Köln - Am Mittwochabend fand die jährliche Mitgliederversammlung des 1. FC Köln statt. 3.119 Mitglieder kamen in das Staatenhaus am Rheinpark. Auch FC-Trainer Frank Schaefer und die Profis des 1. FC Köln nahmen an der Mitgliederversammlung teil. Im Mittelpunkt der Versammlung standen die Berichte von Vorstand, Verwaltungsrat und Sportbeirat sowie die Neuwahl des Vereinsbeirats. Die Mitglieder nutzten außerdem die Möglichkeit, ihre Fragen an den Vorstand und die Geschäftsführung zu richten und ihre Meinung zu äußern.

Im Bericht des Vorstands ging Vize-Präsident Friedrich Neukirch zunächst auf aktuelle sportliche Situation ein: "Niederlagen sind immer schmerzhaft, und ganz besonders trifft dies zu, wenn man im heimischen Stadion gegen den sportlichen Rivalen vom Niederrhein verliert", stellte Neukirch fest: "Aber wir hier im Vorstand dürfen uns nicht von Momentaufnahmen beirren lassen, sondern haben die Aufgabe und die Pflicht, immer auch die Gesamtsituation im Auge zu behalten."

Overath: "Jeder muss sich hinterfragen"

Nach Neukirch ergriff FC-Präsident Wolfgang Overath das Wort und richtete deutliche Worte an die Mitglieder: "Ich teile mit Ihnen und mit Euch die Enttäuschung darüber, was in dieser Saison bisher hier geleistet wurde. Wenn man wie wir auf Platz 18 steht, dann spürt man die Bürde des Präsidentenamtes und man hat nicht viele Argumente. Jeder von uns muss sich hinterfragen, was er falsch gemacht hat." Trotz der schwierigen sportlichen Situation stellte Overath fest, dass es nur gemeinsam wieder aufwärts gehen könne.

"Ich habe mir in den letzten Tagen und Wochen viele Gedanken gemacht, was die Ursachen für unsere momentane Situation sind und was wir tun müssen, um für diese Saison den Klassenerhalt zu schaffen und die Marke 1. FC Köln wieder zu stärken. Das muss unser einziges Ziel sein", erklärte Overath. Anschließend nannte er die Punkte, die in Zukunft gemeinsam umgesetzt werden sollen, damit diese Ziele erreicht werden.

Appell an die Mannschaft: "Leidenschaft, Einsatzwillen und Kampfbereitschaft"

Hierbei appellierte der Präsident, dass der 1. FC Köln stets im Mittelpunkt stehen müsse. Die Entscheidungsträger müssten eng zusammenstehen, um aus dieser Situation herauszukommen. Zudem müsse aufgehört werden, den Erfolg in Namen zu suchen, sondern es müsse vielmehr in der Sache und in Strukturen gedacht werden. In seinen weiteren Ausführungen nahm Overath die Mannschaft des 1. FC Köln in die Pflicht und richtete sein Wort an die Profis: "Mit Leidenschaft, Einsatzwillen und Kampfbereitschaft wollen wir die Zukunft angehen. Dass ihr es könnt, habt ihr gegen Hamburg gezeigt. Wir müssen Frank Schaefer Rahmenbedingungen schaffen, die es ihm ermöglichen, als Cheftrainer erfolgreich zu sein."

"Ich möchte hier nichts schönreden, aber aus einer solchen Situation kommen wir nur gemeinsam raus. Denn wir alle haben den gemeinsamen Wunsch, dass es mit dem 1. FC Köln aufwärts geht. Und dafür lohnt es sich alles zu geben", sagte Overath zum Abschluss seiner Ansprache.

Kölner Stadion bleibt rauchfrei

Nach den Berichten des Verwaltungsrats und des Sportbeirats entschieden die Mitglieder über die Entlastung des Vorstands und des Verwaltungsrats für das Geschäftsjahr 2009/10. Da es bei einer ersten Abstimmung nicht zu einem eindeutigen Ergebnis über die Entlastung des Vorstands kam, wurden die Stimmen in einem zweiten Wahlgang erneut ausgezählt. Hierbei entlasteten die Mitglieder den Vorstand für das Geschäftsjahr 2009/10 nicht. Anschließend wurde der Verwaltungsrat durch die Mitglieder entlastet.

Unter Tagesordnungspunkt 10 wurde auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend der neue Vereinsbereit gewählt. Der Vereinsbeirat besteht aus Mitgliedern des bisherigen Sportbeirats und Ehrenrats. Werner Magierski Karl Pütz, Jupp Röhrig, Hans Schäfer, Helmut Vollbach und Leo Wilden, die nicht für den Vereinsbeirat kandidierten, wurden verabschiedet. Die Mitglieder des Vereinsbeirates wurden mit großer Mehrheit von den anwesenden Stimmberechtigten en bloc gewählt. Der neue Vereinsbeirat besteht aus: Klaus Eßlinger, Dr. Boris Gehlen, Friedhelm Henze, Bernd Johannwerner, Dr. Bodo Jost, Franz-Josef Kijak, Jochen Scheler, Christoph Schlömer, Dr. Georg Wochner, Detlef Zebandt und Monika Beckmann.

Ein Antrag auf Aufhebung des Rauchverbots im Tribünenbereich des RheinEnergieStadion wurde bei der Mitgliederversammlung abgelehnt. Das RheinEnergieStadion bleibt damit weiterhin rauchfrei. Ebenso abgelehnt wurde eine Reduzierung der Mitgliederbeiträge im Falle eines Abstiegs.