Der Norden knistert. Zwischen Ems und Lübecker Bucht ist die Spannung schon seit Tagen zu greifen.

Heute Abend (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) geht es nun endlich los. Schluss mit dem Gerede von der Vorfreude und Vorhang auf. Teil 1 des Vierteilers Hamburger SV gegen Werder Bremen steht in Hamburg auf dem Programm: Das Halbfinale im DFB-Pokal.

Immer wieder Hamburg gegen Bremen

Im 97. Nordderby seit Gründung der Bundesliga geht es um die Reise zum Endspiel nach Berlin (30. Mai) und es geht auch darum, ein Zeichen der Stärke vor den Vorschlussrunden im UEFA-Cup (30. April, 7. Mai) sowie der abschließenden Bundesligapartie (10. Mai) zu setzen. "Wenn wir als Sieger vom Platz gingen und es auf den Rängen alles friedlich bleibt, dann wäre ich sehr glücklich", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Hamburgs Collin Benjamin will im Pokal unbedingt vorlegen: "Wenn wir am Mittwoch gegen Werder gewinnen, fahren wir zum nächsten Spiel nach Bremen und sagen, 'Ey, wir haben schon ein Finale", meint der Verteidiger.

"Ein Titel würde den ganzen Verein voranbringen"

Damit es nach einer "halben Ewigkeit" mal wieder was Richtiges zu feiern gibt. Seit 22 Jahren konnte der HSV keinen bedeutenden Titel mehr gewinnen. Beiersdorfer war unter den Torschützen, als sein Verein 1987 mit einem 3:1-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers den Pokal holte. "Ein Titel würde den ganzen Verein voranbringen", sagt Torwart Frank Rost, der schon bei Werder Erfolge feierte, "es ist immer gut, wenn in einem Club nicht immer nur über die Vergangenheit geredet wird."

Jetzt locken noch drei Titelchancen, auch im Kampf um die Meisterschaft ist das Team von Martin Jol ja noch aussichtsreich vertreten. "Wir haben nach langer Zeit am Mittwoch die größte Chance, wieder in ein Finale einzuziehen. Die Mannschaft wird sich das nicht nehmen lassen", hofft HSV- Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann, "dieses Spiel ist sicher das größte Highlight in meinen sechs Jahren beim HSV.

Diego und Özil dabei

Für die wesentlich erfolgsverwöhnteren Bremer, die seit dem letzten Pokalsieg des ungeliebten Nachbarn allein vier Mal den Pokal und drei Mal die Meisterschaft gewannen, geht es in den Pokalduellen darum, eine verkorkste Bundesligasaison noch zu retten.

Nur als UEFA-Cup- oder DFB-Pokalsieger schaffen sie es noch ins internationale Geschäft. "Die Mannschaft weiß, was sie noch alles erreichen kann und strebt das an", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf, "der HSV hat eine tolle Mannschaft, aber wir wissen auch, dass wir tolle Leistungen anbieten können."

Dabei hat er wieder seine beste Besetzung zur Verfügung. Die in der Bundesliga zuletzt geschonten Diego und Mesut Özil sind erwartungsgemäß wieder fit. "Das ist mein wichtigstes Spiel für Werder", erklärt der kleine Zauber-Brasilianer Diego, der zuletzt im UEFA-Cup mit vier Toren gegen Udine groß aufgespielt hat, "wir werden nicht viele Torgelegenheiten kriegen, die müssen wir nutzen. Ich bin da, um meinen Job zu machen."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hamburg: Rost - Benjamin, Mathijsen, Gravgaard, Jansen - Aogo, Jarolim - Pitroipa, Trochowski - Olic, Petric

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Baumann (Tsiolis) - Frings, Özil - Diego - Pizarro, Almeida

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)