München - Am 19. März 1979 kam der FC Bayern in die Abend-Nachrichten. Erstmals hatte ein Bundesligist seinen Präsidenten gestürzt und zum Rücktritt getrieben. Kapitän Sepp Maier und seine Kollegen wurden als"Anarchisten" oder "Gewerkschafts-Bosse" bezeichnet. Doch wie kam es dazu?

Nach dem Putsch der Spieler gegen Trainer Gyula Lorant hatte dessen Assistent Pal Csernai übernommen und die Profis wollten ihn behalten. Präsident Wilhelm Neudecker war unter der Bedingung dazu bereit, dass die Spiele in Braunschweig und Mönchengladbach ohne Niederlage überstanden würden. Doch schon auf dem Rückflug vom 0:0 in Braunschweig erfuhren sie, dass Max Merkel Trainer werden solle. Die Spieler meuterten, lehnten Merkel mit 16:0-Stimmen ab und wollten unter ihm nicht trainieren.

Spieler übernehmen den Club

Eigentlich ging es vor allem gegen den wortbrüchigen Neudecker, wie Sepp Maier später zugab. Der Präsident trat beleidigt zurück, Merkel kam nie und mit Csernai wurde Bayern nach sechs Jahren wieder Meister (1980, 1981).

Die eigentliche Führung übernahmen jedoch Paul Breitner, Karl-Heinz Rummenigge (Ära "Breitnigge") und Neu-Manager Uli Hoeneß. "Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Fußballs hatten ein paar Spieler einen ganzen Club übernommen", schrieb der Autor Thomas Huetlin im Buch "Gute Freunde". Zum Glück für den FC Bayern war es eine äußerst freundliche Übernahme.

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