München - Der Grieche Sokratis Papastathopoulos lässt jetzt schon Stadionsprecher und Kommentatoren erzittern. Doch der Mann mit dem längsten Nachnamen der Bundesliga hat noch mehr vorzuweisen - eine persönliche Empfehlung durch Otto Rehhagel zum Beispiel.

Mit dem Abschluss des Transfers findet eine unruhige Zeit für Werder Bremen doch noch ein glückliches Ende. Schon vor Monaten war das Interesse der Norddeutschen an dem Spieler der italienischen Serie A öffentlich geworden, Klaus Allofs machte sich mehrmals persönlich auf den Weg gen Süden zu Verhandlungen. Und dann waren da noch die Diskussionen um das Transferbudget.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Jetzt heißt es aber erst einmal durchatmen für die krisenerprobten Werderaner. Der Wechsel entpuppt sich nämlich als äußerst zufriedenstellend für alle Beteiligten. Die Bremer haben endlich einen verlässlichen Abwehrmanager gefunden, der FC Genua, sein letzter Arbeitgeber, hatte sowieso keine Verwendung mehr für den 23-Jährigen und er selbst hatte auch schon erwähnt, dass er sich in der Bundesliga wohl fühlen würde. Eine klassische Win-Win-Situation also.

Seine Karriere begann in der griechischen Super League beim AEK Athen, nach zwei Spielzeiten wechselte er zum FC Genua und wurde dort im letzten Jahr an den AC Mailand ausgeliehen. In Bremen hat er nun zunächst wieder einen Leihvertrag, allerdings mit Kaufoption. Das ist auch gut für die Geldbörse.

Messis Albtraum

Papastathopoulos, sein Spitzname ist übrigens "Papas", wird in Bremen schon als "Heilsbringer" betitelt. Und das ist kein Wunder, denn seine Referenz ist der ehemalige griechische Nationaltrainer Otto Rehhagel. Der lobte ihn gegenüber der "Bild"-Zeitung in den höchsten Tönen: "Er ist ein Athlet mit großem Ehrgeiz, hat ein gutes Kopfballspiel und einen guten Schuss." Rehhagel vertraut ihm und verschaffte ihm bereits 16 Länderspiel-Einsätze, zwei davon bei der Weltmeisterschaft in Südafrika.

Damals hatte er bei allen Beobachtern für Erstaunen gesorgt, denn wie er sich an Lionel Messis Fersen heftete, war durchaus bemerkenswert. Im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Argentinien hatte Papastathopoulos seinen großen Auftritt, er wurde zu Messis Schatten und erspielte sich den Respekt aller, auch wenn das Spiel für die Griechen 0:2 verloren ging und sie damit ausschieden.

Integration im Eiltempo

Kaum war er in Bremen angekommen, durfte er auch schon mit den anderen Werderanern beim Testpiel am Samstag gegen Athletic Bilbao auflaufen. Bei der Gelegenheit trug er auch zum ersten Mal seine neue Rückennummer, die 22. Die trug zuletzt der ehemalige Kapitän Torsten Frings, der im Sommer zum FC Toronto wechselte. Man erwartet sich offenbar so einiges.

Sabine Glinker