Die Vorbereitung beim Bundesliga-Rückkehrer 1. FC Nürnberg läuft nach Plan. Die Testspielergebnisse stimmen, der Trainer ist zufrieden. Jetzt kehrt auch noch ein lange vermisster Schlüsselspieler zurück ins Team.

Gute zwei Monate ist es her, dass Andreas Wolf zuletzt für den "Club" auf dem Platz stand. Anfang Mai hatte sich der Nürnberger Kapitän im Heimspiel gegen TuS Koblenz einen Meniskusriss im rechten Knie zugezogen. Die Verletzung musste operiert werden – ein schmerzhafter Ausfall für den "Club" im Kampf um den Aufstieg.

Rückkehr gegen Erfurt

Den Sprung ins Oberhaus, inklusive Relegationskrimi gegen Energie Cottbus, brachten die Nürnberger auch ohne ihren "Leitwolf" in trockene Tücher.

Dennoch herrschte am vergangenen Samstag allgemeine Erleichterung, als Wolf im Testspiel gegen Rot-Weiß Erfurt sein Comeback im Trikot der Schwarz-Roten feierte. Zumal der Innenverteidiger umgehend wieder zu seiner robusten Spielweise zurückfand: Nach 36 Minuten sah er die Gelbe Karte nach beherztem Einsteigen.

Nürnberger Urgestein

Was für eine zentrale Figur Wolf für den 1.FCN ist, zeigt ein Blick auf seine Vita: Seit zwölf Jahren steht er in Diensten des 1. FC Nürnberg – sein erster und bis heute einziger Verein im Profifußball. In 154 Spielen erzielte er vier Tore für den "Club".

Dass er auch in der kommenden Saison eine tragende Rolle bei Nürnberg spielen wird, scheint angesichts der Ausgangslage selbstverständlich. Es geht von Beginn an gegen den Abstieg, und da gibt es kaum einen Spieler, der über mehr Erfahrung verfügt als Andreas Wolf.

Klassenerhalt mit steigender Tendenz

Bereits drei Mal kämpfte er nach dem Aufstieg um den Verbleib in der höchsten deutschen Fußballiga - mit wachsendem Erfolg: Während sich der "Club" 1999 nach nur einer Saison wieder aus dem Oberhaus verabscheiden musste, hielten sich die "Clubberer" nach dem Aufstieg 2001 zumindest zwei Jahre in der Bundesliga. Und zuletzt musste sich Nürnberg 2008 erst nach vier Spielzeiten aus der höchsten deutschen Spielklasse verabschieden.

Die Situation, die den FCN in der kommenden Spielzeit erwartet kennt Wolf also bestens - und mit ihm seine nicht minder klassenerhaltserfahrenen Mitspieler wie Raphael Schäfer oder Marek Mintal. Gut möglich, dass die "alte Garde"
in der kommenden Saison den Unterschied macht, wenn es ums Erreichen der Saisonziele geht. Mit einem wiedererstarkten "Leitwolf" ist die Ausgangslage allemal keine schlechte.

Norbert Obkircher