Schräge Frisuren, ein eigenwilliges Tattoo und ungeahnte Torjägerqualitäten: Arturo Vidal ist der "Krieger" von Bayer 04 Leverkusen und hat sich seit seinem Wechsel 2007 zu einer unverzichtbaren Größe bei der "Werkself" entwickelt.

bundesliga.de hat Wissenswertes, Kurioses und Amüsantes zum chilenischen Nationalspieler zusammengestellt. Zehn Dinge, die Sie über Arturo Vidal vielleicht noch nicht wussten...

Die Anfänge

Am 22. Mai 1987 wird er unter dem Namen Arturo Erasmo Vidal Pardo in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile geboren. Schon in der Jugend durchläuft Vidal die Jugendmannschaften des chilenischen Renommierclubs Colo Colo, für den er im Jahr 2006 auch sein Profi-Debüt feiert. Schon da zeigt Vidal die Eigenschaften, die ihn auch für Bayer 04 Leverkusen interessant machen: Kampfkraft, Laufstärke, eine gute Spielübersicht - und eine nicht zu verachtende Torgefährlichkeit.

Der Durchbruch

2007 reist Arturo Vidal mit dem hoffnungsvollen chilenischen Team zur U-20-Weltmeisterschaft nach Kanada. Dort beseitigt er auch die letzten Zweifel an seinem außerordentlichen Talent. Bis ins Halbfinale marschiert die chilenische Mannschaft, Vidal hat daran mit zwei Treffern, unter anderem dem Siegtor im Achtelfinale gegen Portugal, erheblichen Anteil. Allerdings sieht er in diesem Spiel auch Gelb-Rot. Schlussendlich sichert sich Chile nach der Halbfinal-Niederlage gegen Argentinien mit einem 1:0 gegen Österreich Platz 3.

Die neue Heimat

Bei den europäischen Spitzenclubs wächst das Interesse an einer Verpflichtung Vidals. Neben Bayer Leverkusen sollen auch Girondins Bordeaux und Inter Mailand ihn auf dem Zettel gehabt haben, das Rennen machte schließlich aber die "Werkself". Wahrscheinlich auch, weil Sportdirektor Rudi Völler höchstpersönlich nach Chile reiste, um Vidal vom Wechsel zu überzeugen. "Auf einmal stand er vor mir und fragte mich, ob ich bereit wäre, nach Deutschland zu kommen und in Leverkusen zu spielen", stellte Vidal verwundert fest.

Das Bundesliga-Debüt

Im Sommer 2007 zog Vidal schließlich von Chile nach Leverkusen um. Sein Bundesliga-Debüt erfolgte aber mit Verzögerung. Während er den Saisonauftakt gegen Energie Cottbus verletzungsbedingt noch verpasste, stand er am 19. August 2007 im Auswärtsspiel beim Hamburger SV erstmals in der Bayer-Startelf. Sein erstes Bundesligator erzielte Vidal gut einen Monat später beim 3:0 der Leverkusener bei Hannover 96.

Die Spitznamen

In seiner chilenischen Heimat trägt Arturo Vidal den Spitznamen "Celia Punk". Der Spitzname basiert zum einen auf Vidals großer Vorliebe für die "Queen of Salsa", Celia Cruz. Während die 2003 verstorbene Künstlerin für ihre schrillen Outfits und ausgefallenen Perücken bekannt war, stylt sich Vidal lieber sein Naturhaar kunstvoll, gerne auch mal steil nach oben - daher der zweite Teil des Spitznamens. Der Frisurenauswahl und der spektakulären und aggressiven Spielweise wegen, nannte Ex-Bayer-04-Manager Michael Reschke Vidal "unseren Krieger".

Der Kartensammler

Die aggressive Spielweise wird für Vidal, wie schon bei der U-20-WM 2007, immer wieder zum Problem. In bislang 108 Bundesligaspielen handelte er sich schon 32 Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten ein. In der Saison 2009/2010 kam Vidal sogar auf 14 Gelbe in einer Spielzeit und brach Leverkusens vereinsinternen Kartenrekord von Robert Kovac (13). In dieser Saison lässt er es etwas ruhiger angehen: Erst eine Gelbe und eine Gelb-Rote Karte stehen in 24 Spielen zu Buche.

Der Torschütze

Als Torjäger konnte man Arturo Vidal angesichts von bislang fünf Bundesligatoren für Bayer 04 vor der Saison sicher nicht bezeichnen. In dieser Saison ist vieles anders: Vidal ist (auch aufgrund von Verletzungen wie der von Topstürmer Stefan Kießling) Bayers bester Torjäger mit neun Treffern. Sechs davon erzielte der Chilene vom Punkt - jeder seiner Strafstöße landete in dieser Spielzeit im Netz.

Vidal International

Sein Debüt für "La Roja", die Nationalmannschaft Chiles, feierte Arturo Vidal am 8. Februar 2007 beim 1:0-Sieg über Venezuela. Mittlerweile ist er ein integraler Bestandteil der Elf, mit der Nationaltrainer Marcelo Bielsa die Qualifikation für die WM in Südafrika schaffte. Vidals WM-Traum ging 2010 in Südafrika in Erfüllung, wo er in jedem der vier Spiele Chiles zum Einsatz kam. Erst im Achtelfinale scheiterte Vidals Team an Brasilien.

Der Fernsehstar

In seiner Heimat ist Arturo Vidal inzwischen auch eine der fünf Hauptfiguren der Doko-Soap "Nacidos para Ganar" ("Geboren um zu gewinnen"). Die Sendung zeichnet den Lebens- und Erfolgsweg von fünf chilenischen Nationalspielern nach. Außer um Vidal geht es dabei auch um Alexis Sanchez, Humberto Suazo, Gary Medel und Fabian Orellana.

Die Familie

In "Nacidos para Ganar" kommen auch die Familien der Spieler zu Wort. Vor allem Vidals Mutter Jaqueline Pardo hat einen emotionalen Auftritt und gesteht ein, vor dessen Wechsel nach Deutschland noch nie von ihrem Sohn getrennt gewesen zu sein. Fünf Geschwister hat Vidal, als Dank für ihre unermüdliche Arbeit für die Familie hat sich Sohn Arturo das Gesicht von Mama Jaqueline auf den Oberarm tätowieren. Inzwischen ist er selbst Vater von Sohnemann Alonso.