Vize-Europameister Deutschland ist mit einer herben Enttäuschung ins Länderspiel-Jahr 2009 gestartet.

Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw enttäuschte beim 0:1 (0:0) im Härtetest gegen Norwegen auf ganzer Linie, offenbarte Schwächen in allen Mannschaftsteilen und muss sich auf dem Weg zur WM-Endrunde in Südafrika gehörig steigern. Vor 45.000 Zuschauern in Düsseldorf erzielte Christian Grindheim in der 63. Minute den Siegtreffer für die Wikinger, die im Jahr 2008 keinen einzigen Sieg errungen hatten.

Idealformation im Mittelfeld

Damit wurde die DFB-Auswahl durch den Weltranglisten-58. für ein zu behäbiges Spiel bestraft. Außerdem machte sich der dreimalige Welt- und Europameister, der erstmals unter Löw zwei Spiele in Folge verlor, mit vielen Ballverlusten und zahlreichen Schwächen in der Hintermannschaft das Leben immer wieder selbst schwer.

Dabei konnte Löw im Gegensatz zum letzten Länderspiel gegen England (1:2) im November vergangenen Jahres wieder auf seine Idealformation im Mittelfeld zurückgreifen. Neben Kapitän Michael Ballack, der zu seinem 90. Länderspiel kam und damit in der Rekordliste zu Rudi Völler auf Platz 13 aufschloss, und Bastian Schweinsteiger sowie Piotr Trochowski stand auch erstmals seit dem EURO-Finale wieder Torsten Frings in der Startformation.

Adler pariert

In der gesamten ersten Hälfte kam das deutsche Spiel nicht in Schwung. Die einzige Großchance im ersten Durchgang besaß der Stuttgarter Mario Gomez. Nach einer Kopfball-Vorlage seines Sturmpartners Miroslav Klose setzte der 23-Jährige, der vor gut zwei Jahren an gleicher Stelle beim 3:1 gegen die Schweiz sein Debüt für Deutschland gegeben und dabei sein erstes Länderspiel-Tor erzielt hatte, den Ball aus kurzer Entfernung neben das Tor (10.).

Ansonsten versuchte es die deutsche Mannschaft nur mit Distanzschüssen wie etwa durch Ballack (9.) oder Philip Lahm (29.). Das Tor von Norwegens Keeper Rune Jarstein war aber kaum in Gefahr.

Das sah auf der Gegenseite schon anders aus. Nach einem Fehler von Heiko Westermann musste Per Mertesacker gegen Thorstein Helstad klären (14.). Torwart Rene Adler entschärfte einen Kopfball von Helstad aus kurzer Entfernung mit einer Glanzparade (22.).

Beck und Özil kommen zum ersten Einsatz

Die zweite Halbzeit begann mit dem Debüt des Hoffenheimers Andreas Beck. Der Außenverteidiger kam wie abgesprochen für den Schottland-Legionär Andreas Hinkel ins Spiel. In der 78. Minute kam auch der Bremer Mesut Özil, der zuletzt auch heftig vom türkischen Verband umworben worden war, zu seinem ersten Einsatz im DFB-Trikot. Beck und Özil waren die Debütanten Nummer 23 und 24 in der Ära Löw.

Das deutsche Spiel änderte sich aber auch im zweiten Durchgang nicht. Die Löw-Elf fand kaum ein Rezept gegen die gut gestaffelte Hintermannschaft der Norweger. So mussten die deutschen Anhänger bis zur 58. Minute auf die nächste deutsche Chance warten. Dabei war es Gomez, der Schlussmann Jarstein mit einem 18-Meter-Schuss prüfte.

Wer von einem Weckruf im deutschen Spiel ausging, sah sich aber getäuscht. Stattdessen waren es die Norweger, die den haushohen Favoriten bestraften. Infolge eines schwachen Defensivverhaltens geriet das Löw-Team mit 0:1 in Rückstand. Nach einer flachen Hereingabe von Morton Pedersen tauchte Grindheim völlig frei vor Adler auf und hatte wenig Mühe, das 1:0 für Norwegen zu erzielen.