Köln - Eigentlich schien es ein klarer Fall zu sein, als Borussia Dortmund vor einem Jahr die Verpflichtung des damals 19-Jährigen Julian Weigl vom Zweitligisten 1860 München bekannt gab. Die meisten Beobachter dachten, der BVB habe sich hier einen Mann für die Zukunft gesichert, der in ein paar Jahren einmal zum Stammspieler aufsteigen könnte. Zunächst aber würde er sicherlich nur für Kurzeinsätze in Frage kommen. Falsch gedacht! Weigl wurde sofort zum Stammspieler und legte eine fantastische Premierensaison in der Bundesliga hin, die ihm am Ende sogar die EM-Teilnahme einbrachte. bundesliga.de zeigt die Stationen seines Aufstiegs.

8. Juni 2015: Aufstieg in die Bundesliga

38 Spiele in der 2. Bundesliga hatte Julian Weigl auf dem Buckel, als der BVB seine Verpflichtung vermeldete. Mit den Münchener Löwen hatte er soeben in der Relegation den Abstieg in die 3. Liga vermieden. Dann kam sein persönlicher Aufstieg in die Bundesliga. Sportdirektor Michael Zorc sagte zur Verpflichtung: "Julian Weigl ist ein Perspektivspieler für das zentrale Mittelfeld, dem wir großes Entwicklungspotenzial zutrauen."

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15. August 2015: Stammplatz zum Start

Es hatte sich bereits in der Vorbereitung abgezeichnet, dass BVB-Trainer Thomas Tuchel in Weigl mehr als nur einen Ergänzungsspieler sieht. Deshalb war es keine Überraschung mehr, dass der Youngster am 1. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach in der Startelf stand.

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5. Dezember 2015: Unverzichtbar für Tuchel

Der 5. Dezember zeigte, dass es schon einen triftigen Grund braucht, damit Tuchel auf Weigl verzichtet. Das Bundesliga-Spiel in Wolfsburg war das erste Pflichtspiel der Saison, in dem er nicht zum Einsatz kam. Auch im Rest der Spielzeit galt: Wenn Weigl fehlte, dann war er verletzt, gesperrt oder wurde geschont. Insgesamt kam er in 51 von 56 Pflichtspielen zum Einsatz. Kurz vor der Winterpause sagte er selbst zu seiner rasanten Entwicklung: "Es ist alles viel schneller gegangen, als ich es mir vorher erdacht oder erträumt habe."

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14. Mai 2016: Rekord zum Abschluss

Im letzten Spiel der Bundesliga-Saison 2015/16 spielt Borussia Dortmund 2:2 gegen den 1. FC Köln. Ein Spiel, das keine große Aussagekraft mehr hatte. Aber auch ein Spiel, das in Julian Weigls Vita einen großen Platz einnimmt. Insgesamt 216 Mal war der defensive Mittelfeldspieler am Ball, das ist der höchste Wert seit Beginn der Datenerfassung. Weigl löste so Xabi Alonso vom FC Bayern München ab, der zuvor mit 213 Ballbesitzphasen den Rekord hielt.

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29. Mai 2016: Länderspiel-Debüt

Weigl, der bereits die Nachwuchs-Mannschaften des DFB durchlaufen hatte, wurde nach einer starken Saison im BVB-Trikot von Bundestrainer Joachim Löw zunächst für den vorläufigen EM-Kader nominiert. Am 29. Mai gab er sein Debüt für die A-Nationalmannschaft im Spiel gegen die Slowakei, das 1:3 verloren ging. Zwei Tage später erhielt Weigl die freudige Nachricht, dass er auch im finalen Kader für die EM in Frankreich steht. Schon jetzt ist klar: Der Aufstieg von Julian Weigl ist noch lange nicht beendet...

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