Köln - Neuzugang Deyverson steht dem 1. FC Köln am Samstag für das rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach (ab 15:00 im Liveticker) erstmals zur Verfügung. Der brasilianische Stürmer hat sich in Köln eingewöhnt und kann auf einen Einsatz im prestigeträchtigen Spiel hoffen.

Der Trainer des 1. FC Köln, Peter Stöger, hat sich noch nicht entschieden, ob er den Stürmer einsetzen will.  "Ob wir ihn mitnehmen, werden wir sehen", sagt der Coach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Im gleichen Atemzug lobt er den Linksfuß, der von Belenenses Lissabon nach Köln kam aber: "Deyverson hat seine Stärken in der Nähe des Tores", so Stöger. 

Erschwerte Eingewöhnung

Die englische Woche hatte Deyverson die Eingewöhnung erschwert. Der Trainingsschwerpunkt der Kölner lag angesichts dreier Partien in einer Woche eher auf der Regeneration. In der Woche vor dem Derby konnte er aber voll mittrainieren und ist einsatzbereit. "Er ist im Rhythmus und steht voll im Saft, deswegen ist er für das Wochenende auch ein Thema", sagt Stöger. Die Hoffnungen, die auf Deyverson liegen sind von Seiten der Fans durchaus vorhanden. Mit acht Tore in 16 Spielen in Portugal hat er durchaus respektable Zahlen vorzuweisen.

Der Coach will aber keine Last auf die Schultern des 23-Jährigen laden. "Ich will ihm nicht den Druck geben, dass er hier der Heilsbringer ist", sagt Stöger. Deswegen stand Deyverson auch bisher noch nicht im Kader. In den Planungen des Trainerteams ist der Angreifer eher eine zusätzliche Option und ein Ersatz für den abgewanderten Simon Zoller. Der 1,85 Meter große Deyverson hat seine Stärken im Strafraum. Er ist kopfballstark und kann lange Bälle gut verarbeiten – Fähigkeiten, die ihm im Kölner Spiel zugute kommen. "Er hat ein gewisses Maß an Schnelligkeit und auf uns einen ordentlichen Eindruck gemacht", ergänzt Stöger.

Volle Konzentration aufs Derby

Da auch letzte private Verpflichtungen wie Behördengänge und Wohnungssuche erledigt sind, kann sich Deyverson nun voll auf Fußball konzentrieren. Es ist davon auszugehen, dass er mit nach Mönchengladbach fährt und seine erste Berufung in den Kader gleich beim traditionsreichen Derby stattfindet. Nach zwei torlosen Spielen kann der FC zusätzliche Power im Angriff auch gebrauchen. Stöger betont zwar, dass die beiden 0:0 nichts mit einer möglichen Berufung von Deyverson zu tun haben. Aber auch der Trainer der Geißböcke wird sich über eine zusätzliche Möglichkeit freuen, von der Bank Torgefahr einzuwechseln – wenn er Deyverson nicht sogar von Anfang an spielen lässt.

Die letzten beiden Spiele begann der FC mit Anthony Ujah im Angriff, gegen Paderborn wurde Ujah dann von Bard Finne unterstützt. Beide Male entwickelte die Offensive der Kölner aber nicht genug Durchschlagskraft. Sollte Deyverson das ausgerechnet gegen Mönchengladbach ändern und Tore für den 1. FC Köln erzielen, wäre er für die Fans auf jeden Fall ein Heilsbringer. Auch ganz ohne Druck.

Sebastian Stenzel