Er besitzt eine großartige Technik, ein feines Passspiel und eine enorme Grundgeschwindigkeit. Carlos Eduardo ist seit dieser Saison die offizielle Nummer zehn bei Hoffenheim und besitzt so ziemlich alle Fähigkeiten, die sich ein Trainer wünschen kann. bundesliga.de hat sich näher mit dem Ballzauberer beschäftigt und herausgefunden, dass die Statistik-Datenbank das nur unterstreichen kann.

Carlos Eduardo entschied sich vor gut zwei Jahren gegen einige große Vereine und kam von Gremio Porto Alegre zu 1899 Hoffenheim in die 2. Bundesliga, um sich dort besser entwickeln zu können. Dieser Plan scheint für den Brasilianer voll aufgegangen zu sein. Er hat sich zu einem der zentralen Spielgestalter bei Hoffenheim entwickelt.

Keine "Alibi-Pässe"

Immer mit dem Auge für den Mitspieler, gedankenschnelle, geniale Pässe, und immer mit Zug zum Tor - so könnte man ihn wohl recht gut beschreiben. Der 1,70 m große Mittelfeldwusler hat in 32 Bundesligaspielen bisher schon zehn Tore erzielt - eine beachtliche Bilanz. Einige Stürmer wären sicher glücklich, wenn sie im Schnitt in jedem dritten Spiel jubeln dürften.

Noch bemerkenswerter ist jedoch seine Pass-Quote. Von dem Ballkünstler finden unglaubliche 86 Prozent aller Zuspiele (279 in dieser Saison) auch ihr Ziel. Carlos Eduardo spielt aber wahrhaftig keine Alibi-Pässe. Seit dem Frühjahr 2008 gehen 13 Assistpunkte auf das Konto des Brasilianers. Zudem war er im letzten Spiel gegen Hertha BSC mit drei Torschussvorlagen führend in seinem Team.

Nur wenige können ihn stoppen

Was den 22-Jährigen allerdings so unentbehrlich für sein Team macht, sind seine impulsiven Dribblings. Immer wieder kann er zwei bis drei Gegner auf sich ziehen, sich dabei durch seine Ballsicherheit behaupten und den Stürmern somit die nötigen Freiräume schaffen. Aus bisher 27 Antritten ging er in zwei Dritteln aller Versuche als Sieger hervor.

Manager Jan Schindelmeiser fasst ganz treffend zusammen: "Carlos hat die entscheidenden Ideen für Pässe, die dem Gegner wehtun. Er ist extrem ballsicher, fast nicht vom Ball zu trennen, hat Spielintelligenz. Unangenehm für jeden Gegner, weil er viele überraschenden Dinge macht. Und er hat Lehren gezogen, bleibt ruhig, auch wenn er ständig gefoult und geklammert wird."

Kann zu einem europäischen Spitzenspieler werden

Auch sein Trainer Ralf Rangnick weiß genau, welch Juwel er in seinen Reihen hat: "Jeder Trainer kann froh sein, so einen Spieler zu haben. Er ist in richtig guter Form. Entwickelt er sich so weiter, spielt er mal international - bei uns oder woanders."

Jan Schindelmeiser geht sogar noch einen Schritt weiter: "Carlos hat gelernt, zu verteidigen und in ein taktisches Konzept eingebunden zu sein. Er ist stabil geworden. Wenn er so weitermacht, kann er zu einem europäischen Spitzenspieler werden und hat sicher Chancen, mal in Brasiliens Nationalelf zu spielen."

Er fühlt sich wohl in Hoffenheim

Er selbst bleibt jedoch hanz bodenständig: "Ich bin gut drauf und habe einfach richtig Spaß am Fußball." Zwei Ziele formuliert der Brasilianer allerdings genau: "Ich will diese Saison zehn Tore machen. Und mit Hoffe kommen wir unter die ersten Drei!" Die Fans von 1899 Hoffenheim können sich also schon auf die nächsten Auftritte des Ballkünstlers freuen.

Und das auch noch ein wenig länger, da Eduardo erst vor kurzem seinen Vertrag bis 2013 verlängert hat. Ein absolutes Treuebekenntnis, bedenkt man, dass er eigentlich noch einen Kontrakt bis 2012 besaß. Er fühlt sich also wohl bei den Kraichgauern. Und wer Brasilianer kennt, der weiß, dass sie genau dann ihre beste Leistung abrufen.

Norman Thalwitzer