Drei neue millionenschwere Stars werden die Bundesliga und die 2. Bundesliga am Wochenende verzücken. Und die Herzen ihrer Fans garantiert im Sturm erobern. BayArena, Tivoli und impuls arena heißen die Attraktionen; die drei hochmodernen Spielstätten von Bayer Leverkusen, Alemannia Aachen und vom FC Augsburg.

Die für etwa 70 Millionen Euro umgebaute BayArena wird am Samstag, 15. August beim Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim zeigen, was sie zu bieten hat. Das Wichtigste war natürlich der Ausbau des Fassungsvermögens auf 30.000 Plätze. Dazu wurden die bisherigen Tribünenbereiche aufgestockt. Und zwar auf insgesamt 47 Reihen inklusive Oberrang.

Spieler profitieren

Zusätzliche VIP-Logen auf der Nord- und Südseite gibt es ebenso wie die sogenannten "Skyboxen" auf der Ostseite des Stadions. Natürlich profitieren nicht nur VIP-Gäste und Fans vom neuen Leverkusener Schmuckkästchen, sondern auch die Spieler: Der Team-und Physiobereich mit Umkleiden, Behandlungs- und Massageräumen bietet eine Fläche von rund 2.600 Quadratmetern, ist also fast vier Mal so groß wie vorher.

"Der ehemalige Team-und Physiobereich sowie unser Pressebereich entsprachen nicht mehr modernen Standards", hatte Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schon vor Baubeginn erklärt.

"Das ist ein klasse Stadion"

Am Montag, 10. August absolvierte Bayer Leverkusen die Generalprobe für das erste Heimspiel. Vor 1.500 Zuschauern wurde am Rande eines Freundschaftsspiels zwischen den Bayer 04-Amateuren und dem Verbandsligisten SV Schlebusch der komplette Ablauf eines Spieltags simuliert. In erster Linie wurde dabei die Funktionalität des neuen Eintrittssystems, der BayArena-Card und der neuen Video- sowie Beschallungsanlage getestet.

"Das ist ein klasse Stadion, an dem die Spieler und Fans noch viel Freude haben werden. Der Oberrang und die neuen VIP-Bereiche sind echt toll. Es wäre schön, hier auch noch mal als Spieler aufzulaufen", sagte Bayers Ex-Stürmer-Star und heutiger Amateur- Trainer Ulf Kirsten.

30.660 Plätze in der impuls arena

Wolfgang Holzhäuser zog das Abschlussfazit der Generalprobe: "Wir hatten sicher das ein oder andere technische Problem, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Ich habe ausgezeichnete Mitarbeiter, die bis zum Anschlag und teilweise darüber hinaus arbeiten. Bis Samstag werden wir alles hinbekommen."

In der Augsburger impuls arena wird am Sonntag, 16. August das erste Pflichtspiel angepfiffen. Gegner am 2. Spieltag der 2. Bundesliga ist RW Oberhausen. Ihre offizielle Eröffnung hat die impuls arena bereits am 26. Juli 2009 erlebt. Die Eröffnung der neuen Arena mit insgesamt 30.660 Plätzen war auch ein Stelldichein von Spitzenpolitikern, führenden Vertretern der regionalen Wirtschaft und bekannten Repräsentanten des deutschen Sports.

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball überreichte Geschenk

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gratulierte dem FCA und Augsburg im Namen des gesamten Freistaates zur neuen Arena und betonte den internationalen Anspruch des Stadions. Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass das neue Stadion dazu prädestiniert sei, leidenschaftlichen und begeisternden Fußball zu bieten. Als Geschenk überreichte Dr. Rauball dem FCA eine Zirbelkiefer, die eine Lebenserwartung von 600 Jahren hat - ein Alter, das der BVB-Präsident auch dem FCA und seinem neuen Stadion wünschte.

Die beiden Augsburger Fußball-Legenden Helmut Haller und 1954er Weltmeister Uli Biesinger verknüpften die Tradition des alten Augsburger Rosenaustadions mit der Zukunft in der neuen impuls arena. Gemeinsam pflanzten die beiden Augsburger ein Stück Rosenau in Form eines Rasenquadrates in das neue Grün der impuls arena.

Eng, steil, laut und gelb

Ganz Aachen und Umgebung fiebert ungeduldig dem Montagabend entgegen. Dann wird der neue Tivoli seine Premiere erleben. Die 32.900 Plätze für das Duell gegen den FC St. Pauli sind längst ausverkauft. Doch schon vor dem Auftakt in der 2. Bundesliga ist der neue Tivoli zur Attraktion in Aachen geworden.

Zur Generalprobe am Mittwochabend strömten etwa 2500 Dauerkartenbesitzer in den neuen Tivoli. Und konnten sich gar nicht satt sehen an dem kleinen Meisterwerk. "Wir hatten schon vorher mit Erik Meijer eine Stadionführung gemacht. Da haben wir mit 40 Leuten auf der Südtribüne "TSV, TSV" geschrien und das hat unglaublich gehallt. Ich möchte nicht als Gegner auf unsere Südtribüne spielen, wenn dort 10.000 Leute stehen", zeigte sich Holli aus Aachen nochmals total begeistert von der (fast) fertigen "megageilen" Arena.

Von außen ist das Bauwerk sofort als Fußballstadion zu identifizieren. Ortsfremde erkennen schon von weitem, dass es sich um die Heimat der Alemannia handelt. Die Dachkonstruktion ist wie die Sitze ganz in Gelb gehalten, über den Eingängen prangen überdimensionale Alemannia-Wappen. "Wir haben den von den Fans geforderten Attributen eng, steil und laut ein weiteres hinzugefügt: gelb", sagt Aachens Projektleiter Stadionbau Stephan van der Kooi.

Näher dran geht nicht

Auf die vom alten Tivoli gewohnte Nähe zum Spielgeschehen muss das Aachener Publikum im neuen Stadion nicht verzichten. Die erste Zuschauerreihe ist gerade einmal 80 cm über dem Spielfeldniveau. Hinter den Toren sind die Fans in der ersten Reihe 7,50 Meter vom Spielfeld entfernt, an den Seiten sind es 6 Meter. "Wir folgen damit der Empfehlung der UEFA für Stadionneubauten und haben die Werte ausgereizt. Näher dran geht eigentlich nicht", so van der Kooi.

Kein Zweifel: An diesen drei neuen Stars werden nicht nur die Fans in Leverkusen, Augsburg und Aachen lange, lange viel Freude haben.

Stefan Kusche