Köln - Mit dem neuen Feature "Be A Goalkeeper" macht FIFA 11 von EA SPORTS einen ganz großen Schritt nach vorne. Denn mit diesem Feature trägt EA der enorm gewachsenen Bedeutung des modernen, realen Torhüterspiels Rechnung.

Wer könnte das besser beurteilen als Andreas Köpke, Torwart-Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, und Jörg Stiel, ehemaliger Schweizer Nationalkeeper und Ex-Schlussmann von Borussia Mönchengladbach. Die beiden Fachleute zeigten im Rahmen der Kölner Spielemesse gamescom die Entwicklung der Nummer 1 im Fußballspiel auf.

"Torwart-Spiel ist viel komplexer geworden"

"Das moderne Torwart-Spiel hat sich am meisten verändert, es ist viel komplexer geworden. Man muss sich nur mal anschauen, was heute von einem Torhüter verlangt wird: Er muss mit links und rechts schießen können, direkte Gegenangriffe einleiten und dirigieren können. Der Torwart spielt heute eine Art Libero und muss nicht nur den Fünfmeter-, sondern den Sechzehnmeterraum beherrschen. Und Bälle halten muss er auch", sagt Köpke.

Durch die Einführung der Rückpassregel 1992 hat sich der vormals fast ausschließlich mit den Händen arbeitende Torhüter zu einem kompletten Fußballer entwickelt. "Ein Manuel Neuer könnte heute sicher in der 3. Liga im Feld mitspielen. Ein guter Torwart muss heute Fußball spielen können, er nimmt im Spiel nur noch etwa zu 15 Prozent die Hände. Das sind komplette Sportler, die auch mental ganz stark sein müssen. Das macht die Position ja auch so speziell und interessant", ergänzt Stiel.

Stellenwert in der Mannschaft gestiegen

Zusammen mit den höheren Anforderungen und Ansprüchen an die Keeper sei aber auch ihr Stellenwert in der Mannschaft gestiegen. "Die Torhüter erleben heute eine ganz andere Wahrnehmung als früher, ihre Position ist heute viel wichtiger geworden", meint Köpke.

Der ehemalige Schlussmann des 1. FC Nürnberg kündigte auch eine spezielle Ausbildung der Torwart-Trainer an: "Beim DFB wird angedacht, eine Torwart-Trainer-Lizenz einzuführen, die dann jeder in der Bundesliga beschäftigte Torwart-Trainer haben muss."

Vielfältigkeit macht heute den Reiz aus

Diese Entwicklung hat sich sicher ihren Teil dazu beigetragen, dass Deutschland ein Land der überragenden Torhüter geblieben ist. Fanden früher die meisten guten Torhüter eher zufällig den Weg ins Tor oder auch wegen großer Vorbilder wie Sepp Maier oder Toni Schumacher, so macht heute die Vielfältigkeit den Reiz aus.

Über alte Zeiten vor der Rückpassregel müssen Köpke und Stiel ihren jungen Nachfolgern deshalb auch nichts mehr erzählen. Andi Köpke: "Die wissen ja gar nicht, was wir damit meinen."

Stefan Kusche