Glücksburg - Als Felix Magath am Dienstagmorgen zum Waldlauf bat, stand das "Bürschchen" schon Gewehr bei Fuß. Gewohnt ehrgeizig reihte sich Hasan Salihamidzic im Reich der Medizinbälle ins "Wölfe-Rudel" ein und behauptete gleich einen Platz in der Spitzengruppe.

Zwölf Stunden nach dem Blitztransfer zum VfL Wolfsburg war der 34-Jährige, der einen Einjahresvertrag unterschrieben hat, schon fester Bestandteil des Bundesligisten. "Für mich ist der VfL ein Projekt mit einem sehr guten Trainer, den ich lange kenne", sagte der Neuzugang im Trainingslager in Glücksburg.

Trainer Magath hatte den Bosnier Mitte der 90er Jahre beim Hamburger SV entdeckt und in die Bundesliga gebracht. Später gewannen sie gemeinsam mit Bayern München zwei Mal das "Double". 2007 wechselte Salihamidzic zu Juventus Turin und erlebte dort zuletzt nach eigenem Bekunden "ein schweres Jahr".

Beeindruckende Titelsammlung

Der 306-malige Bundesligaspieler bringt das Maß an Erfahrung mit nach Wolfsburg, das dem VfL laut Magath noch gefehlt hat. "Brazzo" (zu deutsch: "Bürschchen") hat in seiner Zeit bei Bayern München alles gewonnen, was ein Profi im Club-Fußball gewinnen kann.

Sechs Mal wurde er Deutscher Meister, vier Mal holte er den DFB-Pokal. Der Außenbahnspieler gehörte auch zu dem Bayern-Team, das 2001 unter Ottmar Hitzfeld die Champions League und den Weltpokal gewann.

Sehnsucht nach der Bundesliga

Nach neun überaus erfolgreichen Jahren wechselte der Dauerläufer im Jahr 2007 zu Juventus Turin und unterschrieb dort einen Vierjahresvertrag. Allerdings erwischte "Brazzo" beim italienischen Rekordmeister eine schwierige Zeit. "Juve" spielte nach dem Fußball-Skandal in der 2. Liga, in der letzten Saison war Salihamidzic nur noch Bankdrücker. Insgesamt absolvierte er 61 Spiele für Turin und erzielte sieben Tore. Seit längerem schon liebäugelte er mit einer Rückkehr in die Bundesliga.

"Ich weiß alles über Wolfsburg, weil ich auch in Italien die Bundesliga verfolgt habe. Außerdem habe ich mit Andrea Barzagli über den VfL gesprochen", sagte der Mittelfeldspieler. Weltmeister Barzagli hatte zweieinhalb Jahre in Wolfsburg gespielt, ehe er in der Winterpause zu Juve zurückkehrte. Ebenfalls Erfahrungen mit Juventus hat Wolfsburgs Spielmacher Diego, der den Club verlassen muss. Einen ähnlichen Verlauf will der ehrgeizige Mann auf der rechten Außenbahn natürlich unbedingt verhindern.