Köln - 1986 spielten die verbliebenen 16 Teilnehmer den Fußball-Weltmeister zum ersten Mal im K.O.-System aus. Seitdem hat die deutsche Mannschaft immer mindestens das Viertelfinale erreicht. Gegen Algerien qualifizierte sich die DFB-Elf in einem K.o.-Spiel zum achten Mal und zum insgesamt 16. Mal in Folge für die Runde der letzten Acht. Das gelang keiner anderen Nation. Am Freitag wartet mit Frankreich aber ein ganz dicker Brocken auf die Truppe von Joachim Löw. Ein Blick in die EA SPORTS-Datenbank verrät, wie gut die Chancen von Neuer, Müller und Co. stehen.

Unbestritten die Bestnote im deutschen Team im engen Spiel gegen Algerien verdiente sich Torhüter-Libero Manuel Neuer. Auch gegen die Franzosen wird er das Torwartspiel wieder sehr offensiv interpretieren und sein Einsatzgebiet nicht nur auf seinen Strafraum beschränken. In FIFA 14 ist Neuer ebenfalls kaum zu bezwingen. Mit einer Gesamtstärke von 87 sticht er den französischen Schlussmann Hugo Lloris um drei Punkte aus. Besonders groß ist der Unterschied beim Attribut "Abschlag". Neuer verfügt dort über einen herausragenden Wert von 92, Lloris bringt es lediglich auf 71. Ein deutscher Pluspunkt für Freitag steht im Tor.

Hummels und Mertesacker haben die "Lufthoheit"

Boateng, Mertesacker, Hummels und Höwedes - so besetzte Löw zumeist seine Viererkette. Kombiniert kommen die vier Verteidiger auf 332 Stärkepunkte. Frankreichs mögliche Abwehrreihe um Mathieu Debuchy, Raphael Varane, Laurent Koscielny und Patrice Evra erreichen zusammen 323 Punkte. Und Deutschland hat einen weiteren Vorteil: Sowohl Mats Hummels als auch Per Mertesacker verfügen über die Spezialfähigkeit "Lufthoheit", die sie bei Kopfballduellen in FIFA 14 nur schwer bezwingbar machen. Defensiv wie offensiv. Leichter Vorteil Deutschland.

Im Mittelfeld setzen beide Trainer bei diesem Turnier bislang auf einen Sechser und zwei Akteure auf den Halbpositionen. Die Rolle des klassischen Spielmachers ist im System von Löw und Deschamps nicht vorgesehen. Mit Lahm, Schweinsteiger und Kroos brachte Löw gegen Algerien ein Trio mit enormer Qualität. 259 FIFA Stärkepunkte sind kaum zu toppen. Frankreichs Cabaye, Matuidi und Pogba sind zwar nicht zu unterschätzen, kommen aber an die drei Bayern-Stars nicht heran. 245 Punkte im Mittelfeld sind zu wenig für Frankreich.

Drei Angreifer, aber kein echter Mittelstürmer, so stellte Joachim Löw seine Elf bisher auf. Eine Co-Produktion von Thomas Müller und Andre Schürrle sorgte im Achtelfinale für den erlösenden deutschen Führungstreffer. Mesut Özil gelang kurz vor dem Ende der Verlängerung das entscheidende 2:0. Zusammen bringt es dieses Trio auf sechs WM-Tore und 252 Zähler in der FIFA-Datenbank. Gut, aber auch gut genug für "Les Bleus"?

Didier Deschamps setzt auf Offensive

Auch Deschamps schickt normaler Weise drei Spitzen ins Rennen. Anders als Löw setzte er im Achtelfinale mit Olivier Giroud auf einen klassischen Stoßstürmer. Mit Karim Benzema stand zudem eine weitere Offensivkraft auf dem Feld, die sich im Zentrum am wohlsten fühlt. Das klappte gegen Nigeria nicht immer gut und könnte auch gegen Deutschland zu Problemen führen. Einzig der kleine Dribbler Mathieu Valbuena hält konsequent seine Position auf dem rechten Flügel. 244 Stärkepunkten für die drei Offensivkünstler. Auch hier ist Deutschland leicht im Vorteil.

Auf dem Papier steht dem vierten deutschen WM-Halbfinale nichts entgegen, denn die DFB-Elf hat praktisch keine Schwächen. Ein großes Plus ist die Luftüberlegenheit, die für Sicherheit bei gegnerischen und Gefahr bei eigenen Standards sorgen sollte. Darüber hinaus verfügen Andre Schürrle und Toni Kroos über die Spezialfähigkeit "Distanzschütze", bei der "Equipe Tricolore" sorgt in FIFA nur Pogba auch aus der Entfernung für Torgefahr. Und zu guter Letzt ist Deutschlands Lieblingsmüller in einer bestechenden Form. Als einziger der 22 genannten Akteure kann er die Fähigkeit "Eiskalter Torjäger" in die Waagschale werfen. Stellt er diese Kälte vor dem Tor auch in Rio unter Beweis, ist die Tür zum Halbfinale offen. Deutschland drückt die Daumen.