Es ist ja wirklich nicht so, dass sich Lukas Podolski noch für den 1. FC Köln empfehlen müsste, wo er mit Beginn der nächsten Saison wieder spielen wird - aber zurzeit tut er es trotzdem.

Der 23-Jährige ist unter dem Interimstrainer Jupp Heynckes wieder zum Stammspieler beim FC Bayern geworden - und bestätigte in zwei Bundesligaspielen das Vertrauen. Einen Platz in der Startelf gegen Bayer Leverkusen (Di., ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) hat er sich damit verdient.

Dabei kann Trainer Jupp Heynckes im Moment aus dem Vollen schöpfen. Ze Roberto ist wieder fit, Franck Ribery sowieso, und im Angriff wartet der wiedergenesene Miroslav Klose auf seinen Einsatz - Heynckes sagt: "Er ist ungeduldig." Doch Heynckes will im Moment die erfolgreiche Offensive der letzten Spiele so belassen, wie sie ist.

Neun Torschüsse in zwei Spielen

Kein Wunder, denn im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach hatte es sich bereits angedeutet. Lukas Podolski hat sich merklich gesteigert. Beim 2:1-Sieg hatte er immerhin drei Torschüsse abgegeben und mehrere Chancen aufgelegt.

Doch vor allem beim 3:1-Erfolg in Cottbus am vergangenen Wochenende war er einer der auffälligsten Spieler: Er schoss das 3:1 selbst und hatte mit sechs Schüssen auf den Kasten von Gerhard Tremmel die meisten aller Bayern-Spieler.

Poldi zur Ecke - Tor!

Bezeichnend für seine Entwicklung unter Heynckes war aber vor allem die Entstehung des wichtigen 2:1: Der Trainer beorderte Podolski zum Eckball, nachdem sich Jose Ernesto Sosa schon darauf vorbereitet hatte.

Der deutsche Nationalspieler soll eben die Verantwortung für die Standards übernehmen, das hatte Heynckes schon früh nach der Übernahme der Mannschaft angekündigt.

Unter Heynckes viel aktiver

Es zahlte sich aus: Podolskis Flanke landete direkt auf dem Kopf von Martin Demichelis, dem er damit seinen vierten Saisontreffer aufgelegt hat.

Die Zahlen sprechen für sich: Lukas Podolski war gegen Gladbach und Cottbus alle 13 Minuten an einem Torschuss beteiligt - in den Spielen davor nur alle 21 Minuten. Er selbst hat den zeitlichen Abstand zwischen zwei Schüssen aufs Tor fast halbiert: von 34 auf 18 Minuten.

Bruno Labbadia ahnt, was da auf seine Mannschaft zukommt. "Wir treffen auf eine Mannschaft, die noch Meister werden kann und das durch den Sieg in Cottbus und die Niederlage von Wolfsburg fast aus eigener Kraft. Dafür brauchen sie einen Sieg über uns und daher werden sie viel Druck machen."

Auf Podolski kann wieder gezählt werden

Podolski also wird von Anfang an spielen und versuchen, die gute Heimbilanz gegen die Werkself auszubauen: 18 Mal in Folge ungeschlagen, davon 14 Siege.

Das Wort "Meisterschaft" will Jupp Heynckes immer noch nicht in den Mund nehmen, auch wenn Torwart Jörg Butt sagt: "Der Glaube an den Titel ist groß."

Heynckes belässt es bei einer lustigen Anspielung auf sein bayerisches Outfit, die er im Falle der Meisterschaft durchaus tragen könnte: "Die Lederhose hängt zuhause im Schrank und sie passt auch noch."