Frankfurt am Main - Vor dem Einsatz von Video-Assistenten bei allen Bundesliga-Spielen ab der kommenden Saison gibt es schon bald einen weiteren wichtigen Test. Erstmals in der Geschichte wird am 28. März ein deutsches Schiedsrichtergespann bei einem offiziellen Länderspiel von einem Video-Assistenten unterstützt. An diesem Tag leitet FIFA-Referee Felix Zwayer das Testspiel zwischen Vize-Europameister Frankreich und Spanien im Pariser Stade de France.

Gemeinsam mit seinen beiden Assistenten, Thorsten Schiffner und Marco Achmüller, sowie dem Vierten Offiziellen, Daniel Siebert, wird Zwayer wertvolle Erfahrungen im Umgang mit dem neuen technischen Hilfsmittel sammeln und zur Weiterentwicklung des Systems beitragen. Bei der Begegnung kann der sogenannte "Video Assistant Referee“ den Unparteiischen per Funk informieren, falls eine spielentscheidende Entscheidung vom Schiedsrichter falsch bewertet wurde. Als Video-Assistent in Paris fungiert Zwayers Bundesliga-Kollege Tobias Stieler. Begleitet wird das Team vor Ort von Hellmut Krug, Schiedsrichter-Manager der DFL Deutsche Fußball Liga und Leiter des Projekts Video-Assistent.

"Es ist schon etwas Besonderes, als erster deutscher Schiedsrichter eine offizielle Partie leiten zu dürfen, bei der der Video-Assistent zum Einsatz kommt“, sagt Felix Zwayer. "Sonderlich viele Gedanken mache ich mir dazu aber noch nicht, da wir Bundesliga-Schiedsrichter seit Saisonbeginn intensiv in diesem Bereich testen und deshalb bereits jetzt gut auf einen solchen Einsatz vorbereitet sind. Generell ist der Video-Assistent eine weitere Unterstützung, die mich vor klaren Fehlentscheidungen schützt. Die Einflüsse auf meine Spielvorbereitung und Spielleitung sind allerdings nur gering.“

Mehrmonatige intensive Testphase

Auch Tobias Stieler, der als Video-Assistent den Zugriff auf sämtliche Kamerabilder haben wird und mit Zwayer via Funkverbindung kommunizieren kann, blickt der Aufgabe zuversichtlich entgegen: "Natürlich freue ich mich, als erster deutscher Video-Assistent eingesetzt zu werden. Wir haben in den zurückliegenden Monaten intensiv in diesem Bereich getestet und die Vorgaben des IFAB verinnerlicht. Ich bin überzeugt, dass meine Live-Erfahrungen wertvoll für die weitere Vorbereitung aller Schiedsrichter auf die Premierensaison des Video-Assistenten in der Bundesliga sein werden.“

DFL und DFB testen im Bereich des Video-Assistenten bereits seit Monaten sehr intensiv. Durch das Gemeinschaftsprojekt, das in enger Abstimmung mit dem für das weltweit gültige Regelwerk IFAB umgesetzt wird, soll das Spiel in Zukunft fairer und klare Fehlentscheidungen in den Bereichen Torerzielung, Strafstoß, Platzverweis und Spielerverwechslung auf ein Minimum reduziert werden.