Die deutsche Nationalmannschaft hat im Kampf um die direkte Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika vergeblich auf finnische Schützenhilfe gehofft. Verfolger Russland gab sich beim 3:0 (1:0)-Sieg in Finnland keine Blöße und bleibt dem Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Europa-Gruppe 4 dicht auf den Fersen.

Die russische Mannschaft von Startrainer Guus Hiddink verkürzte mit nunmehr 15 Punkten den Rückstand auf nur noch einen Zähler. Am vorletzten Spieltag kommte es am 10. Oktober in Moskau zum möglicherweise vorentscheidenden Duell beider Teams. Das Hinspiel hatte Deutschland 2:1 gewonnen. Vorher spielt die DFB-Elf am 12. August in Aserbaidschan gegen das Team von Ex-Bundestrainer Berti Vogts, Russland empfängt am 5. September Liechtenstein.

England fast durch - Oranje siegt weiter

So gut wie sicher in Südafrika dabei ist das Fußball-Mutterland. England gewann im Wembley-Stadion gegen Andorra 6:0 (3:0), setzte seinen Durchmarsch mit dem siebten Sieg im siebten Spiel fort und vergrößerte den Vorsprung auf den Zweiten Kroatien auf neun Punkte. Wayne Rooney (4. und 38.), Frank Lampard (29.), Jermaine Defoe (73., 75.) und Peter Coruch (80.) erzielten die Tore für die Mannschaft des italienischen Teamchefs Fabio Capello.

Als einziges europäisches Land qualifiziert sind bislang die Niederlande. Nachdem die Oranje-Kicker am vergangenen Mittwoch das WM-Ticket gelöst hatten, kamen sie beim 2:0 (1:0) in Rotterdam gegen Norwegen wie die Engländer zum siebten Sieg. Andre Oijer (32.) und Arjen Robben (50.) trafen für die Gastgeber.

Serbien setzt Frankreich unter Druck

Serbien hat seine zweite WM-Teilnahme nacheinander dicht vor Augen. Das Team von Trainer Radomir Antic verbuchte auf den Färöer einen 2:0 (1:0)-Pflichtsieg und setzt im Kampf um das direkte Ticket Ex-Weltmeister Frankreich in der Europa-Gruppe 7 immer stärker unter Druck. Die Serben führen die Gruppe mit 18 Punkten an. Die Franzosen haben zwar zwei Spiele weniger auf dem Konto, liegen aber bereits acht Punkte zurück. Milan Jovanovic (43.) und Neven Subotic vom Bundesligisten Borussia Dortmund (61.) erzielten in Torshavn die Tore für die Gäste.

Derweil gaben die Schweden in der Gruppe 1 ein Lebenszeichen ab. Das Team um Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic, der seine Torflaute im Drei-Kronen-Trikot nach exakt einem Jahr beendete, gewann in Göteborg gegen Malta 4:0 (1:0) und wahrte damit zumindest seine kleine Chance auf die WM-Teilnahme im kommenden Jahr.

Auch Mazedonien darf in der Gruppe 9, in der sich die Niederlande als bislang einziges europäischen Team bereits das WM-Ticket gesichert haben, nach einem 2:0 gegen Island zumindest noch auf Rang zwei hoffen, den derzeit die punktgleichen Schotten belegen.

Deutsche Spione auf der Tribüne

Vor den Augen von DFB-Chefscout Urs Siegenthaler und Hansi Flick, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, war Alexander Kerschakow in Helsinki der Matchwinner der Russen. Der Stürmer von Dynamo Moskau erzielte in der 26. und 53. Minute die ersten beiden Tore der Gäste, bevor Konstantin Syrianow (71.) von Zenit St. Petersburg die Entscheidung gelang. Die Finnen, die zehn Punkte auf dem Konto haben, können damit fast alle ihre WM-Hoffnungen begraben.

Nur der Tabellenführer qualifiziert sich direkt für die WM 2010 in Südafrika. Die acht besten Zweiten der neun Gruppen spielen im November in Play-off-Spielen die letzten vier europäischen WM-Plätze aus.

Ex-Bayern-Profi Karimi trifft

In Asien behielt der Iran die WM-Teilnahme in Sichtweite. Nach einem Tor des ehemaligen Bayern-Profis Ali Karimi in der 53. Minute bezwangen die Gastgeber in Teheran die Vereinigten Arabischen Emirate mit 1:0 (1:0) und haben damit in der Asien-Gruppe B die Qualifikation für die Endrunde wieder selbst in der Hand.

Das Team, das vom ehemaligen DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller beraten wird, belegt zwar vor dem letzten Spiel am kommenden Mittwoch bei den bereits qualifizierten Südkoreanern mit zehn Punkten nur den 4. Platz.

Da aber das zweitplatzierte Nordkorea beim Dritten Saudi-Arabien antreten muss, hat der Iran mit einem Sieg zumindest den 3. Platz sicher. Dieser berechtigt zur Teilnahme am Play-off-Duell gegen den Dritten der Parallelgruppe. Saudi-Arabien trennte sich von Südkorea in Seoul 0: 0.

Australien und Japan schon durch

In der Gruppe A hatten sich Australien, das am Mittwoch in Sydney 2:0 gegen Bahrain gewann, und Japan (1:1 gegen Katar in Yokohama) bereits in der Vorwoche die Südafrika-Tickets gesichert.

Bahrain (7 Punkte) und Usbekistan (4) spielen im direkten Duell um Rang 3. Katar (6) hat bereits alle acht Spiele absolviert und kann sich nicht mehr für die WM-Endrunde qualifizieren.