Die Serie von Werder Bremen von 23 Pflichtspielen ohne Niederlage in Folge ist gerissen. Mit einem verdienten 2:0 entführte Schalke 04 drei Punkte aus dem Weserstadion und zog damit in der Tabelle an den "Grün-Weißen" vorbei auf Platz 2.

"Wir hätten die Serie gerne fortgesetzt. Aber irgendwann musste sie ja mal reißen. Es ist sehr schade, dass uns das ausgerechnet im letzten Heimspiel vor der Winterpause passiert ist", sagte Torsten Frings nach dem Spiel zu bundesliga.de.

Trainer Thomas Schaaf ärgerte sich zwar darüber, dass sein Team nach dem 2:3 gegen Eintracht Frankfurt am 1. Spieltag zum zweiten Mal in dieser Saison den Platz als Verlierer verlassen musste, das Ergebnis war für ihn aber absehbar: "Uns ging es in den letzten Wochen nie um irgendeine Serie, sondern darum, die Spiele erfolgreich zu beenden. Aber schon in den vergangenen Wochen, als wir immer mal wieder Unentschieden gespielt haben, haben wir viele Chancen liegen gelassen, um noch mehr Punkte zu holen."

Kampf war angesagt

Die Gründe für diese Niederlage hatten die Spieler und Verantwortlichen der Hanseaten schnell ausgemacht. "In so einer engen Partie muss man einfach das 1:0 machen. Schalke hat besser gekämpft, und wir haben nicht immer dagegen halten", analysierte Frings.

Dabei hätte vor der Partie eigentlich klar sein müssen, dass es über die spielerische Komponente schwer sein würde, den Gästen den Schneid abzukaufen. "Die Schalker haben schon die gesamte Saison gezeigt, dass sie über Kompaktheit, Willen und Einsatz ins Spiel kommen. Da muss man eben genau so mitmachen, aber das ist uns nicht gelungen. Es galt, sich gegen starke Widerstände zu behaupten, das haben wir nicht geschafft", haderte Trainer Thomas Schaaf.

Mertesacker sieht das Positive

Etwas schärfer kritisierte Geschäftsführer Klaus Allofs das Auftreten seiner Mannschaft. "Es kann schon mal passieren, dass man einen schlechten Tag hat und nicht so gut drauf ist. Aber so wie wir aufgetreten sind, hat mir das nicht gefallen. Schalke hat mehr investiert, hat mehr Willen gezeigt, sie haben sehr gut umgeschaltet", meinte Allofs und setzte nach: "Was Schalke gezeigt hat, hätte auch die Basis für unser Spiel sein müssen."

Kapitän Frings offenbarte das Manko der Bremer in dieser Saison. "Wenn wir unter Druck gesetzt werden, dann können wir nicht so dagegenhalten, wie es vielleicht noch in der Vergangenheit der Fall war. Wir sind eine Mannschaft, die spielerisch zum Erfolg kommt", erläuterte Frings.

Abwehrchef Per Mertesacker versuchte aber, das Positive aus der Niederlage zu ziehen: "Vielleicht war das ein Schritt zurück, der uns hilft, wieder den richtigen Weg einzuschlagen. Zuletzt haben wir punkte- und ergebnistechnisch nicht viel eingefahren. Da müssen wir uns wieder aufrappeln", erklärte er.

Comeback von Pizarro

Einer, der endlich wieder dabei helfen kann, ist Claudio Pizarro. Der Peruaner wurde gegen Schalke in der 63. Minute für Hugo Almeida eingewechselt und kam damit zu seinem ersten Einsatz seit dem 10. Spieltag. Eine Fissur im Sprunggelenk setzte ihn lange außer Gefecht. "Wir freuen uns alle, dass Claudio wieder da ist. Denn über einen langen Zeitraum kann man einen Spieler mit seinen Qualitäten nicht ersetzen", sagte Frings.

Pizarro konnte aber auch nicht verhindern, dass für die Bremer eine zweite Erfolgsreihe ein Ende fand. Denn erstmals verlor Werder ein Spiel mit dem "Weihnachtsbaum-Trikot". Seit 2002 ziert beim letzten Bundesliga-Heimspiel vor der Winterpause anstatt der Werder-Raute ein grüner Tannenbaum die Brust der Bremer Spieler. Nach sechs Siegen und zwei Remis ist diese Serie nun ebenso vorbei.

Aus Bremen berichtet Michael Reis