München - In Deutschland ist es kalt, sehr kalt. Für einen Fußballer ja eigentlich die Gelegenheit, sich auf dem Platz auszutoben, um die Körpertemperatur zu steigern. Aber das fällt bei diesen frostigen Bedingungen nicht immer leicht.

Aber vielleicht hat der hochspannende Kampf um die Tabellenspitze bei den vier Top-Teams Kräfte freigesetzt. bundesliga.de hat einen Blick in die Leistungsdaten des 21. Spieltags geworfen und klärt, welche Top-Mannschaft ihren Sieg auch läuferisch untermauert hat.

Bender-Zwillinge überzeugen läuferisch

Mit den Zwillingen Sven und Lars Bender auf dem Platz ist die optische Ähnlichkeit zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen nicht zu verneinen gewesen. Auch auf dem Papier gleichen sich die Leistungen der beiden Teams sehr. Trotzdem geht der BVB mit einem vom Platz.

Der Vergleich zwischen Sven Bender beim BVB und seinem Bruder Lars bei Bayer lässt keine deutlichen Unterschiede zwischen den beiden Teams erkennen. Sven, der nach einem Teilabriss des Außenbandes im linken Sprunggelenk sowie einer Dehnung des Syndesmosebands überraschend für das Spiel wieder fit war, zeigte mit 12,83 Kilometern die beste Laufleistung auf Dortmunder Seite. Bei der Konkurrenz war es Lars Bender, der mit 12,92 die meisten Kilometer seines Teams abspulte.

Und während Lars mit 24 Sprints und überragenden 104 intensiven Läufen in dieser Statistik klar vor seinem Bruder lag, entschied Sven die Rankings Ballkontakte (68 zu 48) und angekommene Pässe (40 zu 17) klar für sich.

Kagawa mit dem Siegtor

Es waren auch nicht die Ballkontakte oder Zweikämpfe, die Dortmund und Leverkusen fast im Gleichschritt aufs Tableau brachten. Auch die 14:3-Torschussbilanz für die Dortmunder sieht auf den ersten Blick deutlich aus, doch aus kurzer Nähe feuerten die BVBler ebenso häufig aufs gegnerische Tor wie die Gäste - nämlich drei Mal.

So war es dann eine Einzelaktion von Shinji Kagawa, der seine 11,52 Kilometer Laufdistanz mit dem entscheidenden Treffer des Spiels krönte.

FCB lässt die Lauterer laufen

Auch der FC Bayern hat sein Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gewonnen, allerdings dominierten die Münchner ihren Gegner. 65 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 18:5 Torschüsse, wobei FCB-Keeper Manuel Neuer nicht ein Mal richtig eingreifen musste.

Anders als die Dortmunder hat der Rekordmeister seinen Gegner laufen lassen, und das obwohl der FCK nur selten aus der eigenen Hälfte herauszulocken war. Die Lauterer mussten mit 118 Kilometern fast acht Kilometer mehr absolvieren als der FCB (110,7). Auch intensive Läufe hatten die "Roten Teufel" deutlich mehr (411 zu 340) auf ihrem Konto.

Doch die Dominanz der Bayern zeigt sich bei den Statistiken vor allem am Ball. Mit 861 zu 455 hatten die Münchner fast doppelt so viele Ballkontakte wie der FCK, die Hausherren brachten zudem überragende 90,31 Prozent ihrer Pässe an den eigenen Mann. Und zwei dieser Pässe sorgten für die perfekte Vorarbeit beim .

Auf Augenhöhe - nur nicht beim Ergebnis

Ganz andere Leistungsdaten hatten die Verfolger Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke 04 im direkten Aufeinandertreffen vorzuweisen. Während die Gladbacher insgesamt mehr Kilometer vorwiesen (115 zu 111), überzeugten die Schalker bei den Sprints und intensiven Läufen. Bei den Torschüssen (jeweils zehn), den angekommenen Pässen (jeweils rund 86 Prozent) und Ballkontakten (791 zu 736) waren beide Teams auf Augenhöhe. Trotzdem .

Die Top-Teams der Bundesliga haben somit wieder mal bewiesen, dass es kein Patentrezept gibt, um als Sieger vom Platz zu gehen. Manchmal sind es eben Einzelleistungen, mannschaftliche Geschlossenheit oder Effektivität, die den kleinen aber feinen Unterschied machen.

Jessica Pulter