Free-State-Stadion: 40.911) - RUSTENBURG (Royal-Bafokeng-Stadion: 38.646)

++++ Mit einem herzzerreißenden Liebesantrag hat der als Raubein bekannte Felipe Melo am Samstag das Herz der Journalisten erweicht. Als die eigentliche Pressekonferenz vorbei war, nahm der brasilianische Nationalspieler von Juventus Turin das Mikrofon und richtete Grüße in die Heimat an seine Ehefrau Roberta.

"In Brasilien ist heute Valentinstag. Und da ich ein Romantiker der alten Schule bin, habe ich meiner Frau Blumen geschickt. Und ich hoffe, ich bekomme auch welche", sagte der 26-Jährige. Dann formte er mit seinen beiden Händen ein Herz und forderte die Fotografen auf: "Macht alle dieses Foto und schickt es für Roberta nach Brasilien."

++++ Kameruns Nationaltrainer Paul Le Guen hat zwei Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen Japan überraschend seine Nummer eins gewechselt. Der 36 Jahre alte Souleymanou Hamidou vom türkischen Erstligisten Kayserispor wird anstelle von Carlos Idriss Kameni (Espanyol Barcelona) im Tor stehen. Kameni gilt als einer der besten Torhüter Afrikas.

"Ich habe meine Elf im Kopf und damit auch meine Torhüter-Hierarchie: Hamidou ist meine Nummer eins, Kameni die Nummer zwei und Guy Ndy Assembe die Nummer drei", sagte der Franzose Le Guen vor dem Duell am Montag in Bloemfontein (ab 15:45 Uhr im Live-Ticker).

++++ Nach dem bewaffneten Raubüberfall auf portugiesische und spanische WM-Journalisten sind die Täter in Südafrika zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Nigerianer (28) und zwei Simbabwer (21 und 28), müssen für 4 bis 15 Jahre ins Gefängnis. Das berichtet die portugiesische Sportzeitung Record. Der Käufer der gestohlenen Wertsachen wurde dem Bericht zufolge zu vier Jahren Haft verurteilt.

Zwei portugiesische und ein spanischer Reporter waren am frühen Mittwochmorgen in ihren Hotelzimmern in Magaliesburg ausgeraubt worden. Die Täter hatten Bargeld, Pässe, Kreditkarten und Ausrüstungsgegenstände gestohlen. Ein Fotograf war mit einer Pistole bedroht worden.

++++ Die südafrikanische Polizei hat einem aktenkundigen englischen Hooligan die Einreise zur WM verweigert. Der 42-Jährige kam am Samstag am Flughafen von Johannesburg an und wurde umgehend nach London zurückgeschickt. Zuvor mussten bereits elf argentinische Hooligans unmittelbar nach ihrer Ankunft wieder die Heimreise antreten.

++++ UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Weltmeisterschaft in Südafrika dem gesamten Schwarzen Kontinent zu einer "Renaissance" verhelfen kann. "Ich kann den Enthusiasmus der Menschen spüren", sagte der 65-Jährige FIFA.com. "FIFA und UN teilen den Glauben, dass der Fußball und die WM die friedliche Entwicklung in Afrika vorantreiben wird", sagte Ban weiter: "Afrika ist schon jetzt der Gewinner der WM."