Mainz - Rechtzeitig vor dem Duell am kommenden Freitag gegen den alten Rivalen Bayern München kommt der Hamburger SV wieder in Form. Mit dem 1:0-Sieg bei Mainz 05 stürzten die Hamburger den Tabellenführer und feierten den zweiten Sieg hintereinander.

"Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen solche Mannschaften bestehen können, das war sehr wichtig für die Moral", sagt Hamburgs Kapitän Heiko Westermann.

Lob vom Trainer

Der Nationalspieler war einer der stärksten Akteure des HSV in Mainz. "Dieser Sieg war wichtig für die Moral", meint Westermann weiter, denn es war ein schwer erkämpfter Sieg nach einem rasanten Spiel: "Ich bin jetzt erst mal kaputt, dann fahr ich nach Hause und dann kann Bayern kommen." Vor allem in der ersten Halbzeit habe der HSV taktisch gut gespielt, erklärte der Kapitän.

Weil die beiden offensiven Außenbahnspieler Elia und Pitroipa verletzt fehlten, stellte HSV-Trainer Armin Veh auf ein 4-4-2-System um. Veh lobte sein Team, weil es in der Defensive weitgehend die Räume zugestellt hatte und zudem immer wieder selbst den Weg nach vorne gesucht hatte. "Man hat gesehen, dass Mainz die Spiele zuvor nicht zufällig gewonnen hat, aber ich war mit meiner Mannschaft größtenteils zufrieden", erklärte Veh.

Taktikänderung zeigt Wirkung

Das neue System mit zwei statt einer Spitze kam vor allem Paolo Guerrero zugute, der neben Ruud van Nistelrooy als zweiter Angreifer ein gutes Spiel machte. "Natürlich fühle ich mich ganz vorne am wohlsten, aber wo ich spiele, entscheidet der Trainer", erklärte der Peruaner, der zwei Minuten vor dem Ende den Siegtreffer erzielte.

Vorbereitet hat diesen der starke Routinier Ze Roberto, der dem Mainzer Abwehrspieler Bo Svensson im Strafraum den Ball abluchste und Guerrero den Ball maßgerecht auflegte. "Der Ze ist 40 Jahre alt, der marschiert immer noch, das ist unglaublich", lobte Guerrero den Brasilianer, der allerdings erst 36 Jahre alt ist.

Vorfreude bei Ze Roberto

Nach dem hart umkämpften Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern in der Vorwoche bedeutete der Sieg bei den bis Samstag ungeschlagenen Mainzern den zweiten Sieg in Serie und die Verbesserung auf Tabellenrang fünf. Beim HSV ist wieder Optimismus eingekehrt.

"Wir haben eine super Truppe, können viel schaffen, wenn wir konzentriert bleiben", sagt Guerrero. Am Freitag kommt es nun zu alten Duell gegen den FC Bayern. "Natürlich freue ich mich auf dieses Spiel", sagt der ehemalige Bayern-Profi Ze Roberto, der am Samstag bei einer großen Chance nur den Pfosten getroffen hatte. Wenn der technisch beschlagene Brasilianer am Freitagabend gegen seinen alten Club besser zielen würde, hätte aus Hamburger Sicht sicher niemand was dagegen.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter