Verband: Deutscher Fußball-Bund (DFB)

Gegründet: 1900

FIFA-Mitglied seit: 1904

Bisherige WM-Teilnahmen: 16

WM-Erfolge: Weltmeister (1954, 1974, 1990)

Geschichte des Fußballs in Deutschland:

Im Vergleich zum Mutterland des Fußballs England musste der Sport mit dem runden Leder hierzulande viel länger um gesellschaftliche Anerkennung kämpfen. 1874 wollte der Braunschweiger Lehrer Konrad Koch mit dem Fußballspiel dem Bewegungsmangel der Jugend entgegenwirken. Doch gegenüber dem Turnen hatte Fußball lange Zeit einen schweren Stand und wurde noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts als "Fußblümmelei" verspottet. Mit Gründung des deutschen Fußball-Bundes am 28. Januar 1900 in Leipzig starte der Fußball seine rasante Entwicklung. Die 1963 gegründete Bundesliga, in der anfangs 16, heute 18 Vereine um die Deutsche Meisterschaft spielen, sorgte für die weitere Professionalisierung des Sports und der Etablierung des Fußballs zur Sportart Nummer 1.

WM-Geschichte:

Brehmes Schuss zum Titel 1990

Die äußeren Bedingungen beim ersten WM-Spiel einer deutschen Nationalmannschaft glichen jenen, die derzeit in Brasilien herrschen. Es war richtig heiß in Florenz an jenem 27. Mai 1934. Das damalige WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Belgien endete 5:2. 80 Jahre später absolviert die Nationalmannschaft bei ihrer bereits 17. WM-Teilnahme gegen Portugal ihr 100. Spiel. Zwischen Florenz und Salvador lagen 60 Siege bei 19 Unentschieden und 20 Niederlagen, ganz bittere Stunden für den deutschen Fußball, etwa bei den verlorenen Finals 1966, 1982, 1986 und 2002, aber auch viele Triumphe und Höhepunkte, wie die drei WM-Titel 1954, 1974 und 1990.

Einen Meilenstein setzte das DFB-Team gleich bei seinem 12. WM-Auftritt: Es war jener 4. Juli 1954, der als "Wunder von Bern" in die Historie eingegangen ist. 3:2 besiegte Deutschland das scheinbar übermächtige Ungarn und wurde erstmals Weltmeister. Fritz Walter, Helmut Rahn, Max Morlock und Co. sind heute noch Helden. Im Finale von Wembley 1966 verlor das Team um Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Willi Schulz gegen England 2:4 nach Verlängerung - inklusive des legendären Wembleytors. Nicht viel glücklicher verlief Spiel Nummer 33 vier Jahre später. Das Halbfinale gegen Italien sollte zwar als Jahrhundertspiel in die DFB-Annalen eingehen, ging aber in der brütenden Hitze von Mexiko City 3:4 n.V. verloren. 

Dass der 37. WM-Auftritt bei der Heim-WM 1974 0:1 gegen die damalige DDR verloren ging, konnten Beckenbauer, Gerd Müller oder Uli Hoeneß leicht verschmerzen. Vier Spiele später war die DFB-Elf durch ein 2:1 gegen die Niederlande in München zum zweiten Mal Weltmeister. Den vorerst letzten großen Höhepunkt der deutschen WM-Geschichte gab es am 8. Juli 1990 im 68. WM-Spiel: Das 1:0 gegen Argentinien bedeutete den dritten Titel.

Star und Trainer:

Bundestrainer Löw (r.) mit Kapitän Lahm

Philipp Lahm vom FC Bayern München ist für die deutsche Mannschaft unverzichtbar. Der 30 Jahre alte Defensivmann ist längst zum Führungsspieler und Wortführer in seinem Club und in der DFB-Auswahl aufgestiegen. Bayern-Coach Pep Guardiola und Bundestrainer Joachim Löw kommen regelrecht ins Schwärmen, wenn sie über den kleinen und wendigen Lahm sprechen. "Er ist der intelligenteste Spieler, den ich je trainiert habe", sagt Guardiola über seinen Kapitän. Auch für Löw ist "Philipp einer der Spieler, die auf jeder Position irgendwie spielen können. Ich glaube, er ist der Einzige auf der Welt, der so flexibel einsetzbar ist, und überall seine Weltklasse-Leistung abruft." In dieser Saison hat Lahm, der schon seit 1995 in München kickt, nicht nur auf seiner angestammten Position als Rechtsverteidiger seine Klasse gezeigt, sondern auch als Sechser im Mittelfeld vor der Abwehr. Guardiola und Löw würden Lahm deshalb am liebsten klonen. 

Als Assistent von Jürgen Klinsmann hat Joachim Löw 2004 dafür gesorgt, dass die Nationalmannschaft in die Weltspitze zurückgekehrt ist. Drei Mal ging Löw anschließend als Cheftrainer mit der Mission Titelgewinn in ein großes Turnier. Im vierten Anlauf soll es nun mit dem ersehnten vierten Titel klappen. Seinen Spielern bläut er seit langem ein, dass die Endrunde in Brasilien "ein Turnier des Willens" wird. Am Willen des Trainers, so viel steht fest, wird die Mission nicht scheitern.