Frei von Abstiegssorgen, aber dennoch hochmotiviert ist der 1. FC Köln, der auf seinen rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen trifft. (Sonntag, ab 16:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio)

Auch wenn Leverkusen als Favorit in die Begegnung geht, sieht Trainer Christoph Daum dennoch Chancen auf einen Sieg für seine "Geißböcke": "Wir sind in dieser Saison mit vielen Herausforderungen zurecht gekommen. Meine Mannschaft ist in dieser Spielzeit schon oft an ihre Leistungsgrenze gegangen. Wenn auch beim Spiel gegen Bayer nichts für uns spricht, ist vielleicht gerade das eine Chance."

"Wir brauchen ein Erfolgserlebnis"

Das übliche Säbelrasseln vor dem Derby eröffnete FC-Präsident Wolfgang Overath. "Wir haben etwas, was Bayer nicht hat: Wir haben ein tolles Stadion, unglaubliche Fans, Tradition - da sind wir stolz drauf, auch wenn wir in den letzten Jahren nicht so erfolgreich waren."

Auch wenn der bisher letzte Erfolg der Kölner über Leverkusen zwölf Jahre her ist, herrscht auf der anderen Rheinseite Zurückhaltung. Denn Bruno Labbadias Truppe ist nach fünf Spielen ohne Sieg ein wenig verunsichert, wie der Trainer zugibt: "Es gab schon Situationen, in denen wir bessere Ergebnisse und mehr Selbstvertrauen gehabt haben, nun brauchen wir wieder ein Erfolgserlebnis. Das Derby ist eine richtig gute Herausforderung und gut als Prüfung. Ich denke, das wird interessant."

Adler fraglich

Im Interview mit bundesliga.de erklärt der frühere Manager von Bayer 04, Reiner Calmund, welche Bedeutung die Partie für die Beteiligten hat: "So ein Derby ist ein großes Spiel. Für den Sieg gibt es ja nicht nur drei Punkte für den Klassenerhalt oder den Traum vom UEFA-Cup, es gibt ja auch alles doppelt: doppelte Freude, doppelter Jubel bei den Fans. Und so ein Derbysieg gibt zusätzlichen Schwung für die nächsten Spiele."

Bei den Leverkusenern fällt Gonzalo Castro wegen Adduktorenproblemen weiterhin aus, Pirmin Schwegler hat im Training einen Ball gegen die Schläfe bekommen und die Einsätze von Manuel Friedrich und Arturo Vidal sind eher unwahrscheinlich. Die beiden sind erst im Laufe der Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Rene Adler wird voraussichtlich nach seiner Ellbogenverletzung wieder im Tor stehen.

Auf Kölner Seite muss Daum neben Marvin Matip (Meniskusabriss) auch auf Pierre Wome (Aufbautraining nach Sehnemanriss im Oberschenkel) und Manasseh Ishiaku (Muskelfaserriss) verzichten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Köln: Mondragon - Brosinski, Geromel, Mohamad, Brecko - McKenna, Petit, Pezzoni - Radu, Ehret – Novakovic

Leverkusen: Adler - Henrique, Sinkiewicz, Haggui, Kadlec - Rolfes - Renato Augusto, Zdebel (Vidal), Barnetta - Helmes, Kießling


Werder Bremen - Hannover 96

Für die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking sind die UEFA-Pokal-Träume in weite Ferne gerückt. Mit nur vier Punkten Vorsprung auf einen Relegationsplatz rangiert Hannover auf Rang 13. Statt Europa steht der Klassenerhalt ganz oben auf der Agenda der Niedersachsen. Im Nordderby gegen Werder wollen die "Roten" den ersten Auswärtssieg der laufenden Saison einfahren, um mit drei Punkten im Gepäck gar nicht erst Gefahr zu laufen, in die Abstiegsränge zu geraten.

Hecking redete seine Mannschaft stark: "So schwer ist die Aufgabe in Bremen gar nicht. Wir müssen noch etwas mutiger agieren und immer wieder selber nach vorne spielen."

Ein Blick auf die Statistik dürfte den Gästen für dieses Vorhaben allerdings kaum Mut machen. Bremen gewann die vergangenen vier Heimspiele gegen die 96er mit mindestens drei Toren Differenz. In der vergangenen Saison schoss Werder die Niedersachsen sogar mit 6:1 aus dem Weser-Stadion. Alles Zahlenspiele, die den Bremern am Sonntag freilich nicht weiterhelfen werden.

Ewige Personalsorgen

Werder-Cheftrainer Thomas Schaaf rät ohnehin, die Gäste nicht zu unterschätzen: "Sie haben oft besser gespielt, als es die Ergebnisse vermuten lassen. Wir dürfen sie nicht klein reden, sie werden uns alles abverlangen. Wir müssen hellwach sein, um uns erfolgreich durchzusetzen."

Für die Leistungsschwankungen sind gewiss auch die personellen Defizite der Niedersachsen verantwortlich. Schaaf, der mit der Problematik einer dünnen Personaldecke bestens vertraut ist, hat Verständnis für die missliche Lage seines Trainerkollegen: "Dass sich Hannover bislang nicht weiter vorne platzieren konnte, hat auch mit den personellen Problemen zu tun. Dass Christian Schulz, der uns noch gut bekannt ist und der eigentlich den Anspruch hat im Mittelfeld zu spielen, zuletzt in der Innenverteidigung stand, macht erkennbar, mit welchen erheblichen Umstellungen Hannover zu tun hatte."

Nur Jensen fällt auf Bremer Seite aus

Auch am Sonntag muss Hecking auf einige Leistungsträger verzichten. Vinicius (Aufbautraining nach Bandscheibenoperation), Steven Cherundolo (Hüftprobleme), Jan Schlaudraff (Leistenoperation), Valerien Ismael (Knieprobleme) sowie Gaetan Krebs (Sprunggelenkverletzung) werden definitiv ausfallen und auch hinter den Einsätzen von Ex-Werderaner Frank Fahrenhorst (Trainingsrückstand nach Muskelfaserriss) und Michael Tarnat (Trainingsrückstand nach Fußprellung) stehen noch Fragezeichen.

Werders Coach Schaaf kann dagegen personell womöglich aus dem Vollen schöpfen. Abgesehen von Daniel Jensen, dessen Einsatz am Sonntag aufgrund einer Achillessehnenverletzung gefährdet ist, stehen alle Profis für das Nordderby zur Verfügung.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bremen: Wiese - Pasanen, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Tziolis, Özil - Diego - Pizarro, Almeida

Hannover: Enke - Pinto, Eggimann, Christian Schulz, Rausch - Andreasen, Balitsch - Stajner, Bruggink, Rosenthal - Forsell